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Merz stärkt deutsch-südkoreanische Wirtschaftspartnerschaft

Friedrich Merz wirbt in Südkorea für eine starke Partnerschaft. Im Zentrum stehen KI, Lieferketten und strategische Sicherheit für Deutschland.

Fakten im Überblick

Friedrich Merz will die Partnerschaft mit Südkorea strategisch ausbauen.

KI, Lieferketten und Startups stehen im Fokus der wirtschaftlichen Kooperation.

Ein neues High-Tech-Abkommen und bilaterale Brücken wurden beschlossen.

In Seoul hat Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft ein klares Signal für eine verlässliche Partnerschaft zwischen Deutschland und Südkorea gesetzt. Merz machte deutlich, dass die dynamische geopolitische Lage beide Staaten zusammenschweißt. Konflikte wie der Krieg in der Ukraine, Spannungen im Nahen Osten und die unsicheren Handelswege auf den Weltmeeren belasteten nicht nur globale Lieferketten, sondern auch Energieversorgung und Unternehmensinvestitionen. Merz betonte, dass die internationale Ordnung durch Konkurrenz zwischen den USA und China um Rohstoffe und Technologien auf die Probe gestellt werde und deshalb Partnerschaften wie die mit Südkorea immer wichtiger seien.

Vor rund 1000 Gästen im Herzen Seouls rief Merz dazu auf, gemeinsam an Zukunftstechnologien und widerstandsfähigen Lieferketten zu arbeiten. Besonders betonte er die Schlüsselrolle der Künstlichen Intelligenz, die für Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand künftiger Generationen entscheidend sei. Einen Meilenstein markiert das während seines Aufenthalts geschlossene Korean-German High-Tech Framework Abkommen. Es sieht vor, dass die Zusammenarbeit in Mikroelektronik, industrieller KI und Robotik ausgebaut wird. Merz hob hervor: "Unser Ziel ist es wirtschaftliche Stärke, Stabilität und Handlungsfreiheit zu erhalten". Wer sich aus Partnerschaften zurückzieht, gefährde Sicherheit, Wohlstand und Innovationskraft, warnte er in seiner Rede.

Deutschland und Südkorea wollen darüber hinaus ihre Institute für KI-Sicherheit vernetzen und Gründer mit einer Startup-Brücke verbinden. Auch beim Digitalgipfel im kommenden Jahr wird Südkorea als Partnerland auftreten, um die Zusammenarbeit sichtbar zu machen. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, wirtschaftliche Risiken durch eine stärkere Diversifizierung zu minimieren und die Abhängigkeit von einzelnen Märkten, etwa China, zu reduzieren. An die Länder der Asien-Pazifik-Region richtete Merz einen Appell für offenen und regelbasierten Handel und sprach sich für besser abgestimmte bilaterale Handelsabkommen sowie eine globale Allianz im Handelsschutz aus.

Für Südkorea ist Deutschland weiter der wichtigste Handelspartner in Europa. Wie Regierungschefin Han Seong Sook betonte, nutzen deutsche Unternehmen Südkorea als Sprungbrett nach Asien. Zum Abschluss seines Aufenthalts soll Merz noch die Demilitarisierte Zone an der Grenze zu Nordkorea besuchen, nur wenige Tage nach einer angespannten Eskalation in diesem Gebiet. Der Besuch Südkoreas markiert das Ende von Merz' Asienreise, die ihn zuvor nach Japan und Singapur geführt hatte. Begleitet wird der Kanzler von einer Delegation hochrangiger Industrie-, Technologie-, Energie- und Verteidigungsvertreter. Berlin setzt darauf, durch die enge Anbindung an Südkorea langfristig wirtschaftliche Stabilität und strategische Sicherheit für Deutschland zu bewahren.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Brücken nach Ostasien sind Deutschlands Zukunft

Der Besuch von Friedrich Merz in Südkorea ist mehr als eine protokollarische Geste. Deutschland befindet sich inmitten wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen. Die Zusammenarbeit mit Südkorea steht exemplarisch dafür, wie starke Partnerschaften auf Augenhöhe neue Spielräume eröffnen können. Gerade in Fragen der Künstlichen Intelligenz, Mikroelektronik und kritischer Lieferketten ist Deutschland auf verlässliche Brücken nach Asien angewiesen. Südkorea vereint Innovationskraft mit strategischer Stabilität. Für die Zukunft könnten genau diese Kooperationen der Schlüssel sein, um wirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern und einen technologischen Vorsprung zu bewahren. Der Ausbau birgt aber auch die Herausforderung, konkurrierende Interessen zwischen Asien, Europa und den USA zu balancieren. Bleibt Deutschland auf diesem Weg, wird das Land seine Handlungsfreiheit im globalen Wandel tendenziell erweitern, doch die konkrete Ausgestaltung wird von der weiteren Entwicklung internationaler Konflikte abhängen.

Historischer Hintergrund

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Südkorea entwickelten sich nach dem Koreakrieg, als Deutschland sich wirtschaftlich nach Asien orientierte. Seit Jahrzehnten gelten beide Länder als wichtige Partner beim Technologieaustausch und in der Industriekooperation. Die Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft ist ein zentrales Forum für den Austausch, an dem regelmäßig hochrangige Vertreter beider Staaten teilnehmen. Mit dem wachsenden Einfluss Chinas und den Herausforderungen für internationale Lieferketten bekam die deutsch-südkoreanische Zusammenarbeit zusätzliche Relevanz.

Zukunftsprognose

Die geplanten Abkommen und Initiativen könnten Deutschland helfen, seine wirtschaftliche Unabhängigkeit von China zu stärken, besonders im Bereich Halbleiter und KI-Anwendungen. Politisch könnte sich die engere Verbindung mit Südkorea auch auf die EU und die Asien-Pazifik-Region auswirken, indem Bündnisse für offenen Handel und die Verteidigung internationaler Regeln gestärkt werden. Gesellschaftlich ist eine stärkere Vernetzung von Startups und Forschungseinrichtungen zu erwarten, die beide Wirtschaften langfristig widerstandsfähiger machen kann.

Erklärungen

Was ist das Korean-German High-Tech Framework Abkommen?

Das Abkommen ist eine Vereinbarung zwischen Deutschland und Südkorea, um gezielt bei Zukunftstechnologien wie Mikroelektronik, Robotik und industrieller Künstlicher Intelligenz zu kooperieren. Es soll die Basis für neue gemeinsame Investitionen und Forschungsprojekte legen.

Was ist die Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft?

Die Konferenz ist ein wichtiges internationales Forum, bei dem deutsche und asiatische Wirtschaftspartner aktuelle Herausforderungen und Kooperationsmöglichkeiten diskutieren. Sie findet regelmäßig in wechselnden asiatischen Städten statt.

OZD-Extras

Südkorea ist einer der weltweit größten Produzenten von modernen Halbleitern und deshalb für die digitale Transformation Deutschlands besonders bedeutsam.

Deutsche Börsen und Technologietitel könnten von einer engeren Kooperation der Länder profitieren, allerdings ist eine konkrete Auswirkung auf Aktienkurse spekulativ.

Die jüngsten Spannungen an der innerkoreanischen Grenze zeigen, dass wirtschaftliche Partnerschaften auch geopolitische Risiken berücksichtigen müssen.

Gewinnspiel

Welches Land wird Partnerland des deutschen Digitalgipfels 2025?

A) Japan

B) Südkorea

C) Singapur

D) China

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.