Viele große Städte sind bereits dagegen vorgegangen und veranstalten jedes Jahr im Juni einen sogenannten CSD (Christopher-Street-Day), ein buntes Treiben voller Farben und als Fest der Liebe und des Lebens in allen erdenklichen Formen. Jede Neigung (sexuell oder auch andersweitig), jedes ungewöhnliche oder vielleicht auch kranke Wesen wird akzeptiert und gehört dazu, so einfach ist das. Weltoffen und Hauptsache ausgefallen und bunt, so soll es sein. Wer nicht mitziehen will lässt es halt klaglos über sich ergehen wenn das Volk unter der Flagge des Regenbogens einmal im Jahr umgeht. Leider gibt es aber auch immer Leute die es nicht ertragen können das bunte Volk einfach ziehen zu lassen, sie sorgen für Hass und Hetze gegen alles was nicht denkt wie sie selbst. Oft sind das auch jene die eine andere Hautfarbe oder Lebensstil nicht akzeptieren können. Eine ziemlich deprimierende Tatsache, sind die Regenbögen eigentlich von Natur aus friedlich und müssen sich doch oft notgedrungen zur Wehr setzen. Wer lässt sich schon gerne ins Krankenhaus prügeln?
Heute ist einer der wenigen Tage im Jahr an dem Mercedes sich fest frei nimmt. Den Großteil ihres Lebens verbringt sie in ihrer Pathologie, wartet zu Hause ja niemand auf sie kann sie ihre Zeit auch nutzen. Doch es gibt ganz wenige Ausnahmen, die ihren Kalender ein wenig aufpeppen und ihre Urlaubstage nicht vollends elendig sterben lassen am Ende jedes Jahres. Zum Anlass dieses Tages hat sogar ihre Wohnung einmal das Recht auf eine Audienz ihrer Herrin. Es ist ein winziges 2-Raum-Appartment nur wenige Schritte von ihrer Pathologie entfernt und besitzt nichts wirklich Persönliches das darauf schließen lassen würde das sie doch schon viele Jahre dort wohnt. Außer einem einfachen Bett, mit Regenbogen – Bettwäsche bezogen, einer Toilette und einer einfachen Dusche die einfach sinnlos von dem Architekten in eine Ecke gequetscht wurde um sie noch annähernd logisch unter zu bringen, gibt es hier nicht viel. Naja, da ist noch der Kühlschrank der nur mit Tiefkühlessen befüllt ist und ihr Badezimmer – Schränkchen in dem ihre wenige Kosmetik Platz findet. Was man halt Kosmetik nennt… Haarbürste, Zahnbürste und ein paar Cremes um die Haut in Ordnung zu halten wenn man jeden Tag mit Chemikalien zu tun und die Hände ständig in Leichenflüssigkeiten hat. Achja und kunterbunte Makeup Farben speziell für den CSD. Normalerweise ist Mercedes keine Freundin von Makeup, wer außer den Leichen und vielleicht Kommissar Toben sollte sie schon sehen? Es lohnt sich einfach nicht. ABER am CSD wird in die farbige Trickkiste gegriffen! Bunte Regenbogenflaggen auf den Wangen, den Lidschatten in pink-lila-blau gehalten als Zeichen für ihre bisexuelle Neigung und zum Schluss noch mit bunten Strassteinen alles ein wenig abgerundet. Alles ist besser mit Glitzer. Schnell noch ihre große Bisexuell – Flagge über die Schultern geworfen welche ihr über den ganzen Rücken bis zu den Knöcheln geht, ihren regenbogenfarbenen Schal wieder um den Hals geworfen und dann kann es losgehen zum Straßenfest. Perfekt!
Auf dem Versammlungsplatz zu dem der eigentliche Marktplatz mitten in der Stadt umfunktioniert worden ist angekommen ist schon einiges zu sehen. Mehr Farben als man es für möglich hält, irgendjemand hat Lautsprecherboxen mitgebracht und spielt laut seine Playlist über die Menge, angefangen natürlich mit dem „YMCA“ Klassiker, der nicht fehlen darf. Handwägen mit Flugblättern und Wasserflaschen für Notfälle stehen überall dazwischen. Es ist schließlich Juni und sehr warm, da muss für alles vorgesorgt werden wenn man auch durchaus benachteiligte und kranke Leute dabei hat. Genau wegen dieser Wärme sind auch ihre paranormalen Mitbewohnerinnen in der Pathologie geblieben, die Eisfee hat nur angewidert den Kopf geschüttelt und ist in ihre Kühlzellen verschwunden und ihre Dryade hat bereits letzten Monat als die Hitze begann auf einen Zimmerbrunnen bestanden mit dem sie sich berieseln lassen kann. Die Pathologin kann ihrer Hoheit ja doch keinen Wunsch abschlagen und unter dem sitzt sie nun in ihrer Miniaturversion auf dem Schreibtisch neben ihrem Gummibaum und hat keinerlei Anstanden gemacht sich dort weg zu bewegen als Mercedes gefragt hat ob die Mädels mitkommen wollen. Um sich herum kann Mercedes überall nette Gespräche und viele, viele Umarmungen wahrnehmen. Die Leute hier sind einfach freundlich, selbst wenn manche Neigungen einem noch so befremdlich erscheinen werden sie doch akzeptiert und sind fester Bestandteil dieses Volkes. Niemand würde jemand anderes hier quälen oder verlachen.
