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Umweltpreis würdigt Juristin Roda Verheyen

Roda Verheyen erhält den Deutschen Umweltpreis 2026 für ihren juristischen Einsatz zum Schutz von Klima, Umwelt und Menschenrechten.

Fakten im Überblick

Die Hamburger Umweltjuristin Roda Verheyen erhält den Deutschen Umweltpreis 2026 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Erstmals würdigt die DBU mit dem Preis ausdrücklich juristische Leistungen für Umwelt- und Klimaschutz.

Verheyen teilt sich die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung mit dem Ingenieur Klaus Vossenkaul.

Die Hamburger Umweltjuristin Roda Verheyen ist mit dem Deutschen Umweltpreis 2026 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte die Ehrung am Sonntag bei einem Festakt in Aachen. Verheyen teilt sich den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Preis mit dem Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul von der Membion GmbH aus Roetgen bei Aachen. Nach Angaben der DBU ist es das erste Mal, dass die Stiftung ausdrücklich juristische Leistungen prämiert.

Verheyens Weg in das Umweltrecht begann nach eigener Darstellung bereits als Studentin. Im Jahr 1992 stieß sie in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek auf den ersten Bericht des Weltklimarats IPCC. Die dort beschriebenen möglichen Folgen steigender Treibhausgasemissionen hätten ihr vor Augen geführt, welche Risiken der Klimawandel für lebende Organismen birgt. Daraus entwickelte sich ihr Entschluss, als Anwältin für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen einzutreten.

Die heute 54-Jährige arbeitet mit Gutachten, berät Politik und Zivilgesellschaft und war an der Gründung des Vereins Green Legal Impact beteiligt. Bekannt wurde sie auch durch Klimaklagen. Verheyen verbindet dabei nationales und internationales Recht mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Ihr Ziel ist es, rechtliche Pflichten für Politik, Verwaltung und Wirtschaft in konkreten Verfahren wirksam zu machen.

Besondere Bedeutung hat der Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021. Das Gericht folgte der Argumentation, dass unzureichender Klimaschutz Freiheitsrechte künftiger Generationen beeinträchtigen kann. 2025 stellte zudem das Oberlandesgericht Hamm in einem langjährigen Verfahren fest, dass Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen grundsätzlich für Klimafolgeschäden haftbar gemacht werden können. Die konkrete Klage blieb zwar erfolglos, die grundsätzliche rechtliche Einordnung gilt jedoch als wichtiger Schritt.

Verheyen sieht im Klimaschutz bereits einen wirksamen Rechtsrahmen, der konsequenter angewandt werden müsse. Zugleich fordert sie verbindliche Regeln für weitere planetare Grenzen. Dazu zählen unter anderem Landnutzung, Süßwassersysteme und die biologische Vielfalt. Gerade beim Schutz der Biodiversität sieht sie weiterhin erhebliche rechtliche Lücken.

Der zweite Preisträger Klaus Vossenkaul wird für technische Fortschritte bei der Abwasserreinigung geehrt. Seine Membranfilter sollen unter anderem Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime aus Abwasser entfernen. Die gemeinsame Auszeichnung verbindet damit zwei Wege des Umweltschutzes: die juristische Durchsetzung verbindlicher Regeln und die Entwicklung praktischer Umwelttechnik. Eine belastbare unmittelbare Reaktion der Finanzmärkte lässt sich aus der Preisverleihung nicht ableiten.

OZD/DBU

OZD-Kommentar - Wenn Umweltrecht Wirkung entfaltet

Umweltziele bleiben abstrakt, solange niemand ihre Einhaltung überprüft und durchsetzt. Roda Verheyens Arbeit zeigt, dass Gerichte keine Ersatzpolitik betreiben müssen, um dennoch eine zentrale Rolle zu spielen: Sie kontrollieren, ob staatliche Entscheidungen die geltenden Rechte achten. Die erstmalige ausdrückliche Würdigung juristischer Umweltarbeit durch die DBU setzt deshalb ein wichtiges Signal. Künftig wird entscheidend sein, ob Politik und Wirtschaft gerichtliche Leitlinien frühzeitig in verlässliches Handeln übersetzen.

Historischer Hintergrund

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit Sitz in Osnabrück vergibt den Deutschen Umweltpreis seit 1993. Die Auszeichnung zählt zu den höchstdotierten Umweltpreisen Europas und würdigt Menschen, deren Leistungen den Umwelt- und Klimaschutz praktisch voranbringen. 2026 wurde der Preis zum 34. Mal vergeben. Der Festakt fand im Eurogress Aachen in Nordrhein-Westfalen statt.

Zukunftsprognose

Die Bedeutung juristischer Verfahren im Klima- und Umweltschutz dürfte weiter wachsen. Neue Klagen könnten sich stärker mit Biodiversität, Wasser, Landnutzung und der Verantwortung großer Emittenten befassen. Ob daraus strengere Pflichten entstehen, hängt von konkreten Fällen, gesetzlichen Vorgaben und gerichtlichen Entscheidungen ab. Die Preisverleihung dürfte Verheyens Themen zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen.

Wer ist Roda Verheyen?

Roda Verheyen ist eine deutsche Rechtsanwältin und Umweltjuristin aus Hamburg. Sie arbeitet zu Klima- und Umweltrecht, berät Politik und Zivilgesellschaft und war an bedeutenden Klimaverfahren beteiligt.

Was sind planetare Grenzen?

Planetare Grenzen beschreiben ökologische Belastungsbereiche, innerhalb derer stabile Lebensbedingungen auf der Erde erhalten werden sollen. Dazu gehören unter anderem Klima, Biodiversität, Süßwasser und Landnutzung.

Warum war der Klimabeschluss von 2021 wichtig?

Das Bundesverfassungsgericht stellte heraus, dass heutige Klimapolitik die Freiheitsrechte künftiger Generationen berücksichtigen muss. Damit erhielt der langfristige Schutz vor Klimafolgen eine stärkere verfassungsrechtliche Bedeutung.

OZD-Extra - Zwei Disziplinen, ein gemeinsames Ziel

Mit Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul zeichnet die DBU 2026 bewusst zwei unterschiedliche Ansätze aus. Während Verheyen rechtliche Verantwortung konkretisiert, entwickelt Vossenkaul technische Lösungen für saubereres Wasser. Umweltfortschritt entsteht damit sowohl im Gerichtssaal als auch in der Kläranlage.

Gewinnspiel

Mit wem teilt sich Roda Verheyen den Deutschen Umweltpreis 2026?

A: Klaus Vossenkaul
B: Alexander Bonde
C: Frank-Walter Steinmeier
D: Dirk Volmering

Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild Peter Himsel/DBU.