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Drohnenhagel über Russland – während Putin Schröder im Kreml empfängt

Hundertfacher Drohnenalarm in Russland und neue Opfer in der Ukraine – während Putin Altkanzler Schröder im Kreml empfängt.

Die militärischen Spannungen im Ukraine-Krieg haben sich erneut massiv verschärft. In der Nacht zum Samstag meldeten russische Behörden umfangreiche Drohnenangriffe auf mehrere Regionen des Landes. Gleichzeitig sorgte ein Treffen zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Kreml für politische Diskussionen.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden insgesamt 376 ukrainische Drohnen abgefangen. Besonders betroffen war die Region rund um St. Petersburg, wo laut Behörden mehr als 140 Drohnen abgewehrt worden seien. Auch in Richtung Moskau seien mehrere Flugkörper zerstört worden.

In der Region Twer kam dabei ein Mann ums Leben, nachdem Trümmer einer Drohne ihn getroffen haben sollen. In der südrussischen Stadt Ust-Labinsk brach nach einem Angriff ein Brand in einem Öldepot aus. Die ukrainische Seite äußerte sich zunächst nicht im Detail zu den Vorwürfen.

Auch die Millionenstadt St. Petersburg selbst stand erneut im Fokus der Angriffe. Die Drohnenabwehr sei dort aktiv gewesen, bestätigte Gouverneur Alexander Drosdenko. Besonders brisant: Die Angriffe ereigneten sich am letzten Tag des Internationalen Wirtschaftsforums in der Stadt.

Parallel dazu bestätigte der Kreml ein Treffen zwischen Putin und Gerhard Schröder. Der Inhalt des Gesprächs blieb geheim, russische Regierungsvertreter sprachen lediglich von einem „freundschaftlichen“ und „guten Gespräch“. Schröder gilt seit Jahren als politisch umstrittene Figur aufgrund seiner Nähe zu russischen Energieunternehmen und seiner Kontakte nach Moskau.

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland derweil mangelnden Friedenswillen vor. „Er will den Krieg einfach nicht beenden“, sagte Selenskyj nach einer erneuten Absage Putins an direkte Gespräche ohne vorheriges Abkommen.

Der Kremlchef hatte zuvor erklärt, er sehe „keinen Sinn“ in einem direkten Treffen ohne vorbereitete Ergebnisse. Stattdessen solle auf Expertenebene gearbeitet werden.

Parallel zu den diplomatischen Spannungen bereiten westliche Staaten weitere Gespräche zur Unterstützung der Ukraine vor. In London wollen unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien über militärische und politische Maßnahmen beraten. Ziel ist es, den Druck auf Russland zu erhöhen und die Unterstützung für Kiew zu koordinieren.

Auch die Ukraine meldete im Gegenzug neue russische Angriffe. Laut Luftwaffe seien 272 Drohnen eingesetzt worden, der Großteil habe abgefangen werden können. In den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk gab es Tote und Verletzte durch Einschläge.

Der Krieg, der seit mehr als vier Jahren andauert, zeigt weiterhin keine Anzeichen einer Deeskalation. Vielmehr scheinen sich militärische Operationen und diplomatische Blockaden gegenseitig zu verstärken.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Der Krieg frisst jede diplomatische Spur auf

Die gleichzeitige Eskalation an der Front und die politischen Nebenbühnen zeigen ein bekanntes Muster: Während die Waffen sprechen, bleibt Diplomatie fragmentiert und symbolisch.

Das Treffen zwischen Putin und Schröder wirkt dabei wie ein Relikt aus einer früheren geopolitischen Ordnung. Es verändert keine Frontverläufe, aber es sendet politische Signale – vor allem nach Europa, wo jede Nähe zu Moskau hochsensibel bewertet wird.

Die Prognose: Solange keine direkte Verhandlungsebene zwischen Moskau und Kiew entsteht, wird der Krieg weiter von militärischer Eskalation und internationalen Stellvertreterdebatten geprägt bleiben. Die Drohnenangriffe sind dabei längst Teil einer neuen, asymmetrischen Kriegsrealität.


Historischer Hintergrund

Der Ukraine-Krieg begann im Februar 2022 mit dem russischen Angriff auf die Ukraine und entwickelte sich rasch zu einem der schwerwiegendsten Konflikte in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Wladimir Putin führt seitdem eine militärische Auseinandersetzung, die international als Bruch des Völkerrechts bewertet wird.

Wolodymyr Selenskyj wurde 2019 zum Präsidenten gewählt und ist seit Kriegsbeginn zentrale politische und militärische Führungsfigur der Ukraine. Der Konflikt hat massive geopolitische Spannungen zwischen Russland und dem Westen ausgelöst.


Zukunftsprognose

Die kommenden Wochen dürften von einer weiteren Militarisierung des Konflikts geprägt sein. Drohnen und Luftabwehrsysteme spielen dabei eine zunehmend zentrale Rolle im Kriegsgeschehen.

Diplomatisch bleibt die Lage festgefahren. Zwar gibt es internationale Vermittlungsversuche, etwa durch westliche Staaten, doch eine direkte Verhandlung zwischen den Konfliktparteien ist weiterhin nicht in Sicht.

Auch die Rolle einzelner Vermittlerfiguren wie Schröder bleibt politisch umstritten und ohne erkennbaren Durchbruch.


Gewinnspiel

Frage: In welcher Stadt fand das internationale Wirtschaftsforum in Russland statt?

A) Moskau
B) Sankt Petersburg
C) Kiew
D) Minsk

Teilnahme:

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


Mini-Infobox

Russland meldet 376 abgefangene Drohnen

St. Petersburg erneut im Fokus der Angriffe

Treffen zwischen Putin und Schröder im Kreml

Tote und Verletzte auch in der Ukraine

Diplomatische Gespräche bleiben festgefahren


OZD-Analyse

Militärische Lage

– Massive Drohnenangriffe auf russische Regionen.
– Luftabwehr im Dauereinsatz.

Diplomatische Blockaden

– a) Keine direkten Gespräche zwischen Russland und Ukraine.
– b) Vermittlungsversuche bleiben indirekt.
– c) Internationale Treffen ohne Durchbruch.

Politische Symbolik

– Treffen Putin–Schröder ohne offizielle Inhalte.
– Starke internationale Aufmerksamkeit.
– Folgen: Weitere Polarisierung zwischen Russland und Westen.


Erklärungen Wer ist Wolodymyr Selenskyj?

Wolodymyr Selenskyj ist Präsident der Ukraine und führt das Land seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022. Er ist zentrale politische Figur im internationalen Widerstand gegen Russland.

Wer ist Wladimir Putin?

Wladimir Putin ist Präsident der Russischen Föderation und prägt seit über zwei Jahrzehnten die russische Innen- und Außenpolitik.

OZD-Extras

Bemerkenswert: Drohnen spielen im Ukraine-Krieg eine zunehmend zentrale Rolle und verändern die moderne Kriegsführung grundlegend – sowohl taktisch als auch strategisch.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.