Mag es nun der Furry sein, der Dominante und weniger Dominante oder die dutzenden verschiedenen Varianten des Regenbogens. Was Mercedes allerdings auch sehen kann ist eine ganze Menge Paranorms die in dem bunten Treiben mittrubeln. Was ist nur geschehen? Letztes Jahr zum CSD hatte sie diese komische Sicht noch nicht, da waren es einfach nur bunte Menschen. Doch jetzt sieht sie eindeutig einige Charakteristika die sicher nicht menschlich sind und sie meint nicht die Puppys mit ihren Ledermasken. Dabei kennt sie einige der Paranorms zumindest vom Sehen her noch aus dem letzten Jahr, doch dieses Mal sieht sie was wirklich hinter der Fassade der Gesichter steckt. Sie kann es sich einfach nicht erklären… Es ist ein Phänomen… Nicht das die Leute um sie herum jetzt weniger nett wären oder weniger Vertrauen verdient hätten als letztes Jahr, aber sie bekommt es einfach nicht in ihren Kopf woher ihre eigene Verwandlung gewissermaßen kommt. In Gedanken versunken bekommt sie gar nicht mit wie sich jemand von hinten an sie anschleicht und die Hände auf ihre Schultern legt. Erschrocken fährt sie zusammen und dreht sich dann herum, nur um ein breites und sonniges Lächeln in einem ihr sehr bekannten Gesicht zu sehen. Grüne Augen leuchten sie an und eine Menge Ohrringe glitzern in der Sonne. Wie immer sind die Haare an beiden Seiten des Schädels fein säuberlich kahl geschoren und nur der lange Zopf in der Mitte liegt bis auf den Rücken hinunter.
Ein giftgrünes Tanktop und eine tannengrünen Weste mit ausgefransten Ärmeln und mehr Buttons und Aufnähern als Mercedes auf die Schnelle zählen kann ist die Kleidungswahl für heute. Dazu kommt eine ebenfalls tannengrüne Jeans mit leicht aufgerauten Stellen und ein paar schwarze Boots an den Füßen, Hunter hat schon Style das muss man ihm lassen. „Hunter! Was machst du denn hier? Ich freu mich dich zu sehen, wirklich!“ Mercedes legt die Arme um den jungen Mann. „Hallo Frau Doktor. Ich hab dich gerade philosophieren sehen und dachte ich reiße dich mal aus deinen sicher wieder krassen Gedanken. Du bist doch sicher nicht zum Grübeln hier. Heute wird demonstriert und für den Regenbogen gekämpft.“ Mercedes hielt es nicht für möglich, aber sein Grinsen wird noch breiter und seine Fangzähne funkeln im Licht. Er ist schon ein lieber Kerl und ein wahrer Frohmut. „Wie geht es dir denn Hunter? Ist wieder alles okay bei dir? Ach und danke für das nette Geschenk, ich habe mich wirklich gefreut und bin bestimmt etwas dicker geworden. Das Plüschi sitzt jetzt auf meinem Schreibtisch.“ Das Lächeln ebbt ein wenig ab und es tut Mercedes fast ein wenig Leid nachgefragt zu haben. „Naja, nach Anne´s Tod war es echt schwer für mich, aber ich glaube nicht das sie will das ich zu Hause sitze und traurig bin. Bestimmt wird es heute ganz lustig und das kann mir nur gut tun. Ein wenig Abwechslung weißt du?“ „Ja, verstehe ich schon. Sorry, ich wollte dich auch nicht traurig machen. Ich bin manchmal ein wenig insensibel. Berufsrisiko schätze ich.“ Das Lächeln kehrt wieder auf Hunters Gesicht zurück. „Ach Quatsch, ist doch lieb das du wenigstens fragst Frau Doktor. Besser als gar kein Interesse zu zeigen, das würde mir Sorgen machen. Freut mich auch das mein Plüschi jetzt mit auf dich aufpasst, ich wollte wenigstens ordentlich Danke sagen nachdem du mir meine Schuppen gerettet hast. Hat Mama mir so beigebracht.“ Nun muss sogar Mercedes lächeln und streichelt ihm leicht über den Arm. „Du kannst denke ich das Frau Doktor weg lassen, wenigstens wenn ich außer Dienst bin. Mercedes ist okay.“
