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Kiew friert sich zu tode – Tausende ohne Strom und Heizung

Raketen, Drohnen, eisige Temperaturen: Bei neuen russischen Angriffen sterben zwei Menschen im Osten der Ukraine. In Kiew fallen tausende Wohnungen ohne Strom und Heizung aus. Die UNO spricht von Verstößen gegen das Völkerrecht.

Bei erneuten russischen Angriffen auf die Ukraine sind im Osten des Landes zwei Menschen getötet worden. In der Stadt Losowa seien ein Mann und eine Frau durch Raketen- und Drohnenangriffe in ihrem Haus ums Leben gekommen, teilte der örtliche Verantwortliche Serhij Selenskyj mit. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. „Es war eine der schrecklichsten Nächte für unsere Gemeinde seit Beginn der russischen Invasion“ im Jahr 2022, sagte er.

Auch die Hauptstadt Kiew ist schwer betroffen. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko waren infolge massiver Angriffe fast 2600 weitere Wohngebäude ohne Heizung. Bereits zuvor mussten rund 1100 der insgesamt 12.000 Apartmentblocks in der ukrainischen Hauptstadt ohne Wärmeversorgung auskommen, nachdem ein wichtiges Kraftwerk beschädigt worden war.

Die Vereinte Nationen (UNO) forderten Russland auf, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur umgehend einzustellen. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte, Hunderttausende Zivilisten seien ohne Strom und Heizung aufgewacht. Das gezielte Angreifen ziviler Infrastruktur sei nach dem humanitären Völkerrecht verboten. „Ich fordere Russland auf, diese Angriffe unverzüglich einzustellen.“

Seit Monaten nehmen die russischen Streitkräfte insbesondere die Energieinfrastruktur ins Visier. Hunderttausende Menschen mussten bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius ohne Strom und Heizung auskommen – es ist der bisher kälteste Winter in der Ukraine seit Kriegsbeginn. Viele Schulen bleiben geschlossen, Krankenhäuser arbeiten eingeschränkt, zahlreiche Haushalte erhalten nur wenige Stunden Strom pro Tag.

Auch Russland meldete Angriffe. In der südrussischen Region Wolgograd sei ein Raketenangriff abgewehrt worden, teilte Gouverneur Andrej Botscharow mit. Durch herabfallende Trümmer geriet eine militärische Einrichtung in Brand, das Dorf Kotluban wurde evakuiert. In der Region Tambow lösten ukrainische Drohnenangriffe ebenfalls einen Brand aus, Verletzte gab es dort nicht.

Trotz jüngster Verhandlungsrunden – zuletzt in Abu Dhabi – gehen die Kämpfe unvermindert weiter. Zwar sprechen alle Seiten von Fortschritten, doch ein Durchbruch ist bislang nicht in Sicht. Während diplomatisch verhandelt wird, frieren in der Ukraine weiterhin hunderttausende Menschen.

OZD

OZD-Kommentar – Krieg gegen die Infrastruktur

Dieser Krieg wird nicht nur an Frontlinien geführt, sondern in Heizungsräumen und Stromnetzen. Wer Kraftwerke angreift, trifft nicht Soldaten, sondern Familien. Wenn Schulen schließen und Krankenhäuser im Notbetrieb laufen, ist das keine militärische Randnotiz – es ist humanitäre Realität.

Die UNO erinnert an das Völkerrecht. Doch Appelle allein verändern keinen Kriegsverlauf. Solange strategische Infrastruktur Ziel bleibt, wird der Winter zur Waffe.

Die jüngsten Verhandlungen zeigen: Diplomatie lebt – aber sie wirkt nicht schnell genug. Für die Menschen in Kiew zählt jeder Grad Celsius.

Historischer Hintergrund

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 steht die ukrainische Energieinfrastruktur immer wieder im Fokus massiver Angriffe. Besonders in den Wintermonaten verschärfen beschädigte Strom- und Heizsysteme die humanitäre Lage erheblich.

Zukunftsprognose

Sollten keine tragfähigen Vereinbarungen zum Schutz ziviler Infrastruktur erzielt werden, ist mit weiteren großflächigen Ausfällen zu rechnen. Die humanitäre Belastung könnte den internationalen Druck auf Moskau erhöhen – zugleich aber auch die militärische Eskalationsspirale weiter antreiben.



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Mini-Infobox

Tote: 2 Menschen in Losowa

Verletzte: 6 weitere Personen

Kiew: Rund 2600 Gebäude ohne Heizung

UNO-Forderung: Stopp der Angriffe auf Energieinfrastruktur

Kontext: Kältester Winter seit Kriegsbeginn

OZD-Analyse

Militärische Strategie
a) Angriffe auf Energieinfrastruktur –
b) Schwächung ziviler Versorgung –
c) Psychologischer Druck im Winter –

Humanitäre Folgen
a) Strom- und Heizungs-Ausfälle –
b) Schulschließungen –
c) Belastete Krankenhäuser –

Diplomatische Lage
a) Gespräche in Abu Dhabi –
b) Kein Durchbruch erzielt –
c) Internationale Appelle ohne unmittelbare Wirkung –


Was sind die Vereinten Nationen (UNO)?

Die Vereinten Nationen sind eine internationale Organisation mit Sitz in New York, die 1945 gegründet wurde. Ihr Ziel ist die Sicherung des Weltfriedens, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung internationaler Zusammenarbeit. Der UN-Menschenrechtskommissar überwacht weltweit die Einhaltung grundlegender Rechte.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras

Winter als strategischer Faktor: Bereits in früheren Konflikten spielte die Energieversorgung eine zentrale Rolle. In der Ukraine entscheidet sie derzeit nicht nur über Komfort – sondern über Gesundheit und Überleben.