Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

„Sehr dumme Fehler“: Deutschlands Handballer erleben bitteren Abend in Kopenhagen

Deutschlands Handballer kassieren gegen Weltmeister Dänemark die nächste schmerzhafte Niederlage – Bundestrainer Gislason spart nicht mit Kritik.

 Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat im Prestige-Duell mit Weltmeister Dänemark erneut ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Beim 28:36 (13:21) in Kopenhagen wirkte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason über weite Strecken überfordert – besonders in der ersten Halbzeit offenbarten sich massive Schwächen. Acht Monate vor der Heim-WM wächst damit der Druck auf die DHB-Auswahl deutlich.

Vor allem die Vielzahl an Fehlern brachte Gislason nach der Partie sichtbar auf die Palme. „In der ersten Halbzeit haben wir viel zu viele Fehlwürfe gehabt - wirklich auch viele klare Chancen, die wir nicht genutzt haben“, analysierte der Isländer bei ProSieben. Hinzu kamen technische Probleme und Ballverluste. Besonders deutlich wurde der Bundestrainer bei den einfachen Fehlern seiner Mannschaft: Er monierte „sehr dumme Fehler“.

Vor den Augen der euphorischen Fans in Kopenhagen dominierte Olympiasieger, Welt- und Europameister Dänemark das Spiel phasenweise nach Belieben. Das deutsche Sieben-gegen-Sechs-Spiel funktionierte kaum, zudem fehlte die sonst oft stabile Torhüterleistung. Bereits zur Pause lag die DHB-Auswahl deutlich mit acht Treffern zurück.

Immerhin zeigte Deutschland nach dem Seitenwechsel Moral. Vor allem defensiv stabilisierte sich die Mannschaft deutlich. Gislason sprach später sogar von einer „überragenden“ zweiten Halbzeit in der Abwehr. Zwischenzeitlich kämpfte sich das DHB-Team bis auf drei Tore heran, ehe Dänemark die Partie in der Schlussphase wieder klar kontrollierte.

Trotz der erneuten Niederlage will Deutschland beim schnellen Wiedersehen am Sonntag in der Kölner Lanxess Arena ein anderes Gesicht zeigen. Spielmacher Nils Lichtlein formulierte dabei fast schon einen Wunsch vieler Handball-Fans weltweit: „Ich glaube, das wäre für alle im Handball wichtig, mal zu sehen, dass Dänemark auch fällt.“

Die Aufgabe bleibt jedoch gigantisch. Seit mehr als zehn Jahren wartet Deutschland inzwischen auf einen Sieg gegen die skandinavische Übermacht. Hoffnung macht zumindest, dass Dänemark im zweiten Duell offenbar auf Welthandballer Mathias Gidsel verzichten wird. Auch Kreisläufer Magnus Saugstrup dürfte fehlen.

Parallel laufen weiter Diskussionen über die Zukunft von Bundestrainer Gislason, dessen Vertrag 2027 endet. Der 66-Jährige selbst blockt derzeit jedoch konsequent alle Fragen dazu ab und konzentriert sich voll auf die sportliche Entwicklung seines Teams Richtung Heim-WM 2027 in Deutschland.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Deutschlands Handball lebt im Schatten Dänemarks

Die Wahrheit ist brutal: Deutschland ist aktuell weit davon entfernt, Dänemark ernsthaft gefährlich zu werden. Während die Dänen seit Jahren wie eine perfekt geölte Maschine auftreten, wirkt das deutsche Team noch immer wie eine Mannschaft auf der Suche nach ihrer Identität.

Besonders alarmierend ist dabei nicht die Niederlage selbst – gegen dieses dänische Starensemble verlieren momentan fast alle Nationen. Besorgniserregend ist vielmehr die Art und Weise. Zu viele technische Fehler, fehlende Konstanz und mentale Einbrüche prägen weiterhin das deutsche Spiel. Genau diese Probleme begleiten die DHB-Auswahl inzwischen seit Jahren.

Alfred Gislason bleibt dennoch bemerkenswert loyal und ruhig. Andere Trainer hätten angesichts permanenter Diskussionen um ihre Zukunft längst öffentlich Druck gemacht oder resigniert. Der Isländer arbeitet stattdessen stoisch weiter. Doch die Zeit läuft gegen ihn. Die Heim-WM 2027 in Deutschland wird endgültig zum Schicksalsturnier.

