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Ölroute unter Hochspannung: USA warnen Oman vor Zusammenarbeit mit Iran

Die USA drohen Oman wegen der Straße von Hormus mit Sanktionen und sogar Militärgewalt – die Lage im Persischen Golf eskaliert gefährlich.

Der Konflikt um die strategisch extrem wichtige Straße von Hormus spitzt sich dramatisch zu. Die USA haben dem Golfstaat Oman offen mit Sanktionen gedroht, sollte das Sultanat bei der geplanten Wiederöffnung der Meerenge mit dem Iran kooperieren. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte am Donnerstag im Onlinedienst X, Washington werde „keinen Versuch, ein Mautsystem in der Straße von Hormus einzuführen“, akzeptieren.

Besonders scharf richtete sich Bessents Warnung direkt an die Regierung in Maskat. „Insbesondere der Oman sollte wissen, dass das US-Finanzministerium alle Akteure – direkt oder indirekt – aggressiv ins Visier nehmen wird, die an der Erhebung von Mautgebühren in der Meerenge beteiligt sind“, schrieb der Minister.

Hintergrund der Eskalation ist die Entscheidung des Iran, seit Ende April Gebühren von Schiffen zu verlangen, die die von den Revolutionsgarden kontrollierte Straße von Hormus passieren wollen. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt: Ein erheblicher Teil des globalen Öltransports läuft durch die Passage zwischen Iran und Oman.

Die USA werfen dem Oman nun vor, auf der südlichen Seite der Meerenge mit Teheran zusammenzuarbeiten. US-Präsident Donald Trump verschärfte den Ton zusätzlich und drohte dem Sultanat sogar indirekt mit militärischer Gewalt. „Das sind internationale Gewässer, und Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen“, sagte Trump am Mittwoch. Anschließend versuchte er die Aussage etwas abzuschwächen: „Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen.“

Parallel erhöht Washington auch den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Finanzminister Bessent kündigte weitere Maßnahmen gegen iranische Fluggesellschaften an. Die USA würden „beiden iranischen Fluggesellschaften den Zugang zu Landeplätzen, Betankung und Ticketverkauf entziehen“, erklärte er. Betroffen wären davon auch Staaten wie Oman, Saudi-Arabien oder die Türkei, in denen iranische Airlines bislang weiterhin operieren dürfen.

Bessent machte zugleich deutlich, dass die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen nur lockern würden, wenn die laufenden Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges zu einem „zufriedenstellenden Ergebnis“ führten.

Die Straße von Hormus bleibt damit einer der gefährlichsten geopolitischen Brennpunkte der Welt. Experten warnen seit Wochen, dass jede weitere Eskalation unmittelbare Folgen für die Weltwirtschaft, den Ölpreis und die Stabilität im Nahen Osten haben könnte.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Die Welt steuert auf den nächsten Öl-Schock zu

Die Straße von Hormus entwickelt sich immer mehr zum globalen Krisenzentrum. Was früher als diplomatische Drohkulisse galt, wird nun offen ausgesprochen: Sanktionen, militärische Gewalt und wirtschaftlicher Druck bestimmen die Sprache zwischen Washington, Teheran und ihren regionalen Partnern.

Besonders brisant ist diesmal die Rolle Omans. Das Sultanat galt jahrzehntelang als ruhiger Vermittler zwischen den Fronten. Nun drohen selbst langjährige Verbündete der USA unter die Räder der geopolitischen Eskalation zu geraten.

Donald Trump setzt erneut auf maximale Härte. Doch genau diese Strategie könnte die Lage völlig außer Kontrolle geraten lassen. Sollte die Straße von Hormus tatsächlich dauerhaft destabilisiert werden, wären die Folgen weltweit spürbar: explodierende Ölpreise, neue Inflationsschübe und massive wirtschaftliche Verwerfungen.

Die Nervosität an den Märkten zeigt bereits, wie fragil die Lage ist. Der Westen steht vor einem gefährlichen Dilemma: Einerseits soll der Iran unter Druck gesetzt werden, andererseits hängt die globale Energieversorgung von genau dieser Region ab.

Historischer Hintergrund

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Sie gilt als eine der wichtigsten Handels- und Öltransportrouten der Welt.

Täglich passieren Millionen Barrel Rohöl die Meerenge. Besonders für Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und den Irak ist Hormus wirtschaftlich lebenswichtig.

Der Iran drohte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder damit, die Passage zu blockieren. Hintergrund sind internationale Sanktionen, Konflikte mit den USA sowie Spannungen um das iranische Atomprogramm.

Oman spielte traditionell eine Vermittlerrolle zwischen Iran und westlichen Staaten und galt lange als stabiler Partner im Golfraum.

Zukunftsprognose

Die Spannungen rund um die Straße von Hormus dürften weiter zunehmen. Beobachter rechnen mit:

verschärften US-Sanktionen,

stärkerer Militärpräsenz im Persischen Golf,

weiteren Drohungen zwischen Iran und den USA,

sowie neuen Risiken für die weltweiten Energiemärkte.

Sollte der Schiffsverkehr ernsthaft behindert werden, könnten Öl- und Gaspreise weltweit massiv steigen. Besonders Europa und asiatische Staaten wären wirtschaftlich stark betroffen.

Auch die Gefahr militärischer Zwischenfälle zwischen Iran, den USA und regionalen Verbündeten wächst weiter.

Gewinnspiel

Welche Meerenge steht im Zentrum des aktuellen Konflikts?

A) Bosporus
B) Straße von Gibraltar
C) Straße von Hormus
D) Suezkanal

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Mini-Infobox

USA drohen Oman mit Sanktionen

Iran erhebt Gebühren in Hormus

Trump spricht indirekte Militärdrohung aus

Weltweit wichtige Ölroute betroffen

Neue Eskalation im Nahen Osten

OZD-Analyse

Hormus wird geopolitischer Brennpunkt
– Die Meerenge entwickelt sich zum Zentrum globaler Machtkonflikte.

US-Strategie verschärft Druck
– a) Sanktionen gegen Iran und Partnerstaaten
– b) Militärische Drohungen gegen Oman
– c) Wirtschaftlicher Hebel über Energieversorgung

Globale Folgen möglich
– Risiken für Ölpreise, Welthandel und Finanzmärkte steigen deutlich

Erklärungen – Was ist die Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und gehört zu den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt. Ein großer Teil des globalen Ölhandels läuft durch diese Passage.

OZD-Extras

Rund ein Fünftel des weltweit transportierten Erdöls passiert täglich die Straße von Hormus. Schon kleine militärische Zwischenfälle können deshalb globale Börsen und Energiepreise massiv beeinflussen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.