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Wolff draußen, Späth drin: Bundestrainer erklärt umstrittenen Keeper-Wechsel

Nach dem Verzicht auf Andreas Wolff gegen Dänemark erklärt Bundestrainer Alfred Gislason seine Entscheidung mit klarer taktischer Logik.

Nach der Niederlage im entscheidenden Hauptrundenspiel gegen Olympiasieger Dänemark stand eine Personalentscheidung besonders im Fokus. Bundestrainer Alfred Gislason verteidigte seinen weitgehenden Verzicht auf Torhüter Andreas Wolff und verwies auf die besondere Spielweise des Gegners. „David ist aus dem Rückraum eher einer, der besser steht. Andi ist aus der Nahdistanz der Beste, den es gibt. Dass die Dänen sehr viel aus dem Rückraum kommen, das wissen alle Handball-Experten“, sagte der Isländer nach dem 26:31 in der ARD.


Gislason hatte sich im dritten EM-Hauptrundenspiel für David Späth als Starttorhüter entschieden. Zwei Tage zuvor hatte Wolff mit 22 Paraden gegen Norwegen noch maßgeblichen Anteil am deutschen Erfolg gehabt. Gegen Dänemark kam der Europameister von 2016 jedoch erst in der 51. Minute beim Stand von 19:26 ins Spiel, als die Partie praktisch entschieden war. Späth stand bis dahin durchgehend im Tor, konnte den Leistungsabfall der DHB-Auswahl nach der Pause aber nicht aufhalten. Am Ende standen neun Paraden und eine Quote von 26 Prozent.


Für Gislason bestätigt der Auftritt dennoch die Qualität auf der Torhüterposition. „Jetzt haben wir gesehen oder beweisen können, dass wir zwei Weltklasse-Torhüter haben“, sagte der Bundestrainer. „Das ist fast egal, wer von beiden spielt.“ Wolff habe zudem in der Vergangenheit „oft nicht gut gegen Dänemark gespielt“. Hinzu komme die hohe Belastung des Kielers, der in den fünf EM-Spielen zuvor stark gefordert gewesen sei.
Eigentlich habe es die Empfehlung gegeben, Wolff bereits im vorherigen Spiel zu schonen. „Aber da hab ich gesagt: ‚Das kommt nicht infrage‘. Und da hat er super gespielt“, erklärte Gislason. Nun sei es wichtig gewesen, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Das Vertrauen in Späth sei groß. Entscheidend sei, dass die Abwehr funktioniere


Überraschend hatte der 66-Jährige zudem auf die etatmäßigen Außen Lukas Mertens und Lukas Zerbe verzichtet. Stattdessen nominierte er nur Mathis Häseler und Rune Dahmke für die Partie. Der Grund war auch hier Vorsicht. „Ich wollte diese beiden Spieler auf Außen frischer haben im nächsten Spiel“, sagte Gislason und verwies auf die enorme Belastung. „Beide waren schon an dem Punkt, dass ich Angst hatte, dass sie sich verletzen. Wir werden die noch gesund brauchen.“
Trotz der Niederlage bleibt die Ausgangslage für Deutschland komfortabel. Ein Unentschieden im abschließenden Hauptrundenspiel gegen Titelverteidiger Frankreich reicht bereits aus, um das Ticket für das Halbfinale zu lösen.
OZD / ©SID


OZD-Kommentar: Vernunft schlägt Emotion
Torhüter-Entscheidungen sind im Handball immer hochemotional, doch Gislason handelt nachvollziehbar und nüchtern. Er denkt in Belastungssteuerung und Matchplänen, nicht in Heldengeschichten. Die Kritik greift zu kurz, denn langfristig entscheidet nicht ein Spiel, sondern die Stabilität des Kaders. Bleibt der Bundestrainer diesem Kurs treu, wird Deutschland bei großen Turnieren konstanter auftreten und genau davon könnte die DHB-Auswahl im Halbfinale profitieren.

Historischer Hintergrund:
Im modernen Handball ist die Torhüterrotation längst ein taktisches Instrument. Unterschiedliche Wurfprofile der Gegner erfordern angepasste Keeper-Typen. Bundestrainer setzen zunehmend auf Belastungsmanagement, um Verletzungen zu vermeiden und Leistungsspitzen gezielt zu setzen. Deutschland folgt damit einem internationalen Trend.

Zukunftsprognose:
Auch in den kommenden Spielen ist mit flexiblen Torhüter- und Kaderentscheidungen zu rechnen. Gislason dürfte weiter situationsbezogen aufstellen, abhängig vom Gegner und der Belastung einzelner Spieler. Für die DHB-Auswahl erhöht das die Variabilität, setzt aber Vertrauen und Akzeptanz innerhalb des Teams voraus.


Torhüter gegen Dänemark: 

Start Späth, Einsatz Wolff ab Minute 51, Späth mit neun Paraden, Wolff zuvor gegen Norwegen mit 22 Paraden.


Gewinnspiel
Welcher Torhüter startete für Deutschland im EM-Hauptrundenspiel gegen Dänemark?
A) Andreas Wolff
B) David Späth
C) Johannes Bitter
D) Silvio Heinevetter

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Wissensblock

OZD-Analyse

Taktische Abwägung: 

a) – Dänemarks Rückraumstärke, 

b) – unterschiedliche Keeper-Profile, 

c) – Spielvorbereitung nach Wurfmustern.

Belastungssteuerung: 

a) – viele Einsatzminuten für Wolff, 

b) – Verletzungsrisiken, 

c) – langfristige Turnierplanung.

Kaderbreite: 

a) – Vertrauen in Späth, 

b) – Rotation auch auf Außen, 

c) – Stabilität über das gesamte Turnier.


Lernbox
Im Handball reagieren Trainer gezielt auf das Wurfverhalten des Gegners. Torhüter werden deshalb nicht nur nach Form, sondern auch nach taktischer Passung eingesetzt.

Mini-Infobox
– EM-Hauptrundenspiel gegen Dänemark
– Starttorhüter: David Späth
– Andreas Wolff ab Minute 51
– Remis gegen Frankreich reicht fürs Halbfinale


OZD-Extra
Belastungsmanagement gilt im internationalen Handball als Schlüssel, um Verletzungen in langen Turnieren zu vermeiden.


Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild SID