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Die selbstverschuldete Unmündigkeit – und "MAGA ist nicht unser Kulturkampf“

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz eine deutliche Kursbestimmung vorgenommen. Europa müsse sich aus seiner „selbstverschuldeten Abhängigkeit“ von den USA befreien und „eine neue transatlantische Partnerschaft begründen“.

„Niemand hat uns in die übermäßige Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten gezwungen“, sagte Merz. „Diese Unmündigkeit war selbstverschuldet. Aber diesen Zustand lassen wir jetzt hinter uns, lieber heute als morgen.“

Zwar dürfe Europa die Nato nicht abschreiben, doch müsse im Bündnis ein „starker selbsttragender europäischer Pfeiler“ errichtet werden. Ziel sei es, sich „mit neuer Stärke, neuer Achtung und Selbstachtung“ zu behaupten.

Merz sprach offen von einer wachsenden Entfremdung zwischen Europa und den USA. „Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten hat sich eine Kluft, ein tiefer Graben aufgetan.“ Hoffnung auf eine rasche Normalisierung ließ er nicht erkennen. Vielmehr äußerte er die Vermutung, dass man künftig häufiger unterschiedlicher Meinung sein werde.

Ohne US-Präsident Donald Trump namentlich zu kritisieren, grenzte sich Merz klar vom ideologischen Kern der MAGA-Bewegung ab: „Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung ist nicht unserer.“ Die Freiheit des Wortes ende dort, wo Menschenwürde und Grundgesetz verletzt würden. Zudem bekannte sich der Kanzler zu freiem Handel, Klimaabkommen und multilateraler Zusammenarbeit.

Gleichzeitig richtete Merz einen Appell an Washington: Das transatlantische Vertrauen müsse „repariert und wiederbelebt“ werden. Auch die USA würden im „Zeitalter der Großmächte“ an die Grenzen ihrer Macht stoßen, wenn sie allein agierten.

Die Botschaft aus München ist unmissverständlich: Europa will nicht brechen – aber es will wachsen.

OZD



OZD-Kommentar – Selbstständigkeit statt Abnabelung

Merz’ Rede markiert einen Wendepunkt. Kein antiamerikanischer Affekt, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme: Wer dauerhaft abhängig ist, bleibt verletzlich.

Doch strategische Eigenständigkeit ist kein Schlagwort. Sie bedeutet höhere Verteidigungsausgaben, industriepolitische Koordination und politische Geschlossenheit. Europa muss liefern – nicht nur reden.

Die transatlantische Partnerschaft wird nicht beendet. Aber sie wird neu vermessen.

Historischer Hintergrund

Seit dem Zweiten Weltkrieg stützt sich Europas Sicherheit maßgeblich auf die USA. Mit der „America first“-Politik unter Donald Trump gewann die Debatte über europäische strategische Autonomie an Dynamik.

Zukunftsprognose

Sollte Europa tatsächlich einen stärkeren sicherheitspolitischen Pfeiler aufbauen, könnte sich das Machtgleichgewicht innerhalb der Nato verändern. Gleichzeitig bleibt die transatlantische Kooperation zentral für globale Stabilität.


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Frage: Welche Bewegung erwähnte Merz ausdrücklich in seiner Rede?
A) Green New Deal
B) MAGA
C) Tea Party
D) Occupy Wall Street

Richtige Antwort: B) MAGA

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Mini-Infobox

Anlass: Münchner Sicherheitskonferenz

Kernaussage: Europa muss eigenständiger werden

Kritik: Wachsende Entfremdung von den USA

Bekenntnis: Nato bleibt zentral

Abgrenzung: MAGA-Kulturkampf

OZD-Analyse

Strategische Dimension
a) Ende der „selbstverschuldeten Abhängigkeit“ –
b) Europäischer Pfeiler in der Nato –
c) Mehr Eigenverantwortung –

Transatlantische Spannungen
a) Unterschiedliche weltanschauliche Ansätze –
b) Protektionismus vs. Freihandel –
c) Multilateralismus vs. Alleingänge –

Politische Signalwirkung
a) Klare Abgrenzung von MAGA –
b) Appell an Vertrauen –
c) Innenpolitische Debatte über Verteidigungsausgaben –


Was ist die Münchner Sicherheitskonferenz?

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eines der wichtigsten internationalen Foren für Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Staats- und Regierungschefs, Minister und Militärvertreter diskutieren dort jährlich über globale Krisen und strategische Herausforderungen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras

Mit seiner Rede positioniert sich Merz als Kanzler einer selbstbewussteren europäischen Sicherheitsstrategie – ohne die transatlantische Partnerschaft grundsätzlich infrage zu stellen.


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