Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Beteiligung der Bundeswehr zur Sicherung der Straße von Hormus ausgeschlossen. "Es wird keine militärische Beteiligung geben", sagte Pistorius am Montag nach einem Treffen mit dem lettischen Kollegen Andris Spruds in Berlin. Deutschland sei jedoch bereit, auf diplomatischem Weg zu einer sicheren Passage von Schiffen beizutragen.
Die Straße von Hormus ist seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar für die internationale Frachtschifffahrt gesperrt. US-Präsident Donald Trump hatte einen internationalen Marineeinsatz zur Sicherung der wichtigen Ölroute gefordert.
Pistorius kritisierte dies scharf: "Was erwartet Donald Trump von einer Handvoll oder zwei Handvoll europäischen Fregatten dort in der Straße von Hormus zu leisten, was die machtvolle amerikanische Navy dort alleine nicht hinbekommen kann?" Ein Mandat des Bundestages für einen Bundeswehreinsatz sei "ganz klar nicht erforderlich". "Es ist nicht unser Krieg. Wir haben ihn nicht begonnen", betonte der SPD-Politiker.
Er verwies auf die Verantwortung der Bundeswehr an der Nato-Ostflanke und im Baltikum sowie das Engagement Deutschlands als größter Unterstützer der Ukraine im russischen Angriffskrieg.
Zur EU-Marinemission Eunavfor Aspides im Roten Meer erklärte Pistorius, eine Ausweitung auf die Straße von Hormus erfordere einen neuen Bundestagsbeschluss. Die Mission sei klar begrenzt und vor dem Hintergrund der Angriffe jemenitischer Huthi-Miliz beschlossen worden. "Das, was im Persischen Golf stattfindet, ist ausgelöst durch den Angriff der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels auf das verbrecherische Regime des Iran", so Pistorius weiter.
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OZD-Kommentar
Pistorius zeigt klare Kante: Deutschland beteiligt sich nicht an einem Konflikt, den es nicht begonnen hat. In Zeiten geopolitischer Spannungen setzt er auf Diplomatie und parlamentarische Kontrolle statt auf symbolische Militärpräsenz. Der Verteidigungsminister sendet damit ein Signal an die USA und andere NATO-Partner: Sicherheit ist Verantwortung, kein Selbstläufer. Wer vorschnell Truppen entsendet, riskiert Eskalation – Pistorius handelt hier strategisch klug.
Mini-Infobox
Fakten zur Bundeswehr und Straße von Hormus
– Bundeswehr beteiligt sich nicht militärisch
– Diplomatische Maßnahmen zur sicheren Passage geplant
– Treffen von Pistorius mit lettischem Verteidigungsminister Spruds
– Eunavfor Aspides-Mission begrenzt auf Rotes Meer
– Bundestagsmandat für Einsatz im Persischen Golf erforderlich
OZD-Analyse
Sicherheitspolitische Verantwortung
a) Bundeswehr fokussiert auf NATO-Ostflanke
b) Litauen-Brigade sichert Baltikum
c) Engagement in Ukraine als Priorität
Diplomatische Strategie
a) Deutschland bietet nur diplomatische Unterstützung
b) Militärische Präsenz würde kaum Wirkung zeigen
c) Bundestagsmandat als notwendige Hürde für Auslandseinsätze
Internationale Dimension
a) USA und Israel verantwortlich für Eskalation
b) Iran reagiert mit Gegenmaßnahmen
c) Regionale Konflikte unterscheiden sich von Huthi-Angriffen im Roten Meer
Erklärungen / Wissensblock
Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Meerenge der Welt für den internationalen Öl- und Handelstransport. Sie liegt zwischen dem Iran und dem Oman und ist strategisch entscheidend für die globale Energieversorgung.
Historischer Hintergrund
Seit Februar 2026 ist die Meerenge wegen der US-israelischen Angriffe auf den Iran faktisch blockiert. Internationale Akteure diskutieren über Sicherheitsmaßnahmen, wobei Deutschland auf parlamentarisch legitimierte Einsätze und diplomatische Lösungen setzt.
Prognose
Deutschland wird sich auch künftig nicht militärisch in den Konflikt im Persischen Golf einmischen. Die EU könnte jedoch politische und diplomatische Initiativen verstärken, um die internationale Schifffahrt zu sichern. Ein Bundeswehreinsatz bleibt nach Pistorius’ Aussage ausgeschlossen.
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Frage: Welche Beteiligung schließt Pistorius für die Bundeswehr in der Straße von Hormus aus?
A) Medizinische Unterstützung
B) Militärische Beteiligung
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OZD-Extra
Die Bundeswehr setzt aktuell rund 3.000 Soldaten im Baltikum ein, um die NATO-Ostflanke zu sichern, während sie im Persischen Golf auf militärische Zurückhaltung pocht.
Alle Angaben ohne Gewähr.
Titelbild: AFP