Brasilien hat im vorletzten Test vor der Weltmeisterschaft ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti besiegte Panama im legendären Maracanã mit 6:2 und zeigte dabei insbesondere in der Offensive ihre enorme Qualität.
Bereits nach zwei Minuten brachte Vinicius Junior die Selecao in Führung. Die frühe Dominanz wurde jedoch kurzzeitig durch ein Eigentor von Matheus Cunha unterbrochen, das Panama den überraschenden Ausgleich bescherte. Noch vor der Pause stellte der erfahrene Casemiro die Führung wieder her.
Nach dem Seitenwechsel nutzte Ancelotti die Gelegenheit für einen umfassenden Belastungstest und wechselte nahezu die gesamte Mannschaft aus. Der Spielfluss litt darunter jedoch keineswegs. Das Talent Rayan erhöhte auf 3:1, ehe Lucas Paqueta, Igor Thiago und Danilo Santos den Vorsprung weiter ausbauten. Panama gelang lediglich noch Ergebniskosmetik.
Besonders bemerkenswert war die Breite des brasilianischen Kaders. Trotz zahlreicher Wechsel blieb das Offensivspiel dynamisch, variabel und torhungrig. Für Ancelotti dürfte dies ein wichtiger Hinweis sein, dass Brasilien nicht allein von einzelnen Stars abhängig ist.
Dennoch richteten sich viele Blicke auf einen Spieler, der gar nicht auf dem Platz stand. Superstar Neymar fehlte wegen einer Muskelverletzung in der Wade. Die Fans im Maracanã feierten ihn dennoch mit Sprechchören und machten deutlich, welche Bedeutung der Rekordtorschütze weiterhin für die Nation besitzt.
Trainer Ancelotti zeigte sich optimistisch hinsichtlich einer baldigen Rückkehr. Neymar werde zwar auch die WM-Generalprobe gegen Ägypten verpassen, könne aber möglicherweise schon zum Turnierauftakt oder spätestens zum zweiten Gruppenspiel wieder einsatzbereit sein.
Für Brasilien beginnt die Weltmeisterschaft am 13. Juni gegen Marokko in New Jersey. Weitere Gegner in der Gruppe C sind Haiti und Schottland.
OZD-Kommentar: Brasiliens größte Stärke ist plötzlich die Tiefe des KadersLange Zeit hing Brasiliens Hoffnung auf WM-Titel stark von den großen Namen ab. Diesmal entsteht ein anderer Eindruck. Gegen Panama demonstrierte die Selecao, dass sie selbst nach einem nahezu kompletten Austausch der Mannschaft gefährlich bleibt.
Das dürfte auch die wichtigste Erkenntnis für Carlo Ancelotti sein. Nicht Neymar, Vinicius oder Casemiro allein machen Brasilien gefährlich, sondern die Vielzahl hochklassiger Alternativen. Genau diese Kadertiefe entscheidet häufig über Erfolg oder Misserfolg bei langen Turnieren.
Noch ist Panama kein echter Maßstab für die Weltspitze. Doch die Leichtigkeit, mit der Brasilien Chancen kreierte und Tore erzielte, wird die Konkurrenz aufmerksam verfolgen.
Mini-Infobox: Brasiliens WM-TestErgebnis: Brasilien 6:2 Panama
Spielort: Maracanã, Rio de Janeiro
Halbzeitstand: 2:1
Torschützen Brasilien: Vinicius Junior, Casemiro, Rayan, Lucas Paqueta, Igor Thiago, Danilo Santos
Neymar fehlte verletzt
OZD-Analyse 1. Was für Brasilien besonders positiv wara) Sechs Tore trotz vieler Wechsel
b) Mehrere verschiedene Torschützen
c) Hohe Intensität über 90 Minuten
a) Belastungssteuerung vor der WM
b) Test zahlreicher Alternativen
c) Nachweis der Kaderbreite
a) Muskelverletzung an der Wade
b) Generalprobe gegen Ägypten verpasst er sicher
c) Einsatz zum WM-Start weiterhin möglich
Wer ist Carlo Ancelotti?
Carlo Ancelotti
zählt zu den erfolgreichsten Trainern der Fußballgeschichte. Der
Italiener gewann mehrfach die Champions League und betreut inzwischen
die brasilianische Nationalmannschaft.
Wer ist Neymar?
Neymar
ist Brasiliens Rekordtorschütze und einer der bekanntesten Fußballer
der Welt. Verletzungen haben seine Karriere in den vergangenen Jahren
mehrfach gebremst.
Was ist das Maracanã?
Das Maracanã in Rio de Janeiro gehört zu den berühmtesten Fußballstadien der Welt und war Austragungsort der WM-Finals 1950 und 2014.
OZD-Extras
Fun-Fact: Das Maracanã war einst mit über 190.000 Zuschauern das größte Fußballstadion der Welt und gilt bis heute als Fußball-Heiligtum Brasiliens.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.