Der Vampir-Horrorfilm Blood & Sinners hat Filmgeschichte geschrieben. Mit 16 Oscar-Nominierungen stellte das Werk von Regisseur Ryan Coogler einen neuen Allzeit-Rekord auf. Nie zuvor war ein Film in so vielen Kategorien für den wichtigsten Filmpreis der Welt nominiert worden – darunter auch in der Königskategorie „Bester Film“. Im Mittelpunkt steht Michael B. Jordan, der in einer Doppelrolle kämpfende Zwillingsbrüder verkörpert, die sich in den rassistisch geprägten USA der 1930er-Jahre nicht nur mit übernatürlichen Mächten, sondern auch mit realem Hass auseinandersetzen müssen. Jordan ist als bester Hauptdarsteller nominiert.In den Nebendarsteller-Kategorien wurden Delroy Lindo und Wunmi Mosaku berücksichtigt. Eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin blieb dem Film jedoch verwehrt. Der bisherige Rekord von 14 Nominierungen, gehalten von Klassikern wie Titanic, Alles über Eva und La La Land, wurde damit deutlich übertroffen.
OZD-Kommentar: Bilderbuch reicht
Die Oscar-Jury liebt es bequem. Sicher. Harmlos. Am besten bunt. Wenn ein Film niemandem wehtut, keine Haltung verlangt und sich problemlos zwischen Popcorn und Familienabend einordnen lässt, stehen die Chancen plötzlich hervorragend. Willkommen im Zeitalter des Akademie-Kuschelkinos.
Während mutige, düstere oder politisch unbequeme Stoffe regelmäßig durchrutschen, feiert die Jury Kinderfilme und weichgespülte Wohlfühlwerke wie moralische Großtaten. Bloß nichts Riskantes. Bloß keine Kontroverse. Bloß kein Film, der nachwirkt, stört oder Fragen stellt, die über den Abspann hinaus unbequem bleiben.
Die Jury agiert dabei weniger wie ein kulturelles Korrektiv, sondern zunehmend wie ein pädagogischer Ausschuss mit Angst vor Gegenwind. Lieber Animation statt Abgrund, lieber nette Botschaft statt echter Aussage. Kino als Schonraum – ausgezeichnet von Menschen, die offenbar vergessen haben, dass Film einmal Kunst war und kein Bastelnachmittag.
Das Problem ist nicht der Kinderfilm an sich. Das Problem ist die Flucht der Jury vor Erwachsenheit. Wer alles Glatte ehrt und alles Sperrige meidet, verliert seine Relevanz. Dann wird der Oscar vom Ritterschlag zur Teilnahmeurkunde – und von der größten Filmauszeichnung der Welt zum Symbol einer Branche, die lieber gefallen will als gestalten.
Wenn das so weitergeht, braucht die Jury bald keine Leinwand mehr. Ein Bilderbuch reicht.
Gewinnspiel
Frage:
Wie viele Oscar-Nominierungen erhielt „Blood & Sinners“?
Zur Teilnahme:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
(Richtige Antwort ergibt sich eindeutig aus dem Artikeltext.)

Historischer Hintergrund
Oscar-Rekorde galten lange als Domäne klassischer Monumentalfilme und romantischer Dramen. Horrorfilme wurden von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences traditionell eher ignoriert oder auf technische Kategorien beschränkt. Selbst stilprägende Werke des Genres erreichten selten zweistellige Nominierungszahlen. Mit „Blood & Sinners“ gelingt nun erstmals einem Horrorfilm der vollständige Durchbruch in alle zentralen Kategorien – ein Bruch mit jahrzehntelanger Oscar-Tradition.
Zukunftsprognose
Der Rekord dürfte nachhaltige Folgen haben. Branchenexperten erwarten, dass Genre-Filme – insbesondere Horror, Fantasy und Science-Fiction – künftig deutlich ernster genommen werden. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Academy, ihre Bewertungsmaßstäbe weiter zu öffnen. „Blood & Sinners“ könnte damit zum Wendepunkt werden, an dem das Oscar-Rennen endgültig vielfältiger und unberechenbarer wird.
Rekordfilme bei den Oscars erreichen oft nicht nur hohe Nominierungszahlen, sondern verändern langfristig die Wahrnehmung ganzer Genres innerhalb der Filmindustrie.
OZD-Extra
Mit 16 Nominierungen übertrifft „Blood & Sinners“ nicht nur Klassiker – der Film hat mehr Oscar-Chancen als jede Produktion zuvor in der Geschichte der Academy Awards.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
