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Frankreichs Protest gegen CNews wächst nach tödlichem Anschlag

Nach einem tödlichen rassistischen Angriff fordern Hunderttausende in Frankreich das Verbot des Senders CNews. Die Petition erreicht 500.000 Stimmen.

Fakten im Überblick

Eine Petition für das Verbot von CNews erreichte 500.000 Unterschriften.

CNews wird vorgeworfen, durch Berichterstattung rechtsextreme Positionen zu fördern.

Der tödliche Angriff in Trappes entfachte die Debatte um Medienverantwortung.

Der Schock sitzt tief in Frankreich, nachdem bei Paris ein junger Mann mit kongolesischen Wurzeln Opfer eines tödlichen rassistischen Angriffs wurde. Hunderttausende Menschen geben nun dem Fernsehsender CNews eine Mitschuld und fordern dessen Verbot. Das zeigt eine Petition, die am Montag die Marke von 500.000 Unterschriften überschritten hat. Unterstützer werfen CNews vor, durch migrationsfeindliche Berichterstattung und die Verbreitung rechtsextremer Positionen ein Klima geschaffen zu haben, das solche Taten begünstige. Der Sender allerdings weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Der Angreifer, der 39-jährige Kévin T., war am 23. Oktober im Pariser Vorort Trappes gezielt auf Menschen afrikanischer und maghrebinischer Herkunft losgegangen. Er schoss aus einem Auto mit einer Maschinenpistole, tötete einen 26-jährigen und verletzte sieben weitere Personen. Kévin T. gab später an, bewusst fremdenfeindlich gehandelt zu haben. Die Ermittlungen brachten ans Licht, dass er regelmäßiger Zuschauer von CNews war. Bei Solidaritätskundgebungen trugen Demonstrierende Plakate mit der Botschaft "CNews tötet".

Auch der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, sieht eine Mitverantwortung der Medien. Insbesondere kritisierte er, dass Randalierer am Rande von Demonstrationen pauschal als Jugendliche mit Migrationshintergrund dargestellt worden seien. Bereits im Juni hatte die Medienaufsicht Arcom CNews dazu aufgefordert, ein "offenkundiges und dauerhaftes Ungleichgewicht" in seiner Berichterstattung zu korrigieren, vor allem "bei der Darstellung der Bedrohung, die Migration und der Islam für die französische Gesellschaft darstellen sollen". CNews legte gegen diese Entscheidung Beschwerde beim Staatsrat ein.

CNews gehört zum Medienimperium des Unternehmers Vincent Bolloré. Die Medienaufsicht Arcom vergibt Lizenzen für TV- und Radiosender – an die Achtung der Meinungsvielfalt sind dabei strenge Auflagen geknüpft. Bei Verstößen kann die Behörde Sanktionen aussprechen und im äußersten Fall die Sendegenehmigung entziehen. Die laufende Petition, die CNews inzwischen eine "Propagandamaschine" nennt, wurde schon im Juni von einer Privatperson gestartet, gewann aber erst durch den Anschlag in Trappes an Dynamik. Zuletzt war CNews auch in die Kritik geraten, weil die prorussische Kommentatorin Xenia Feodorova trotz Ausweisung aus Frankreich weiterhin eingeladen wurde.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Die Macht der Worte und die Grenzen der Meinungsfreiheit

Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie groß der Einfluss von Medien auf gesellschaftliche Stimmungen sein kann. Die Forderung nach dem Verbot eines Senders wie CNews, der offen migrationskritische und rechtsextreme Positionen sendet, ist Ausdruck tiefer Verunsicherung und Wut nach einer schockierenden Gewalttat. Doch ein Senderverbot berührt auch die Grundwerte der Meinungsfreiheit. Gerade in Frankreich, wo die Pressefreiheit hochgehalten wird, ist die Balance zwischen freier Debatte und dem Schutz vor Hass entscheidend. Es ist Aufgabe der Medienaufsicht, Sanktionen bei Missbrauch zu ergreifen, aber auch die Zivilgesellschaft muss wachsam bleiben. Wenn aus Empörung und Schmerz nun eine breit angelegte Debatte über journalistische Verantwortung entsteht, kann das gesellschaftliche Bewusstsein für faire und ausgleichende Berichterstattung gestärkt werden. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob wirklich Konsequenzen gezogen werden oder ob die Debatte letztlich in politischen Ritualen erstickt.

Historischer Hintergrund

CNews ist Teil des Medienkonzerns von Vincent Bolloré und steht seit Jahren für eine konservative bis rechtspopulistische Linie. In Frankreich eskalieren immer wieder Debatten über Migration und Integration, die auch von Medien mitgeprägt werden. Die Medienaufsicht Arcom überwacht die Einhaltung von Regeln zur Meinungsvielfalt und hat schon im Juni Kritik an CNews geäußert. Wiederholte Fälle migrationskritischer und islamfeindlicher Rhetorik haben zu gesellschaftlichen Spannungen geführt, die nun nach dem Anschlag in Trappes ihren vorläufigen Höhepunkt fanden.

Zukunftsprognose

Sollte die Nationalversammlung die Petition aufgreifen, könnte eine breite öffentliche Debatte über die Rolle von Medien bei politischer Radikalisierung entstehen. Politisch ist es denkbar, dass die Medienaufsicht härtere Maßnahmen gegen CNews oder ähnliche Sender prüft. Wirtschaftlich könnten Werbekunden vorsichtiger werden, was sich auf den Sender auswirken könnte. International dürfte Frankreichs Umgang mit kritischen Medien genau beobachtet werden, denn die Diskussion berührt grundlegende Werte der Pressefreiheit und Meinungsvielfalt.

Erklärungen

Was ist CNews?

CNews ist ein privater französischer Fernsehsender, der überwiegend Nachrichten und politische Debatten ausstrahlt. Der Sender gehört zum Konzern von Vincent Bolloré und ist bekannt für seine konservative Ausrichtung.

Was macht die Medienaufsicht Arcom?

Die Medienaufsichtsbehörde Arcom vergibt Lizenzen für TV- und Radiosender in Frankreich. Sie achtet auf Meinungsvielfalt und kann Sanktionen bis zum Sendestopp verhängen, wenn Sender gegen Auflagen verstoßen.

OZD-Extras

Die Petition gegen CNews gewann nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Trappes innerhalb weniger Tage mehrere hunderttausend Unterstützer hinzu.

Die mediale und gesellschaftliche Debatte über die Verantwortung von Fernseh- und Radioprogrammen dürfte auch in internationalen Medien großes Interesse wecken.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf die Aktienkurse von Medienunternehmen sind aktuell nicht absehbar, könnten aber eintreten, sollte die Debatte zur Schließung oder zu Werberückzügen führen.

Gewinnspiel

Wie lautet der Name der französischen Medienaufsicht, die CNews kontrolliert?

A) CSA

B) Arcom

C) OFAC

D) CSA France

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.