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BMW spürt Gewinneinbruch: China belastet Münchener Autobauer

BMW bleibt unter Druck: Der Autobauer verzeichnet im dritten Quartal sinkenden Gewinn und Umsatz, vor allem wegen Problemen im China-Geschäft.

Fakten im Überblick

BMW verzeichnet im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um rund 15 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro.

Das China-Geschäft bricht erneut ein, die Auslieferungen gehen um 24,8 Prozent zurück.

BMW senkt seine Jahresprognose, die erwartete Ebit-Marge liegt nun bei minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent.

BMW steuert weiter durch schwieriges Fahrwasser. Der traditionsreiche Münchener Autobauer musste im dritten Quartal einen erneuten Gewinnrückgang hinnehmen. Wie das Unternehmen mitteilte, sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 15 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Auch der Umsatz blieb nicht verschont und fiel um fast sechs Prozent auf 30,45 Milliarden Euro. Hauptursache für diese Entwicklung ist die anhaltende Schwäche des China-Geschäfts. Während andere deutsche Autobauer bereits zuvor unter den veränderten Marktbedingungen litten, hat BMW das China-Geschäft zunehmend verloren. Die Auslieferungen in der Volksrepublik hatten bereits im vergangenen Jahr den tiefsten Stand seit 2017 erreicht. Im abgelaufenen Quartal rutschten sie nun noch einmal um 24,8 Prozent ab.

Diese Einbußen spiegeln sich auch im globalen Absatz wider, der um 6,3 Prozent zurückging. Europa und die USA zeigten hingegen leichte Zuwächse. Dort verkaufte BMW jeweils rund 2,5 Prozent mehr Fahrzeuge. Die schlechten Zahlen aus China wiegen jedoch schwer. Am Dienstag stellte BMW seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr nach unten um. Die Prognose für die Marge des Gewinns vor Zinsen und Steuern im Automobilsegment liegt nach Unternehmensangaben nun nur noch zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent – zuvor hatte man noch mit einer Spanne von ein bis drei Prozent gerechnet.

Die Branche insgesamt ist von großen Herausforderungen geprägt. Neben dem wegbrechenden China-Geschäft machen den deutschen Autobauern auch die hohen US-Zölle und die im Vergleich zu klassischen Verbrennern niedrigeren Gewinnmargen bei Elektroautos zu schaffen. Hinzu kommt, dass die starke chinesische Konkurrenz mit eigenen Exporten nach Europa drängt. Ob BMW den Abwärtstrend bald stoppen kann, bleibt angesichts des rauen Umfelds offen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – BMW unter Druck – Richtungsentscheidung gefordert

Der starke Gewinneinbruch bei BMW zeigt die ganze Härte der globalen Automobilkrise. Der Traditionshersteller wird von mehreren Seiten unter Druck gesetzt: Das China-Geschäft, einst der Wachstumsmotor, bricht empfindlich ein. Gleichzeitig schmälern Elektroautos die Renditen, während US-Zölle Exporte erschweren. Die aggressive Expansion chinesischer Hersteller nach Europa erhöht zusätzlich den Konkurrenzdruck. BMW muss jetzt schnell und mutig reagieren, will man den Anschluss nicht verlieren. Innovative Produkte, gezielte E-Mobilitätsstrategien und neue Absatzmärkte könnten die Antwort sein, doch die Umsetzung ist herausfordernd. Es ist zu erwarten, dass 2024 ein weiteres hartes Jahr für BMW und die deutsche Autoindustrie wird. Ein Richtungswechsel ist dringend notwendig, um in einem sich rasch wandelnden Markt bestehen zu können.

Historischer Hintergrund

Der weltweite Automobilmarkt erlebte in den letzten Jahren massive Veränderungen. Vor allem der Absatz in China, lange Jahre der wichtigste Wachstumsmarkt für BMW und andere deutsche Hersteller, rückte ins Zentrum strategischer Planungen. Rückläufige Zahlen in China und die fortschreitende E-Mobilitätswende stellen Hersteller wie BMW inzwischen vor große Herausforderungen. Dazu kommt der wachsende internationale Wettbewerb, insbesondere durch chinesische Marken, die sich mit Exporten nach Europa und Nordamerika immer stärker positionieren. Deutschland und insbesondere München als Sitz von BMW sind seit Jahrzehnten wichtige Standorte für die europäische Autoindustrie.

Zukunftsprognose

Bleibt das China-Geschäft schwach, drohen langfristige Einbußen bei Gewinn und Marktanteilen. Sollte BMW keinen Weg finden, die Absatzprobleme dort zu lösen, könnte sich die wirtschaftliche Unsicherheit noch verstärken. Politisch könnte der Druck auf Autokonzerne steigen, schneller auf Elektromobilität umzustellen und neue Märkte zu erschließen. Die Expansion chinesischer Hersteller in Europa dürfte den Wettbewerb verschärfen und damit den Preisdruck auf dem europäischen Automarkt nachhaltig erhöhen. Auch Währungen und Börsenkurse deutscher Autobauer dürften abhängig vom globalen Absatz weiter volatil bleiben.

Erklärungen

Was ist die Ebit-Marge?

Die Ebit-Marge misst das Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) zum Gesamtumsatz eines Unternehmens. Sie zeigt, wie profitabel ein Unternehmen aus dem operativen Geschäft ist, ohne dass Finanzierung und Steuern den Gewinn beeinflussen.

Warum ist das China-Geschäft für Autobauer so wichtig?

Für BMW, aber auch für andere große Autobauer, ist China in den letzten zwei Jahrzehnten zum wichtigsten Einzelmarkt der Welt geworden. Dort wird ein erheblicher Teil der globalen Fahrzeuge verkauft, weshalb Absatzrückgänge wie aktuell drastische Folgen für Gewinn und Wachstum haben.

OZD-Extras

Seit rund einem Jahr zeigt auch der Aktienkurs von BMW deutliche Schwankungen, vor allem getrieben durch die Nachrichten zum China-Geschäft und zu E-Mobilität. Analysten erwarten, dass sich der Kursverlauf auch künftig an den Absatzzahlen und an Margenentwicklungen orientieren wird, sodass positive Nachrichten aus China womöglich direkte Auswirkungen auf den Marktwert hätten.

Gewinnspiel

Wie stark gingen die BMW-Auslieferungen in China im letzten Quartal zurück?

A) Um 10,2 Prozent

B) Um 24,8 Prozent

C) Um 6,3 Prozent

D) Um 2,5 Prozent

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.