Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Wintersportort Crans-Montana haben die Behörden inzwischen 24 der insgesamt 40 Todesopfer identifiziert. Wie die Polizei des Kantons Wallis am Sonntag mitteilte, handelt es sich darunter um elf Minderjährige sowie sechs Opfer aus dem Ausland.
Nach acht bereits zuvor identifizierten Schweizern konnten nun zehn weitere Schweizerinnen und Schweizer im Alter zwischen 14 und 31 Jahren eindeutig identifiziert werden. Bei den weiteren bekannten Opfern handelt es sich um zwei 16-jährige Italiener, einen 16-Jährigen mit italienischer und emiratischer Staatsangehörigkeit, einen 39-jährigen Franzosen, einen 18-jährigen Rumänen sowie einen 18-jährigen Türken.
Das Feuer war in der Silvesternacht in der Bar Le Constellation ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen den Jahreswechsel feierten. Neben den Todesopfern wurden 119 Menschen verletzt, von denen einige ebenfalls noch nicht identifiziert werden konnten. Die Identifizierungsarbeiten gestalten sich nach Angaben der Behörden schwierig und dauern an.
Unterdessen hat die Schweizer Justiz Ermittlungen gegen die Betreiber der Bar aufgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Brandstiftung ermittelt. Die genauen Umstände des Feuers und mögliche Verstöße gegen Sicherheitsauflagen sind Gegenstand der laufenden Untersuchungen. OZD
OZD-Kommentar – Eine Silvesternacht, die alles verändert hat
Was als ausgelassene Feier begann, endete in einer nationalen Tragödie. Dass unter den Toten so viele Jugendliche sind, macht das Unglück besonders erschütternd. Nun wird sich zeigen müssen, ob Versäumnisse, Profitgier oder fahrlässige Nachlässigkeit zu diesem Inferno beigetragen haben. Sollte sich der Verdacht erhärten, wäre diese Katastrophe nicht nur ein Unglück – sondern ein Skandal mit langfristigen Folgen für den Umgang mit Sicherheit im Nachtleben.
Mini-Infobox
Ort: Crans-Montana (Schweiz)
Todesopfer: 40 (24 identifiziert)
Verletzte: 119
Ermittlungen: Fahrlässige Tötung und Brandstiftung
OZD-AnalyseAusmaß der Katastrophe
a) Hohe Zahl junger Opfer
b) Internationale Betroffenheit
c) Schwierige Identifizierungsarbeiten
Ermittlungen gegen Betreiber
a) Verdacht auf fahrlässiges Handeln
b) Prüfung von Sicherheitsauflagen
c) Mögliche strafrechtliche Konsequenzen
Gesellschaftliche Folgen
a) Debatte über Brandschutz in Clubs
b) Vertrauensverlust in Betreiber
c) Politischer Druck auf Behörden
Erklärungen
Was ist Crans-Montana?
Crans-Montana ist ein international bekannter Ski- und Ferienort im
Schweizer Kanton Wallis, der besonders bei jungen Touristen für sein
Nachtleben beliebt ist.
Was bedeutet fahrlässige Tötung im Schweizer Recht?
Fahrlässige Tötung liegt vor, wenn der Tod eines Menschen durch
mangelnde Sorgfalt verursacht wird, ohne dass eine vorsätzliche
Tötungsabsicht bestand.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
Die Ermittlungen könnten zu strengeren Sicherheitsauflagen für Bars und Clubs in Schweizer Tourismusorten führen.