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SPD-Fraktionsvize warnt vor Koalition mit Linken in Berlin

SPD-Fraktionsvize Möller rät von einer Koalition mit der Linken in Berlin ab. Thema sind Vorwürfe zu Antisemitismus und organisierter Kriminalität.

Fakten im Überblick

SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller spricht sich gegen eine Koalition mit der Linken aus.

Die Themen Antisemitismus und organisierte Kriminalität belasten die Gespräche.

Die Berliner SPD soll enger mit der Bundespartei über das Bündnis abstimmen.

In der SPD wächst der Druck auf den Berliner Landesverband, keine Koalition unter Führung der Linkspartei einzugehen. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller, sagte am Freitag im ARD-"Morgenmagazin" "ich würde es nicht tun". Möller bezog sich dabei auf die "Spiegel"-Berichterstattung, wonach die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp Angst vor Berliner Hamas-Sympathisanten mit Verbindung zur Linken hat. Sie erklärte, politisch sei diese Konstellation wegen der Verbindung einzelner Linker zu organisierter Kriminalität und der ungelösten Probleme mit Antisemitismus ihrer Meinung nach überhaupt nicht gangbar. Die Angst Eralps vor Anhängern der Terrororganisation Hamas zeige, dass das in den Sondierungsgesprächen mit SPD und Grünen gegebene Versprechen der Linken für einen harten Kurs gegen Antisemitismus und organisierte Kriminalität nicht einlösbar sei.

Möller mahnte den Berliner Landesverband der SPD außerdem, dass dieser die Entscheidung über eine Koalition nicht alleine treffen dürfe. Die Berliner SPD befinde sich "nicht im luftleeren Raum". Eine solche Koalition habe am Ende Auswirkungen auf bundespolitischer, womöglich auch auf internationaler Ebene. Deshalb müsse sich die Berliner SPD noch enger mit der Bundespartei abstimmen als bisher.

Der Fraktionschef der Berliner SPD, Steffen Krach, äußerte sich im ZDF-"heute journal" zurückhaltend zu den zeitnah geplanten Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen. Es stehe nicht fest, wie die Gespräche ausgehen. "Es gibt dafür keinen Automatismus, dass wir uns am Ende auch einigen." Das Signal, das durch die Angst Eralps sowohl an die organisierte Kriminalität als auch an Polizei und Staatsanwaltschaft gegeben werde, nannte Krach "verheerend".

Krach kritisierte aber auch den CDU-Bürgermeisterkandidaten Stefan Evers: "Bis heute hat Herr Evers nicht zu Sondierungsgesprächen eingeladen." Er hätte es gut gefunden, wenn es nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus relativ zügig auch Gespräche mit der CDU gegeben hätte, sagte Krach. Sollte Evers noch einladen, werde er "natürlich" hingehen. Auch der Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf kritisierte gegenüber der Mediengruppe Bayern Evers. Die Grünen würden sich Gesprächen mit demokratischen Parteien nie versperren. "Aber das ist jetzt ein wenig spät, nachdem unsere Partei beschlossen hat, Koalitionsverhandlungen mit Linken und SPD aufzunehmen", sagte Graf. "Das scheint mir alles ein wenig ohne Plan zu sein."

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Verunsicherung in Berlin schwächt das Vertrauen

Die offene Kritik aus der Bundespartei an einem Bündnis der Berliner SPD mit der Linken zeigt, wie tief die Risse nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch zwischen Landes- und Bundesebene gehen. Die Themen Antisemitismus und organisierte Kriminalität können eine Koalition schnell diskreditieren. Wenn sogar führende Linken-Politikerinnen von Angst sprechen, bleibt das Vertrauen in eine stabile Zusammenarbeit auf der Strecke. Die Forderung nach enger Abstimmung mit der Bundespartei ist nachvollziehbar. Ob ein Regierungsbündnis unter diesen Umständen tragfähig wäre, erscheint zweifelhaft. Angesichts des öffentlichen und politischen Drucks bleibt Berlin für die Parteien ein heikles Versuchsfeld für linke Koalitionen. Eine nachhaltige Lösung ist kurzfristig kaum zu erwarten.

Historischer Hintergrund

Koalitionsverhandlungen in Berlin sind seit Jahren durch vielschichtige parteipolitische Interessen geprägt. Seit Einzug von Linken, Grünen und SPD ins Abgeordnetenhaus stehen verschiedene Bündnismodelle im Raum. Streit um inhaltliche Vorbehalte, etwa zu Kriminalität und Extremismus, begleitet regelmäßig die Gespräche über Regierungsbildungen. Die CDU bleibt als Oppositionskraft wichtiger Faktor, wenn Koalitionsoptionen offen sind.

Zukunftsprognose

Ob SPD, Linke und Grüne in Berlin tatsächlich ein Bündnis schmieden, hängt an vielen internen Hürden und dem Rückhalt in der Bundespartei. Sollte das Projekt scheitern, könnten die politischen Fronten in der Hauptstadt verhärtet bleiben. Bei einem Zustandekommen der Koalition stünde die neue Landesregierung unter besonderer Beobachtung beim Thema Innere Sicherheit und Antisemitismusbekämpfung. Bundes- und möglicherweise auch internationale Effekte sind realistisch, etwa für das Ansehen der deutschen Hauptstadt und der Parteien.

Erklärungen

Was sind Sondierungsgespräche?

Sondierungsgespräche sind unverbindliche Treffen, bei denen Parteien nach einer Wahl klären, ob genügend gemeinsame Ziele und Vertrauen für Koalitionsverhandlungen bestehen. Erst wenn dieser Rahmen gegeben ist, folgen konkrete Koalitionsverhandlungen.

OZD-Extras

Ob politische Instabilität in Berlin die Börsen bewegt, ist derzeit offen. Investoren beobachten die Entwicklung, bisher gibt es aber keine direkten Auswirkungen auf Aktien oder Währungen.

Gewinnspiel

Wer bezeichnete das Signal an Polizei und Staatsanwaltschaft als "verheerend"?

A) Steffen Krach

B) Siemtje Möller

C) Werner Graf

D) Stefan Evers

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.