Die Mette-Marit hat eingeräumt, im Umgang mit dem verstorbenen US-Finanzier und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein „manipuliert und getäuscht“ worden zu sein. In einem Interview mit dem norwegischen Sender NRK erklärte sie, es sei ihr wichtig, sich einzugestehen, dass sie Epsteins Vergangenheit nicht ausreichend hinterfragt habe.
Hintergrund sind neue Ermittlungsakten, die Ende Januar veröffentlicht wurden. Darin taucht der Name der Kronprinzessin mindestens tausendmal auf. Veröffentlichten E-Mails aus den Jahren 2011 bis 2014 zufolge bestand zwischen beiden ein vertrauter Kontakt.
„Natürlich wünschte ich, ihn nie getroffen zu haben“, sagte Mette-Marit. Spekulationen über eine weitergehende Beziehung wies sie jedoch entschieden zurück. „Es war ein freundschaftliches Verhältnis. Er war vor allem ein Freund für mich. Wenn Sie wissen wollen, ob die Beziehung anderer Natur war - die Antwort ist Nein.“
Die Enthüllungen haben in Norwegen eine breite Debatte über die Rolle der Kronprinzessin ausgelöst. Zweifel an ihrer Eignung als künftige Königin wurden laut. Gleichzeitig steht das Königshaus auch durch den Prozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby unter Druck. Die Staatsanwaltschaft fordert in dem Verfahren eine Haftstrafe von mehr als sieben Jahren wegen Vergewaltigung und weiterer Gewaltvorwürfe.
Die Kombination mehrerer Skandale hat das Vertrauen in die Monarchie spürbar erschüttert. Laut aktuellen Umfragen äußern nur noch rund 60 Prozent der Norwegerinnen und Norweger eine positive Meinung über das Königshaus.
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OZD-Kommentar: Die Monarchie am Kipppunkt
Die Aussagen von Mette-Marit kommen spät – vielleicht zu spät. Der Verweis auf Manipulation wirkt wie ein Versuch der Schadensbegrenzung in einer Situation, die längst außer Kontrolle geraten ist. Die Nähe zu einer der umstrittensten Figuren der jüngeren Geschichte wirft Fragen auf, die sich nicht einfach mit persönlichen Fehleinschätzungen erklären lassen. Gleichzeitig belastet der Prozess gegen ihren Sohn das Bild der königlichen Familie zusätzlich massiv. Sollte es keine überzeugende Aufarbeitung geben, droht der norwegischen Monarchie ein nachhaltiger Vertrauensverlust, der ihre Zukunft ernsthaft infrage stellen könnte.
Mini-Infobox
Mette-Marit räumt Täuschung durch Epstein ein
Ihr Name taucht tausendfach in Ermittlungsakten auf
Beziehung laut eigener Aussage rein freundschaftlich
Zustimmung zum Königshaus auf rund 60 % gesunken
OZD-Analyse
Politisch-gesellschaftliche Dimension
a) Monarchie stark von öffentlichem Vertrauen abhängig
b) Skandale wirken direkt auf Legitimation
c) Kritik an Transparenz und Verantwortung wächst
Rolle der Kronprinzessin
a) Späte Reaktion verstärkt Zweifel
b) Einräumen von Fehlern als Schadensbegrenzung
c) Glaubwürdigkeit steht im Zentrum der Debatte
Mehrfachbelastung des Königshauses
– Epstein-Kontakte sorgen für internationale Aufmerksamkeit
– Strafprozess gegen Sohn verschärft Lage
– Vertrauensverlust in Umfragen sichtbar
Erklärungen / Wissensblock
Wer ist Mette-Marit?
Mette-Marit ist die Ehefrau von Kronprinz Haakon und zukünftige Königin von Norwegen. Sie gehört seit ihrer Heirat im Jahr 2001 zur norwegischen Königsfamilie und steht regelmäßig im Fokus der Öffentlichkeit.
Wer war Jeffrey Epstein?
Jeffrey Epstein war ein US-amerikanischer Finanzier, der wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen angeklagt war. Sein Netzwerk reichte bis in höchste gesellschaftliche und politische Kreise.
Historischer Hintergrund
Das norwegische Königshaus galt lange als vergleichsweise modern und nahbar. In den vergangenen Jahren geriet es jedoch wiederholt durch persönliche Skandale und Kontroversen unter Druck, was das Vertrauen in die Institution zunehmend belastet.
Prognose
Die Affäre könnte langfristige Folgen für die Monarchie haben. Sollte die Kritik weiter zunehmen, könnte der Ruf nach Reformen oder einer stärkeren Begrenzung monarchischer Privilegien lauter werden. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Gewinnspiel
Wie bezeichnete Mette-Marit ihr Verhältnis zu Jeffrey Epstein?
A) Geschäftlich
B) Freundschaftlich
C) Politisch
D) Familiär
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OZD-Extra
Die Epstein-Akten enthalten zahlreiche Namen prominenter Persönlichkeiten – viele davon bestreiten jedoch jegliches Fehlverhalten oder persönliche Nähe.
Alle Angaben ohne Gewähr.
Titelbild: AFP