Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter haben Bahn, Politik und Gewerkschaften einen umfassenden „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ vereinbart. Beim Sicherheitsgipfel in der Berliner Konzernzentrale kündigte Evelyn Palla an, noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt mit Bodycams auszustatten. Die Nutzung soll freiwillig bleiben.
Zudem will die Deutsche Bahn 200 zusätzliche Kräfte für die DB Sicherheit einstellen. Die persönliche Schutzausrüstung der Mitarbeitenden wird verbessert, Notfallknöpfe für Beschäftigte im Kundenkontakt sollen weiter verbreitet und technisch optimiert werden.
Ein weiterer Schritt: Bei DB Regio entfällt ab dem 1. März die Pflicht zur Ausweiskontrolle bei der Ticketprüfung. Erfahrungen hätten gezeigt, dass hier ein „hohes Eskalationspotenzial“ bestehe. Künftig entscheidet das Zugpersonal im Einzelfall.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sprach sich für den verstärkten Einsatz von Zweierteams bei Fahrkartenkontrollen aus. Im Beschluss selbst ist zwar nur von „mehr Personal“ die Rede, doch die Verkehrsministerkonferenz soll Ende März über konkrete Modelle beraten.
Zusätzlich sollen Verhaltens- und Deeskalationstrainings ausgeweitet werden. Gemeinsam mit der Bundespolizei sollen regionale Sicherheitskonzepte entwickelt werden. Auch der Ausbau der Videoüberwachung in Zügen und Bahnhöfen wird geprüft, ebenso KI-gestützte Auswertungen zur Früherkennung von Gefahrenlagen.
Darüber hinaus wollen die beteiligten Bundesministerien prüfen, ob der strafrechtliche Schutz von Bahnmitarbeitern verschärft werden kann.
Anlass für den Sicherheitsgipfel war der Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters, der Anfang Februar in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz bei einer Fahrkartenkontrolle von einem Schwarzfahrer angegriffen und tödlich verletzt worden war.
OZD

OZD-Kommentar – Sicherheit ist keine Option, sondern Pflicht
Der Tod eines Zugbegleiters ist ein Schock – und ein Weckruf. Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, darf nicht um seine körperliche Unversehrtheit fürchten müssen.
Bodycams und mehr Personal sind richtige Schritte. Doch entscheidend wird sein, ob sie konsequent umgesetzt werden. Halbherzige Lösungen helfen niemandem.
Sicherheit im öffentlichen Raum kostet Geld – aber Unsicherheit kostet Vertrauen.
Historischer Hintergrund
Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist seit Jahren Thema politischer Debatten. Besonders Ticketkontrollen gelten als konfliktträchtig, da sie oft mit Personalienfeststellungen und Bußgeldern verbunden sind.
Zukunftsprognose
Sollten die Maßnahmen greifen, könnte sich das Sicherheitsgefühl von Personal und Fahrgästen verbessern. Gleichzeitig wird die Diskussion über Datenschutz bei Video- und KI-Überwachung zunehmen.
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Frage: Welche Maßnahme plant die Bahn für Mitarbeitende mit Kundenkontakt?
A) Pfefferspray-Pflicht
B) Bodycams
C) Schutzhunde
D) Metalldetektoren
Richtige Antwort: B) Bodycams
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Mini-Infobox
Anlass: Tödliche Attacke auf Zugbegleiter
Maßnahme 1: Bodycams für Beschäftigte
Maßnahme 2: 200 zusätzliche Sicherheitskräfte
Maßnahme 3: Wegfall der Ausweiskontrolle bei DB Regio
Weitere Prüfung: Ausbau Videoüberwachung & Strafrechtsschutz
OZD-Analyse
Kurzfristige Maßnahmen
a) Bodycams als Abschreckung –
b) Mehr Sicherheitspersonal –
c) Verbesserte Notfalltechnik –
Organisatorische Änderungen
a) Wegfall der verpflichtenden Ausweiskontrolle –
b) Deeskalationstrainings –
c) Regionale Sicherheitskonzepte –
Politische Dimension
a) Verschärfung des Strafrechts –
b) Debatte über Datenschutz –
c) Finanzierungsfragen bei Bund und Ländern –
Was ist DB Sicherheit?
DB Sicherheit ist die Sicherheitsorganisation der Deutschen Bahn. Sie ist für Schutz und Ordnung in Bahnhöfen, Zügen und Anlagen zuständig und arbeitet eng mit der Bundespolizei zusammen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras
Die Verkehrsministerkonferenz Ende März soll auch beraten, wie das Deutschlandticket fälschungssicherer gestaltet werden kann – um Konflikte bei Ticketkontrollen weiter zu reduzieren.
