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Klima-Alarm vor der Fußball-WM: Forscher warnen vor lebensgefährlicher Hitze

Forscher warnen vor extremer Hitze bei der WM 2026. Selbst das Finale in New Jersey könnte unter gefährlichen Bedingungen stattfinden.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko droht nach Einschätzung von Klimaforschern zu einem Hitzetest mit erheblichen Gesundheitsrisiken zu werden. Wie aus einer Analyse des internationalen Forschernetzwerks World Weather Attribution (WWA) hervorgeht, könnte fast jedes vierte Spiel des Mammutturniers unter extrem belastenden Wetterbedingungen stattfinden. Die Wissenschaftler sehen einen direkten Zusammenhang mit dem fortschreitenden Klimawandel in Nordamerika.

Besonders alarmierend: Selbst das Finale am 19. Juli im MetLife Stadium könnte betroffen sein. Laut WWA besteht dort eine Wahrscheinlichkeit von eins zu acht, dass gefährliche Hitzewerte erreicht werden. Die Forscher sprechen von einem deutlichen Anstieg des Risikos seit der Weltmeisterschaft 1994 in den USA.

„Spieler und Fans sind bei der WM 2026 einem deutlich höheren Risiko für zermürbende Hitze und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt als beim Turnier 1994 auf demselben Kontinent“, erklärte das Forschernetzwerk. Besonders kritisch sei die Situation für Zuschauer in den Stadien. „Fans seien sogar noch stärker gefährdet, da sie nicht von einer Vielzahl medizinischer Fachkräfte betreut werden“, warnte die Klimawissenschaftlerin Friederike Otto, Mitbegründerin des WWA.

Die Analyse geht davon aus, dass 26 der insgesamt 104 WM-Spiele bei mindestens 26 Grad Wet Bulb Globe Temperature (WBGT) stattfinden könnten. Dieser Index gilt als wichtiger Maßstab für die tatsächliche körperliche Belastung durch Hitze, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind. Bereits ab diesem Wert empfiehlt die Spielergewerkschaft FIFPRO verpflichtende Trinkpausen.

Noch gravierender: Bei fünf Spielen könnten sogar Werte von mindestens 28 Grad WBGT erreicht werden. Nach Einschätzung der FIFPRO sollten Partien unter solchen Bedingungen verschoben oder sogar komplett unterbrochen werden.

Die FIFA reagierte bereits auf die Warnungen und plant bei allen Spielen verpflichtende Abkühlpausen pro Halbzeit. Dennoch halten Experten die Maßnahmen für möglicherweise nicht ausreichend. Zwar verfügen 17 der 26 besonders gefährdeten Spiele über Stadien mit Kühlsystemen – doch die enorme Belastung durch Feuchtigkeit und extreme Temperaturen bleibt bestehen.

„Dass ausgerechnet das WM-Finale – eines der größten Sportereignisse der Welt – einem nicht unerheblichen Risiko ausgesetzt ist, bei einer Hitze gespielt zu werden, die eigentlich eine Absage rechtfertigen würde, sollte für die FIFA und die Fans ein Weckruf sein“, sagte Otto.

Die Weltmeisterschaft 2026 wird die bislang größte WM der Geschichte: Erstmals nehmen 48 Nationen teil. Gespielt wird vom 11. Juni bis 19. Juli in zahlreichen Städten der USA, Mexikos und Kanadas – Regionen, die in den vergangenen Jahren immer häufiger von extremen Hitzewellen betroffen waren.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Die FIFA spielt mit dem Klima-Risiko

Die FIFA steht vor einem gewaltigen Problem, das sie jahrelang verdrängt hat. Während Milliarden mit Fußball verdient werden, geraten Gesundheit und Sicherheit zunehmend in den Hintergrund. Die WM 2026 wird mitten im nordamerikanischen Hochsommer ausgetragen – trotz immer extremerer Temperaturen durch den Klimawandel.

