Steigende Investitionsausgaben haben den Aktienkurs des US-Internetriesen Amazon deutlich unter Druck gesetzt. Im nachbörslichen Handel am Donnerstag brach die Aktie um mehr als acht Prozent ein. Auslöser war weniger das operative Geschäft als vielmehr der Ausblick auf massiv steigende Ausgaben.
Dabei konnte Amazon für das vierte Quartal 2025 solide Zahlen vorlegen. Der Online-Händler und Cloud-Anbieter erzielte einen Umsatz von 213,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 21,2 Milliarden Dollar. Dennoch überwogen bei Investoren die Sorgen über die strategische Ausrichtung des Konzerns.
Amazon-Chef Andy Jassy kündigte für das laufende Jahr Investitionen in Höhe von rund 200 Milliarden Dollar an. Die Mittel sollen vor allem in Künstliche Intelligenz, neue Chips, Robotik sowie erdnahe Satelliten fließen. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit etwa 147 Milliarden Dollar gerechnet – die Diskrepanz sorgte für erhebliche Nervosität an den Märkten.
Amazon steht mit dieser Strategie nicht allein da. Zahlreiche große US-Technologiekonzerne pumpen derzeit enorme Summen in KI-Infrastruktur und -Entwicklung. Gleichzeitig wächst bei Anlegern die Angst, dass sich eine Überhitzung abzeichnet. Immer häufiger wird vor einer möglichen KI-Blase gewarnt, deren Platzen massive Folgen für die Tech-Branche haben könnte. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Wachstum um jeden Preis
Amazon zeigt einmal mehr, wie groß der Spagat zwischen Vision und Börsenerwartung geworden ist. Rekordumsätze und Milliardengewinne reichen nicht mehr aus, wenn Investoren das Gefühl bekommen, die Kosten laufen davon. Die Ankündigung von 200 Milliarden Dollar Investitionen wirkt wie ein Schock – nicht weil Innovation falsch wäre, sondern weil das Tempo beängstigend ist. Der KI-Hype treibt Konzerne zu immer größeren Wetten auf die Zukunft. Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI die Wirtschaft verändert, sondern wer die Geduld und die Nerven der Kapitalmärkte überstrapaziert. Amazon setzt alles auf die Zukunft – und riskiert damit kurzfristig das Vertrauen der Anleger.
Historischer Hintergrund
Amazon hat in seiner Geschichte immer wieder massiv investiert, lange bevor sich neue Geschäftsfelder rentierten. Besonders der Aufbau von Amazon Web Services galt zunächst als riskant, entwickelte sich später jedoch zum profitabelsten Bereich des Konzerns. Auch aktuelle Investitionen in KI und Automatisierung folgen dieser Logik – allerdings in einer Phase, in der die Märkte deutlich sensibler auf Kostenexplosionen reagieren.
Zukunftsprognose
Kurzfristig dürfte die Amazon-Aktie volatil bleiben, solange Unsicherheit über die Rentabilität der KI-Investitionen besteht. Mittelfristig hängt alles davon ab, ob es dem Konzern gelingt, aus den Milliardenprojekten neue, stabile Erlösquellen zu schaffen. Gelingt dies, könnten sich die aktuellen Kursverluste als Delle erweisen – scheitert die Strategie, droht ein tieferer Vertrauensverlust.
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Frage:
Wie hoch sind die von Amazon für das laufende Jahr angekündigten Investitionsausgaben?
A) 120 Milliarden Dollar
B) 147 Milliarden Dollar
C) 180 Milliarden Dollar
D) 200 Milliarden Dollar
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Mini-Infobox
– Kursreaktion: über −8 % nachbörslich
– Quartalsumsatz: 213,4 Mrd. Dollar
– Quartalsgewinn: 21,2 Mrd. Dollar
– Investitionsplan 2026: 200 Mrd. Dollar
– Fokus: KI, Chips, Robotik, Satelliten
OZD-Analyse
Gründe für den Kurseinbruch
a) Unerwartet hohe Investitionssumme
b) Angst vor sinkenden Margen
c) Sensibles Marktumfeld
Rolle der Künstlichen Intelligenz
a) Strategischer Wachstumstreiber
b) Hoher Kapitalbedarf
c) Unklare kurzfristige Rendite
Bedeutung für den Tech-Sektor
a) Signalwirkung für andere Konzerne
b) Zunehmende Skepsis der Anleger
c) Gefahr einer KI-Überhitzung

Erklärung
Was ist Amazon Web Services (AWS)?
Amazon Web Services ist das Cloud-Geschäft von Amazon und zählt zu den
weltweit größten Anbietern von Rechenleistung, Datenspeicherung und
KI-Infrastruktur. AWS gilt als zentraler Profiteur des aktuellen
KI-Booms.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras
Einordnung: Trotz des Kurssturzes bleibt Amazon eines der wertvollsten Unternehmen der Welt – doch die Geduld der Anleger wird aktuell auf eine harte Probe gestellt.
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