Die große Frage lautet inzwischen: Reicht die Entwicklungsgeschwindigkeit des deutschen Handballs überhaupt noch aus, um mit Nationen wie Dänemark, Frankreich oder Schweden mitzuhalten? Der Abstand wirkt derzeit größer als viele Funktionäre öffentlich zugeben wollen.

Historischer Hintergrund

Dänemark hat sich in den vergangenen Jahren zur dominierenden Macht im Welthandball entwickelt. Die Skandinavier gewannen Olympiagold, mehrere Weltmeisterschaften sowie die Europameisterschaft und verfügen mit Spielern wie Mathias Gidsel über absolute Weltstars.

Deutschland gehörte historisch ebenfalls zu den führenden Handball-Nationen Europas. Besonders die WM-Titel 1978 und 2007 sowie der EM-Triumph 2004 prägen bis heute die deutsche Handballgeschichte. Doch seit Jahren kämpft die DHB-Auswahl darum, wieder dauerhaft mit der Weltspitze mitzuhalten.

Unter Alfred Gislason erreichte Deutschland zuletzt immerhin Olympia-Silber 2024 in Paris sowie EM-Silber 2025. Dennoch bleibt der Abstand zu Dänemark weiterhin offensichtlich.

Zukunftsprognose

Bis zur Heim-WM 2027 in Deutschland bleibt dem DHB-Team nur wenig Zeit, um die Lücke zur absoluten Weltspitze zu verkleinern. Besonders im Angriffsspiel und bei der technischen Stabilität muss sich die Mannschaft deutlich verbessern.

Dänemark dürfte dagegen auch in den kommenden Jahren das Maß aller Dinge bleiben. Die Nachwuchsarbeit des dänischen Handballs gilt international als Vorbild, während Deutschland weiterhin nach einer klaren sportlichen Linie sucht.

Sollte die DHB-Auswahl bei der Heim-WM erneut deutlich hinter den Erwartungen bleiben, könnten auch personelle Konsequenzen unausweichlich werden – inklusive einer möglichen Trennung von Gislason.

Gewinnspiel

Frage: Gegen welches Team verlor Deutschland in Kopenhagen mit 28:36?

A) Frankreich
B) Schweden
C) Norwegen
D) Dänemark 

Mehr Infos zum Gewinnspiel:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

Deutschland verliert 28:36 gegen Dänemark

Halbzeitstand: 13:21

Seit über zehn Jahren kein deutscher Sieg gegen Dänemark

Heim-WM 2027 rückt näher

Gidsel fehlt wohl im Rückspiel in Köln

OZD-Analyse

Dänemark bleibt das Maß aller Dinge
– Das dänische Team kombiniert Weltklasse-Technik, Tempo und enorme mentale Stabilität.

Deutschlands größte Probleme
– a) Zu viele technische Fehler
– b) Schwaches Angriffsspiel in Drucksituationen
– c) Fehlende Konstanz gegen Topteams

Folgen für die Heim-WM
– Der Druck auf DHB und Bundestrainer Gislason wächst massiv, je näher das Turnier 2027 rückt.

Erklärungen

Wer ist Alfred Gislason?
Alfred Gislason ist ein ehemaliger isländischer Handballspieler und seit 2020 Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft. Der 66-Jährige gilt als einer der erfahrensten Handballtrainer Europas und gewann zuvor zahlreiche Titel auf Vereinsebene – unter anderem mit dem THW Kiel.

Was ist die Lanxess Arena?
Die Lanxess Arena in Köln gehört zu den größten Multifunktionsarenen Europas und ist regelmäßig Austragungsort internationaler Handball-Topspiele. Auch bei der Heim-WM 2027 wird die Arena eine zentrale Rolle spielen.

OZD-Extras

Bemerkenswert: Trotz der sportlichen Dominanz Dänemarks wartet die Handball-Welt weiter auf eine Mannschaft, die den Skandinaviern dauerhaft gefährlich werden kann. Viele Experten sprechen bereits von einer historischen Ära ähnlich der früheren Dominanz Frankreichs.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.