Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

Hackerattacke auf Regierungsmitglieder erschüttert den Bundestag

Hacker greifen Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder mit Spyware an. Digitalminister Wildberger warnt vor gezielten Attacken auf Politik.

Fakten im Überblick

Bundesdigitalminister Wildberger bestätigt einen Hackerangriff auf Geräte von Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern.

Apple warnte Betroffene vor Spyware-Angriffen auf iPhones, das BSI informierte schriftlich.

Das BSI empfiehlt den Betroffenen, "vorsorglich davon auszugehen, dass das Gerät kompromittiert sein kann".

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat einen Hackerangriff auf Geräte von Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern bestätigt. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" erklärte Wildberger, es handele sich um "eine Meldung von Apple, dass bestimmte Geräte gegebenenfalls kompromittiert wurden mit sogenannter Spyware". Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe schnell reagiert und alle Betroffenen schriftlich informiert. Weitere Details nannte der Minister nicht.

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hatten seit Donnerstag betroffene iPhones eine Bedrohungsbenachrichtigung von Apple erhalten, wonach ein Angriff mit sogenannter Mercenary Spyware erkannt worden sei. Das BSI schrieb laut ARD: "Über den konkreten Anlass und die Hintergründe der Benachrichtigungen liegen uns derzeit keine näheren Informationen vor". Apple selbst bezeichnet die eigenen Bedrohungsbenachrichtigungen als sehr zuverlässige Warnungen, dass eine Person gezielt angegriffen wurde. Ob der Angriff erfolgreich war, geht aus der Benachrichtigung nicht hervor. Das BSI empfahl laut ARD den Betroffenen, "vorsorglich davon auszugehen, dass das Gerät kompromittiert sein kann".

Spyware kann heimlich Daten von infizierten Smartphones auslesen und in manchen Fällen unbemerkt Kamera und Mikrofon aktivieren. Die aktuellen Warnungen zeigen erneut, wie verwundbar Spitzenpolitiker und staatliche Institutionen gegenüber gezielten Cyberangriffen sind.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Politische Wachsamkeit muss dringend gestärkt werden

Der bestätigte Hackerangriff auf Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder ist ein warnendes Beispiel für die digitale Verwundbarkeit politischer Institutionen. Dass Warnungen von Unternehmen wie Apple rasch an die Behörden weitergereicht werden, zeigt den Ernst der Lage. Die Reaktion des BSI ist angesichts der lückenhaften Informationslage nachvollziehbar. Allerdings verdeutlicht die Aufforderung, vorsorglich von kompromittierten Geräten auszugehen, den hohen Grad an Unsicherheit auch auf Seiten der Behörden. Es sollten jetzt rasch Konsequenzen für die Absicherung sensibler Kommunikationsgeräte folgen. Realistischerweise werden gezielte Angriffe jedoch weiter zunehmen – entscheidend bleibt, ob und wie Politik und Verwaltung daraus nachhaltige Lehren ziehen.

Historischer Hintergrund

Hackerangriffe auf politische Institutionen beschäftigen Deutschland seit mehreren Jahren. Insbesondere bei wichtigen politischen Ereignissen wie Bundestagswahlen wurde wiederholt von Attacken berichtet. Der Einsatz von spezieller Spyware, die unbemerkt auf Geräten installiert wird, fordert Sicherheitsbehörden weltweit heraus. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist in Deutschland für solche Fälle zuständig.

Zukunftsprognose

In Zukunft ist damit zu rechnen, dass Hackerangriffe auf Politiker und Regierungsmitglieder nicht weniger werden. Institutionen werden wahrscheinlich ihre Sicherheitsvorkehrungen und Technik weiter verstärken. Wirtschaftlich könnten Anbieter von IT-Sicherheitslösungen profitieren. Gesellschaftlich wächst das Bewusstsein für digitale Risiken im politischen Raum. International könnte es zu verstärkter Kooperation bei der Abwehr von Cyberangriffen kommen.

Erklärungen

Was ist Spyware?

Spyware ist Schadsoftware, die heimlich auf Geräten installiert wird. Sie kann persönliche Daten auslesen, Aktivitäten aufzeichnen und teilweise Kamera oder Mikrofon unbemerkt einschalten.

OZD-Extras

Die aktuelle Warnung zielt vor allem auf Bundestagsabgeordnete, Regierungsmitglieder und deren Mitarbeiter. Angaben zu den Urhebern des Angriffs wurden nicht gemacht. Für Technologieunternehmen und Börse sind derzeit keine konkreten Folgen bekannt, direkte Auswirkungen lassen sich deshalb aktuell nicht beurteilen.

Gewinnspiel

Wie heißt das Bundesamt, das für Cybersicherheit in Deutschland zuständig ist?

A) Bundesamt für Verfassungsschutz

B) Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

C) Bundesnachrichtendienst

D) Bundeskriminalamt

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.