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Schluss per Chat: Jeder Vierte unter 30 macht digital Schluss

25 Prozent der unter 30-Jährigen haben schon per Messenger Schluss gemacht. Persönliche Gespräche verlieren an Bedeutung – digitale Trennungen nehmen zu.

Jeder vierte junge Erwachsene in Deutschland hat schon einmal per SMS oder Messenger eine Beziehung beendet. Das geht aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor, die am Freitag in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach gaben 25 Prozent der 16- bis 29-Jährigen an, auf diesem Weg Schluss gemacht zu haben. Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil bei 13 Prozent.

Trotz digitaler Trends bleibt das persönliche Gespräch jedoch die häufigste Form der Trennung. Insgesamt 60 Prozent der Befragten erklärten, eine Beziehung von Angesicht zu Angesicht beendet zu haben. Bei den 16- bis 29-Jährigen lag dieser Wert allerdings nur bei 45 Prozent – deutlich niedriger als bei den 30- bis 49-Jährigen (66 Prozent) oder den 50- bis 59-Jährigen (67 Prozent).

Zwölf Prozent trennten sich per Telefonanruf. Jeweils vier Prozent gaben an, eine Beziehung über soziale Netzwerke oder per E-Mail beendet zu haben. Acht Prozent machten per Brief Schluss.

Neun Prozent beendeten eine Beziehung durch sogenanntes Ghosting, also durch einen plötzlichen Kontaktabbruch ohne Erklärung. Zwei Prozent ließen die Trennung durch eine dritte Person überbringen.

„Digitale Kommunikation macht Kontakt einfacher und schneller, das kann Verbindungen stärken“, erklärte Bitkom-Expertin Leah Schrimpf. „Wie Menschen Schluss machen, folgt immer stärker den Kommunikationsgewohnheiten im Alltag – das zeigt sich insbesondere bei jüngeren Menschen.“

Für die repräsentative Online-Erhebung wurden rund 1450 Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren in Deutschland befragt.

OZD

OZD-Kommentar – Nähe per Klick, Distanz per Nachricht

Eine Beziehung per Messenger zu beenden, mag bequem erscheinen – doch Bequemlichkeit ersetzt keine Verantwortung. Die Zahlen zeigen, wie sehr sich Kommunikationskultur verändert hat. Gerade Jüngere übertragen ihren digitalen Alltag auf emotionale Ausnahmesituationen. Das spart Konfrontation, aber oft auch Respekt. Trennungen gehören zum Leben – doch wie sie ausgesprochen werden, sagt viel über Empathie und Reife aus. Vielleicht braucht es im digitalen Zeitalter nicht weniger Technik, sondern mehr Mut zum persönlichen Gespräch.

Historischer Hintergrund

Mit der Verbreitung von Smartphones und Messenger-Diensten hat sich die Alltagskommunikation grundlegend verändert. Beziehungen entstehen, pflegen und enden zunehmend digital.

Zukunftsprognose

Mit wachsender Digitalisierung dürfte die Zahl digitaler Trennungen weiter steigen. Gleichzeitig könnte eine Gegenbewegung entstehen, die persönliche Gespräche wieder stärker betont – als bewusster Akt der Wertschätzung.


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Wie viele der 16- bis 29-Jährigen haben laut Bitkom-Umfrage schon per Messenger Schluss gemacht?

A) 15 Prozent
B) 20 Prozent
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Mini-Infobox – Trennungswege im Überblick

60 %: Persönliches Gespräch

25 % (unter 30): Messenger/SMS

12 %: Telefonanruf

9 %: Ghosting

8 %: Brief

OZD-Analyse

Generationsunterschiede
– a) Jüngere häufiger digital
– b) Ältere setzen stärker auf persönliche Gespräche
– c) Unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten

Digitale Dynamik
– a) Schnelligkeit und Bequemlichkeit
– b) Verlagerung emotionaler Gespräche ins Digitale
– c) Risiko von Missverständnissen

Gesellschaftliche Folgen
– a) Veränderung von Beziehungskultur
– b) Neue Formen sozialer Distanz
– c) Bedeutung von Empathie im digitalen Raum



Was ist Bitkom?

Bitkom ist ein deutscher Digitalverband, der Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche vertritt und regelmäßig Studien zu digitalen Trends veröffentlicht.

OZD-Extras

Ghosting – also das vollständige, kommentarlos Abbrechen des Kontakts – ist längst kein Randphänomen mehr und wird vor allem in der Online-Dating-Kultur diskutiert.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.