Fakten im Überblick
Donald Trump kündigt in Texas lockerere Methanvorgaben für die Öl- und Gasindustrie an.
Die US-Umweltbehörde EPA will Regeln aus der Amtszeit von Joe Biden zurücknehmen.
Methan wirkt kurzfristig deutlich stärker auf das Klima als Kohlendioxid.
US-Präsident Donald Trump will die Methanregeln für die heimische Öl- und Gasindustrie deutlich lockern. Bei Auftritten in Texas kündigte er an, Vorgaben aus der Amtszeit seines Vorgängers Joe Biden zurückzunehmen. Texas ist der wichtigste US-Bundesstaat für die Förderung fossiler Brennstoffe und besitzt deshalb hohe wirtschaftliche und politische Bedeutung für den Schritt.
Die Umweltbehörde EPA argumentiert, weniger strenge Vorschriften könnten Produzenten und Verbraucher um Milliarden entlasten. Behördenchef Lee Zeldin verwies auf Heiz- und Kraftstoffkosten. Die geplanten Änderungen betreffen insbesondere Pflichten zur Erkennung und Begrenzung von Methanlecks sowie Regeln für kleinere Förderanlagen. Details müssen in einem regulären Verfahren festgelegt werden.
Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas. Es verbleibt kürzer in der Atmosphäre als Kohlendioxid, besitzt kurzfristig aber eine wesentlich stärkere Treibhauswirkung. Lecks, kontrolliertes Ablassen und Abfackeln in der Öl- und Gasförderung gelten deshalb als wichtige Ansatzpunkte für schnellen Klimaschutz. Zugleich ist aufgefangenes Methan ein nutzbarer Energieträger.
Trump verband die Energiepolitik mit dem Wahlkampf vor den Kongress- und Gouverneurswahlen am 3. November. In Corpus Christi unterstützte er den republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton und griff dessen demokratischen Gegner James Talarico wegen dessen Einsatzes für erneuerbare Energien an. Trumps Aussagen über Deutschland und einen angeblich drohenden Staatsbankrott waren politische Behauptungen und wurden nicht belegt.
Für die Öl- und Gasbranche können geringere Kontroll- und Investitionspflichten kurzfristig Kosten senken. Wie stark Verbraucherpreise reagieren, hängt jedoch auch von Weltmarktpreisen, Fördermengen, Infrastruktur und Nachfrage ab. Klimapolitisch dürfte der Kurs zu juristischen Auseinandersetzungen und zu Kritik von Umweltverbänden sowie einzelnen Bundesstaaten führen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar - Billiger fördern, teurer fürs Klima
Die Debatte wird häufig als Gegensatz zwischen bezahlbarer Energie und Klimaschutz dargestellt. Bei Methan ist diese Trennung zu einfach: Vermeidbare Lecks belasten das Klima und vernichten zugleich ein verkäufliches Produkt. Sinnvolle Regeln müssen kleine Betriebe berücksichtigen, dürfen aber wirksame Kontrollen nicht aushöhlen. Ob die Lockerung tatsächlich Milliarden bei Verbrauchern ankommen lässt, muss an überprüfbaren Daten gemessen werden.
Historischer Hintergrund
Die USA verschärften unter Präsident Joe Biden die Vorgaben für Methanemissionen aus neuen und bestehenden Öl- und Gasanlagen. Trumps Regierung verfolgt seit seinem erneuten Amtsantritt einen Ausbau fossiler Energie und den Rückbau zahlreicher Umweltregeln. Texas mit Förderzentren wie dem Permian Basin und der Küstenstadt Corpus Christi ist ein Kerngebiet dieser Politik.
Zukunftsprognose
Nach der politischen Ankündigung folgen Regeltexte, Anhörungen und mögliche Klagen. Öl- und Gasunternehmen könnten Investitionen in Lecksuche und Abgasbehandlung anpassen. Zugleich könnten Bundesstaaten eigene strengere Standards beibehalten. Für Energieaktien und Gaspreise lässt sich aus der Ankündigung allein keine belastbare Kursbewegung ableiten; entscheidend sind der endgültige Regelumfang und die Marktlage.
Was ist Methan?
Methan ist ein farb- und geruchloses Gas und der wichtigste Bestandteil von Erdgas. In der Atmosphäre trägt es stark zur Erwärmung bei.
Warum entstehen Methanlecks?
Methan kann an Bohrstellen, Leitungen, Ventilen und Speichern austreten oder beim Betrieb absichtlich abgelassen beziehungsweise abgefackelt werden.
Welche Rolle spielt Texas?
Texas ist der größte Öl- und Gasproduzent der USA und beherbergt zentrale Fördergebiete, Raffinerien und Exporthäfen.
OZD-Extra - Klimaschutz kann auch Rohstoff sparen
Wer Methanlecks schließt, verhindert nicht nur Emissionen. Das zurückgewonnene Gas kann verkauft und genutzt werden. Die wirtschaftliche Bilanz hängt allerdings von Größe, Alter und Lage der jeweiligen Anlage ab.
Gewinnspiel
Welches Treibhausgas steht im Mittelpunkt der angekündigten Lockerung?
A: Methan
B: Sauerstoff
C: Stickstoff
D: Wasserdampf
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.