Der US-Technologieriese Nvidia hat im vierten Quartal einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar (57,6 Milliarden Euro) verzeichnet und dabei die Markterwartungen deutlich übertroffen. Damit stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 73 Prozent, wie die von Nvidia am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Quartalszahlen zeigten. Der Nettogewinn des Unternehmens verdoppelte sich in dem Quartal im Vorjahresvergleich auf 42,9 Milliarden Dollar.
Marktforscher hatten für das vierte Quartal eine Umsatzsteigerung von 65,7 Milliarden Dollar erwartet. Das Technologieunternehmen übertraf diese Prognosen deutlich. Für das gesamte Geschäftsjahr meldete Nvidia einen Umsatz von 215,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Steigerung von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Quartal prognostizierte Nvidia einen Umsatz von 78 Milliarden Dollar, was deutlich über den rund 72 Milliarden Dollar liegt, mit denen Analysten rechnen.
Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte, die KI-Branche habe einen entscheidenden Wendepunkt erreicht. Das liege an dem Aufstieg der sogenannten agentischen Künstlichen Intelligenz (KI). Diese Systeme können Entscheidungen treffen und im Namen von Menschen autonom handeln. Unternehmen überall verzeichneten aufgrund dieses Wandels eine "unglaubliche" Nachfrage, erklärte Huang.
Der Konzern mit Hauptsitz im kalifornischen Santa Clara ist mit Abstand der größte Hersteller sogenannter GPU-Chips, die als unverzichtbar für die Entwicklung generativer KI gelten. Die starken Quartalszahlen deuten darauf hin, dass der globale KI-Boom weiterhin auf Hochtouren läuft. In diesem Jahr könnten die kombinierten Investitionsausgaben der vier großen KI-Betreiber – Google, Amazon, Meta und Microsoft – 700 Milliarden Dollar erreichen. Ein großer Teil dieser Ausgaben landet bei Nvidia.
Im Anschluss an die Veröffentlichung der Quartalszahlen stieg die Nvidia-Aktie im nachbörslichen Handel um fünf Prozent.
OZD
OZD-Kommentar – Nvidia als Schrittmacher der KI-Ökonomie
Diese Zahlen sind mehr als ein Quartalserfolg – sie markieren eine neue Machtbalance im Technologiesektor. Nvidia profitiert nicht nur vom KI-Boom, es treibt ihn aktiv an. Während viele Konzerne noch nach tragfähigen Geschäftsmodellen für Künstliche Intelligenz suchen, liefert Nvidia die unverzichtbare Infrastruktur. Die Abhängigkeit der Tech-Giganten ist enorm – und riskant. Denn wo sich Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe auf einen zentralen Zulieferer konzentrieren, entsteht ein systemisches Klumpenrisiko. Kurzfristig ist Nvidia der große Gewinner. Langfristig wird sich zeigen, ob Wettbewerb, Regulierung oder technologische Umbrüche diesen Höhenflug bremsen können. Noch aber gilt: Wer KI will, kommt an Nvidia nicht vorbei.
Historischer Hintergrund:
Nvidia wurde 1993 gegründet und war lange vor allem für Grafikkarten im
Gaming-Bereich bekannt. Mit dem Durchbruch von maschinellem Lernen und
generativer KI entwickelten sich die GPU-Chips des Unternehmens zum
zentralen Baustein moderner Rechenzentren. Spätestens seit dem KI-Hype
ab 2023 ist Nvidia zum Schlüsselkonzern der globalen Digitalwirtschaft
aufgestiegen.
Zukunftsprognose:
Sollte die Nachfrage nach KI-Anwendungen weiter wachsen, dürfte Nvidia
seine dominante Marktposition zunächst ausbauen. Gleichzeitig steigt der
Druck durch mögliche Wettbewerber, eigene Chipentwicklungen großer
Tech-Konzerne und politische Debatten über Abhängigkeiten. Die nächsten
Quartale könnten darüber entscheiden, ob der KI-Boom nachhaltig oder
zyklisch ist.

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Womit erzielt Nvidia den Großteil seiner KI-Umsätze?
A) Smartphones
B) GPU-Chips
C) Cloud-Abonnements
D) Softwarelizenzen
Richtige Antwort: B
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Lesermeinungen:
"Die Abhängigkeit der Tech-Giganten von einem Anbieter ist enorm."
Mini-Infobox
Umsatz Q4: 68,1 Milliarden Dollar
Gewinn Q4: 42,9 Milliarden Dollar
Umsatzplus zum Vorjahr: +73 Prozent
Prognose nächstes Quartal: 78 Milliarden Dollar
Marktreaktion: Aktie +5 Prozent nachbörslich
OZD-Analyse
Finanzielle Dimension
a) Deutlich übertroffene Markterwartungen
– Analystenprognosen klar geschlagen
– Signal für anhaltend hohe Nachfrage
b) Gewinnexplosion
– Verdoppelung des Nettogewinns
– Außergewöhnliche Margenentwicklung
c) Optimistischer Ausblick
– Prognose über Markterwartung
– Fortgesetzte Wachstumsdynamik
Technologischer Wendepunkt
a) Agentische Künstliche Intelligenz
– Autonome Entscheidungsprozesse
– Neue Einsatzfelder in Unternehmen
b) Rolle der GPU-Chips
– Zentrale Infrastruktur für KI
– Hohe Markteintrittsbarrieren
c) Abhängigkeit der Branche
– Konzentration auf wenige Anbieter
– Strategische Verwundbarkeit
Geopolitische und wirtschaftliche Folgen
a) Investitionswelle der Tech-Giganten
– Hunderte Milliarden Dollar geplant
– Stärkung der KI-Zentren
b) Wettbewerbspolitische Fragen
– Marktmacht von Nvidia
– Regulatorische Risiken
c) Globale Lieferketten
– Chipproduktion als geopolitischer Faktor
– Abhängigkeit von Halbleiterstandorten

Erklärungen
Wer ist Nvidia?
Nvidia ist ein US-amerikanischer Halbleiterkonzern mit Sitz in Santa
Clara, Kalifornien. Das Unternehmen ist weltweit führend bei
Grafikprozessoren und Rechenzentrumschips und gilt als zentraler
Profiteur des globalen KI-Booms.
Wer ist Jensen Huang?
Jensen Huang ist Mitgründer und CEO von Nvidia. Er prägt seit
Jahrzehnten die strategische Ausrichtung des Unternehmens und gilt als
einer der einflussreichsten Manager der globalen Technologiebranche.
OZD-Extras
Bemerkenswert: Die geplanten KI-Investitionen von Google, Amazon, Meta
und Microsoft könnten in diesem Jahr fast das Bruttoinlandsprodukt
kleinerer Staaten erreichen – ein historischer Kraftakt der
Tech-Branche.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.