Dass nun selbst Wissenschaftler vor einer möglichen Absage von Spielen warnen, ist ein dramatisches Signal. Besonders brisant: Das Finale in New Jersey könnte laut Experten unter Bedingungen stattfinden, die für Spieler und Fans gefährlich werden.

Die FIFA wollte die größte WM aller Zeiten. Jetzt droht sie zur heißesten und riskantesten Weltmeisterschaft der Geschichte zu werden. Die Diskussion um Spielzeiten, Stadionklimatisierung und medizinische Notfallkonzepte dürfte in den kommenden Monaten eskalieren.

Historischer Hintergrund

Bereits bei früheren Großturnieren sorgten hohe Temperaturen für massive Kritik. Besonders die WM 1994 in den USA galt wegen extremer Hitze als körperliche Belastungsprobe für Spieler und Zuschauer.

Seitdem hat sich der Klimawandel weltweit deutlich verschärft. Nordamerika erlebt immer häufiger extreme Hitzewellen, Waldbrände und Temperaturrekorde. Städte wie Dallas, Miami, Houston oder New York verzeichneten in den vergangenen Jahren mehrfach außergewöhnliche Wetterlagen.

Mit der WM 2026 findet nun erstmals ein XXL-Turnier mit 48 Teams während eines nordamerikanischen Sommers statt – mitten in einer Phase wachsender Klimaextreme.

Zukunftsprognose

Die Diskussion um Klimarisiken bei Sportgroßereignissen wird sich weltweit verschärfen. Künftig könnten internationale Verbände gezwungen sein, Turniere verstärkt in klimatisch geeignete Regionen oder Jahreszeiten zu verlegen.

Für die FIFA entstehen dadurch enorme wirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen. Klimatisierte Stadien, flexible Spielzeiten und medizinische Schutzmaßnahmen werden Milliarden kosten.

Gleichzeitig dürfte die WM 2026 zum Symbol dafür werden, wie stark der Klimawandel inzwischen selbst globale Mega-Events beeinflusst.

Gewinnspiel

Welcher Faktor gilt laut Forschern als besonders gefährlich bei der WM 2026?

A) Starker Schneefall
B) Extreme Hitze und Luftfeuchtigkeit
C) Dauerregen
D) Smog durch Industrieanlagen

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

WM 2026 mit 48 Teams

Austragung in USA, Kanada und Mexiko

104 Spiele insgesamt

26 Spiele laut Analyse hitzegefährdet

Finale im MetLife Stadium bei New York

OZD-Analyse

Klimawandel verändert den Weltsport
– Extreme Wetterlagen beeinflussen inzwischen selbst globale Sportereignisse massiv.

Gesundheitsrisiken steigen deutlich
– a) Gefahr für Spieler durch Hitzestress
– b) Zuschauer oft ohne ausreichenden Schutz
– c) Medizinische Infrastruktur gerät unter Druck

Folgen für die FIFA
– Der Weltverband muss Sicherheitskonzepte verschärfen und könnte künftig Termin- sowie Standortentscheidungen überdenken müssen.

Erklärungen

Was ist der WBGT-Index?
Der Wet Bulb Globe Temperature Index misst die Belastung des menschlichen Körpers durch Hitze, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung. Er gilt weltweit als zentraler Wert zur Einschätzung gesundheitlicher Risiken bei Sportveranstaltungen.

Wer ist Friederike Otto?
Friederike Otto zählt zu den bekanntesten Klimawissenschaftlerinnen Europas. Sie untersucht insbesondere den Zusammenhang zwischen Extremwetterereignissen und dem Klimawandel.

Was ist die FIFPRO?
Die FIFPRO vertritt weltweit Profifußballer und setzt sich unter anderem für Gesundheitsschutz und sichere Spielbedingungen ein.

OZD-Extras

Bereits bei der Klub-WM 2025 in den USA hatten mehrere Spieler öffentlich über Kreislaufprobleme und extreme Belastungen durch Hitze geklagt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.