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Geiger greift wieder an: Olympia-Gold in Reichweite?

Vinzenz Geiger mischt nach einem starken Sprung im Medaillenrennen mit. 29 Sekunden Rückstand – und vor ihm nur die ganz großen Namen. Jetzt wartet ein harter 10-km-Kampf.

Vinzenz Geiger ist mit einem starken Sprung in den olympischen Kombinations-Wettbewerb von der Normalschanze gestartet und darf im Val di Fiemme weiter von einer Medaille träumen. Der zweimalige Olympiasieger aus Oberstdorf landete in Predazzo bei 98,0 Metern und geht als Achter mit nur 29 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Kristjan Ilves aus Estland in den 10-km-Skilanglauf in Lago di Tesero.

Direkt vor Geiger startet mit Jens Luraas Oftebro einer der stärksten Läufer im Feld. Nur eine Sekunde trennt die beiden. „Er ist direkt bei mir. Ich werde versuchen, an ihm dran zu bleiben. Am Schluss ist dann immer alles möglich. Es wird ein sehr hartes Rennen - mal schauen, was mein Körper hergibt“, sagte Geiger kämpferisch.

Auch Johannes Rydzek und Julian Schmid halten als Zwölfter und Dreizehnter Anschluss, während Johannes Lamparter als Sechster ebenfalls in Schlagdistanz liegt. Für Geiger ist es ein wichtiger Wettkampf: Nach Knieproblemen im Abschlusstraining zeigte er sich am Wettkampftag weitgehend beschwerdefrei.

Die Normalschanze ist traditionell deutsches Terrain. Bereits in Peking 2022 hatte Geiger hier Gold gewonnen – in einem packenden Finish. Doch diesmal geht es um mehr als nur eine Medaille: Die Zukunft der Nordischen Kombination bei Olympia steht auf dem Prüfstand.

OZD-Kommentar – Kampf um Gold und Zukunft

Vinzenz Geiger kämpft nicht nur um eine Medaille, sondern um die Relevanz seiner Sportart. Wenn das IOC die Nordische Kombination beobachtet, entscheidet es indirekt über Tradition, Identität und Zukunft. Dass die Frauen weiterhin nicht olympisch starten dürfen, ist ein sportpolitischer Skandal. Geigers Auftritt ist deshalb doppelt bedeutsam: sportlich und symbolisch. Sollte Deutschland erneut triumphieren, stärkt das die Argumente für den Erhalt der Kombination im olympischen Programm. Doch eines ist klar: Ohne Modernisierung und Gleichberechtigung wird es langfristig schwer.

Historischer Hintergrund

Die Nordische Kombination gehört seit den ersten Winterspielen 1924 in Chamonix zum olympischen Programm. Deutschland stellt mit zahlreichen Olympiasiegern eine der erfolgreichsten Nationen. Dennoch steht die Sportart immer wieder unter Reformdruck – insbesondere wegen mangelnder globaler Verbreitung und fehlender Frauenwettbewerbe.

Zukunftsprognose

Die Entscheidung über Olympia 2030 könnte richtungsweisend werden. Sollte die Kombination nicht genügend internationale Strahlkraft entwickeln, droht ein Aus aus dem Programm. Erfolgreiche Wettkämpfe in Italien könnten jedoch die Argumente für den Erhalt stärken.

Mini-Infobox

98,0 m: Geigers Sprungweite

29 Sekunden Rückstand auf Ilves

10 km Langlauf entscheidet über die Medaillen

OZD-Analyse

Sportliche Ausgangslage
– Geiger in Schlagdistanz zur Spitze
– Oftebro als gefährlichster Läufer direkt vor ihm

Team-Perspektive
– Rydzek und Schmid mit Außenseiterchancen
– Deutschland traditionell stark auf der Normalschanze

Politische Dimension
– IOC prüft Zukunft der Nordischen Kombination
– Frauen weiterhin nicht im olympischen Programm

Erklärungen

Wer ist Vinzenz Geiger?
Vinzenz Geiger ist ein deutscher Nordischer Kombinierer und zweifacher Olympiasieger. Er gewann 2022 in Peking Gold im Einzel von der Normalschanze und gehört seit Jahren zur Weltspitze.

Was ist die Nordische Kombination?
Die Nordische Kombination verbindet Skispringen und Skilanglauf. Die Startreihenfolge im Langlauf ergibt sich aus dem Ergebnis des Sprungwettbewerbs.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras

Fun-Fact: In der Geschichte der Olympischen Winterspiele stellte Deutschland in der Nordischen Kombination mehr Goldmedaillengewinner als jede andere Nation.