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Keine Einigung - Dreier-Verhandlungen beendet – Raketen sprechen lauter als Diplomatie

Erstmals verhandelten Ukraine, Russland und die USA gemeinsam über ein Kriegsende. Doch während in Abu Dhabi geredet wurde, schlugen in der Ukraine erneut Raketen ein.

In Abu Dhabi sind die direkten Dreier-Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA zur Beendigung des Ukraine-Krieges am Samstag zu Ende gegangen. Das bestätigte Diana Davitian, Sprecherin des ukrainischen Chefunterhändlers Rustem Umerow, am frühen Samstagnachmittag vor Journalisten. Zuvor hatten russische Nachrichtenagenturen berichtet, dass die russische Delegation in ihr Hotel in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate zurückgekehrt sei.

Es handelte sich um die ersten Verhandlungen über den von den USA vorgelegten Friedensplan in diesem trilateralen Format. Die Gespräche hatten am Freitag begonnen und galten als diplomatischer Testlauf für mögliche weitere Verhandlungsrunden.

Überschattet wurden die Beratungen von erneuten massiven russischen Angriffen auf mehrere ukrainische Regionen in der Nacht zu Samstag. Nach Angaben der Behörden wurden allein in der Hauptstadtregion Kiew sowie in der zweitgrößten Stadt Charkiw mindestens ein Mensch getötet und 27 weitere verletzt.

Kurz vor Beginn der Gespräche hatte Moskau seine Maximalforderung nochmals bekräftigt. Demnach soll sich die ukrainische Armee vollständig aus der Donbass-Region zurückziehen – einschließlich Gebieten, die derzeit noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Die Ukraine lehnt diese Forderung weiterhin kategorisch ab und sieht darin eine faktische Kapitulation.

Konkrete Ergebnisse oder gemeinsame Erklärungen wurden nach Abschluss der Gespräche zunächst nicht bekanntgegeben.

OZD

OZD-Kommentar – Frieden verhandeln, Krieg führen

Diese Gespräche zeigen das zentrale Dilemma der Ukraine-Diplomatie: Während am Verhandlungstisch über Frieden gesprochen wird, setzt Russland auf militärischen Druck. Das ist kein Zufall, sondern Strategie. Moskau will verhandeln aus der Position der Stärke – und testet zugleich, wie belastbar der Westen wirklich ist. Ohne glaubwürdigen Druck und klare Sicherheitsgarantien drohen diese Gespräche zur reinen Kulisse zu verkommen.

Historischer Hintergrund

Direkte Verhandlungen zwischen Ukraine und Russland fanden zuletzt 2022 statt, damals ohne nachhaltigen Erfolg. Spätere Treffen – etwa 2025 in Istanbul – führten lediglich zu Gefangenenaustauschen. Die Dreier-Gespräche in Abu Dhabi markieren nun einen neuen diplomatischen Ansatz unter aktiver Vermittlung der USA.

Zukunftsprognose

Weitere Gesprächsrunden sind wahrscheinlich, ein schneller Durchbruch jedoch unwahrscheinlich. Solange Russland auf maximale territoriale Forderungen besteht und gleichzeitig militärisch eskaliert, bleibt ein stabiler Waffenstillstand in weiter Ferne. Die USA könnten künftig stärker auf Druckinstrumente setzen, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.


Gewinnspiel

Wo fanden die Dreier-Gespräche zwischen Ukraine, Russland und den USA statt?
A) Istanbul
B) Genf
C) Abu Dhabi
D) Wien

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WissensblockOZD-Analyse

Verhandlungsrahmen
– a) Trilateral mit US-Vermittlung
– b) Fokus auf US-Friedensplan
– c) Keine direkte Einigung

Positionen der Konfliktparteien
– a) Russland fordert Rückzug aus Donbass
– b) Ukraine lehnt Gebietsabtretungen ab
– c) USA suchen diplomatische Lösung

Einfluss militärischer Eskalation
– a) Raketenangriffe parallel zu Gesprächen
– b) Verhandlungsdruck auf Ukraine
– c) Vertrauensdefizit bleibt bestehen



Lernbox

Diplomatie und militärischer Druck laufen in internationalen Konflikten oft parallel – selten unabhängig voneinander.

Mini-Infobox

– Ort: Abu Dhabi
– Beteiligte: Ukraine, Russland, USA
– Anlass: Friedensgespräche
– Ergebnis: Kein Durchbruch

OZD-Extra

Es ist das erste Mal seit Kriegsbeginn, dass Vertreter aller drei Seiten gleichzeitig über einen US-Friedensplan verhandelten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.