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Merz und Wadephul fordern Diplomatie im Iran-Konflikt

Nach den US-Midterms wächst die Sorge vor Angriffen auf Iran. Merz und Wadephul fordern Gespräche. Europas Interessen stehen auf dem Spiel.

Fakten im Überblick

Bundeskanzler Merz und Außenminister Wadephul setzen auf Diplomatie statt Militär im Iran-Konflikt.

Neue Angriffe auf den Iran nach den Midterms sieht die Bundesregierung kritisch.

Die steigenden Energiepreise durch den Konflikt belasten Europa stark.

Vor den US-Midterms warnt die Bundesregierung angesichts von Spekulationen über neue Angriffe gegen den Iran eindringlich vor einer weiteren Eskalation. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte am Freitag in Seoul: "Ich kann nur an alle Konfliktparteien appellieren: Dieser Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen". Er unterstrich, der Konflikt müsse "diplomatisch gelöst werden, er muss durch Gespräche gelöst werden" und verwies darauf, dass die Bundesregierung "auf vielen Kanälen" ihre "diplomatischen Anstrengungen zu koordinieren, zu verstärken, damit dieser Konflikt möglichst bald ein Ende findet". Berlin unterhalte gute Beziehungen zu Israel und den Golfstaaten: "Wir sprechen mit diesen Ländern und hoffen und appellieren auch daran, diesen Konflikt friedlich zu lösen."

Der Iran-Krieg habe laut Merz "massive" Auswirkungen auf Europa. Die Kosten allein durch die Erhöhung der Energiepreise liegen demnach bei "mehr als hundert Milliarden Euro in den letzten acht Monaten". Daraus ergibt sich für Europa "auch ein wirtschaftliches Interesse daran, dass dieser Konflikt so schnell wie möglich beendet wird".

Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul warnte am Rande des G20-Außenministertreffens in Atlanta vor neuen Angriffen auf den Iran nach den Midterms. Es gebe "tatsächlich Möglichkeiten, dass das nach den Midterms geschehen kann", so Wadephul. "Und deswegen: Nach den Midterms muss die Zeit von mehr Verhandlungen sein, muss eine Initiative da ausgehen der Diplomatie." Der Außenminister stellte klar: "Ein neuer Waffengang wird dieses Problem in keinem Fall lösen können" und forderte Teheran auf, "jetzt an den Verhandlungstisch zu kommen".

Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Seitdem blockieren die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus und treiben die weltweiten Energiepreise in die Höhe. Nach dem Scheitern einer Einigung zwischen Washington und Teheran im Juni stagnierten die diplomatischen Bemühungen. Zuletzt gab es Spekulationen über mögliche neue Angriffe nach den US-Kongresswahlen am 3. November. US-Präsident Donald Trump sagte am vergangenen Freitag, Washington könne "einen weiteren kleinen Epischen Zorn machen". Angaben zu einem möglichen Zeitpunkt machte er nicht.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Mehr Druck für Frieden – Berlins Signal an Washington und Teheran

Die deutsche Regierung mahnt mit Nachdruck zur Diplomatie. Merz und Wadephul zeigen klar, dass ein erneuter Waffengang nicht nur die Region, sondern auch Europas Wirtschaft weiter destabilisieren würde. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und machen die Folgen drastisch sichtbar. Berlin nutzt seine guten Beziehungen, um Israel, die Golfstaaten und den Iran an einen Tisch zu bringen. Ob die Appelle gehört werden, bleibt offen. Doch eine neue Eskalation würde die Lage verschärfen. Die Chancen für Diplomatie steigen nach den Midterms, aber die Hürden auf dem Weg zu einer politischen Verständigung bleiben hoch.

Historischer Hintergrund

Der Iran-Krieg begann Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran. Als Reaktion blockieren iranische Revolutionsgarden seither die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie, was massive Auswirkungen auf globale Energiepreise zur Folge hatte. Im Juni scheiterte eine Vereinbarung zwischen Washington und Teheran. Deutschland unterhält traditionell gute Beziehungen zu Israel und den Golfstaaten und ist diplomatisch in den Prozess eingebunden.

Zukunftsprognose

Nach den US-Midterms könnte es neue diplomatische Initiativen geben, aber auch erneute Angriffe sind möglich. Eine rasche politische Lösung würde sich kurzfristig positiv auf Energiepreise und Wirtschaft auswirken. Bleibt die Lage angespannt oder eskaliert sie, könnten Engpässe und Preissteigerungen Europa weiter belasten. Deutschlands Rolle als Vermittler wird wichtiger, doch neue Konfliktszenarien sind ebenso denkbar.

Erklärungen

Was sind die US-Midterms

Die Midterms sind die US-Kongresswahlen, bei denen alle zwei Jahre ein Teil des Parlaments neu gewählt wird. Oft folgen darauf außenpolitische Entscheidungen.

Was bedeutet die Blockade der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus ist eine zentrale Wasserstraße für den weltweiten Öl- und Gashandel. Ihre Blockade führt zu Engpässen und Preiserhöhungen.

OZD-Extras

Durch die Energiekrise sind die Entwicklungen im Iran-Konflikt für europäische Märkte und Verbraucher von großer Bedeutung. Prognosen an den Rohstoffbörsen machen kurzfristige Ausschläge bei Gas- und Ölpreisen wahrscheinlich, sollten neue Angriffe erfolgen oder diplomatische Lösungen greifen. Eine Entspannung könnte positive Signale an Märkte und Unternehmen senden, ist aber mit Unsicherheiten verbunden.

Gewinnspiel

Welche Wasserstraße blockieren die iranischen Revolutionsgarden derzeit?

A) Suezkanal

B) Straße von Hormus

C) Panamakanal

D) Bosporus

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.