Eifrig nickt Hunter und sein Zopf tanz wild hinter ihm. „Okay, hi Mercedes ich bin Hunter.“ Ein Prusten entweicht Mercedes. Dann schaut sie auf und an Hunter vorbei und bemerkt das sich die Stimmung auf dem Platz doch reichlich verändert hat. An einigen Stellen sind einige Paare nun doch ein wenig stark am Liebe zeigen. Okay, dies ist der Tag der Liebe und des Lebens aber sich gegenseitig die Zungen in den Hals zu stecken und wild zu stöhnen ist doch selbst für den CSD ein wenig übertrieben. Andere Leute sehen jene Paare auch ein wenig verstört an, bevor sie selbst beginnen sich gegenseitig um einige Kleidungsteile zu erleichtern und so langsam beginnt der Versammlungsplatz einer Orgie á la römisches Gelage zu ähneln. Mercedes runzelt die Stirn und sieht Hunter fragend an. Der sieht in die Richtung und seine Augen werden groß als immer mehr Leute anfangen sich doch etwas ZU freizügig zu benehmen. „Wow, was ist denn da los? Das ist aber schon krass, oder?“ Nachdenklich versucht Mercedes den Weg zu verfolgen den die „Seuche“ nimmt in der Menge. „Ja, das ist schon heftig. Nicht das sie noch bei der Polizei landen. Wir haben den CSD noch nicht allzu lange durchgesetzt, nicht das sie ihn wegen so einem Verhalten gleich wieder kippen. Da stimmt doch etwas nicht.“ Dann fixiert sie sich auf eine Gestalt die sich eindeutig gegen die Menge bewegt und jedes Mal wenn der Mann an Zweiflern vorbei geht beginnen diese kurz danach auch durch zu drehen. Dieser Mann hat Hörner, ein Paranorm! Er ist schick gekleidet mit schwarzen Pumphosen und goldenen Espadrillos an den Füßen, dazu eine weiße Tunika mit goldenen Stickereien die Mercedes auf die Entfernung jedoch nicht weiter erkennen kann. Immer weiter verschwindet er in die Menge, nein er darf nicht weiter machen. Dies ist ein Tag des Festes und nicht der Verhaftungen wegen öffentlichen Ärgernisses. „Hunter, ich hab ihn! Hilf mir mich da durch zu kämpfen!“ Der junge Mann sieht sie verwirrt an.
„Wen hast du?“ „Keine Fragen jetzt! Hilf mir einfach! Wie wirkt dein Gift? Du bist doch eine Giftschlange oder?“ Hunter sein Gesicht zeigt alle Verwirrtheit in seinem Kopf deutlich. „Ja, ich kann das kontrollieren wie ich mein Gift einsetze.“ In der Zeit hat sich Mercedes schon auf den Weg gemacht hinter dem Gehörnten herzurennen, bevor sie ihn noch aus den Augen verliert. „Gut, leg ihn lahm wenn wir ihn haben! Keine schweren Verletzungen!“ Staunend schaut der junge Mann hinter der Pathologin her bevor er ihr folgt, mitten in die Menge der immer aufgeheizteren Leiber die sich ineinander und aneinander verschlingen. Hat sie eigentlich nie frei? Trotzdem ist er froh das sie ihm das Vertrauen entgegen bringt ihr zur Hilfe zu stehen, das bedeutet ihm wirklich viel und trotz der seltsamen Umstände muss er lächeln. Es wird ein wahres Abenteuer sich durch diese Menge an halbnackten Körpern einen Weg zu bahnen. Einige sind bereits zu Boden gegangen und streicheln und liebkosen ihre Partner, sie müssen sich beeilen wenn Mercedes und er noch das Schlimmste abwenden wollen. Da steigt Hunter ein besonderer Geruch in die Nase den er nur zu gut kennt, hat seine Mutter ihn doch immer vor dessen betörender Wirkung gewarnt. Nun weiß er was hier sein Unheil treibt. Er will es Mercedes mitteilen und setzt schon dazu an hinter ihr her zu rufen, als ihm ein Paar direkt vor die Füße fällt und er die Pathologin aus den Augen verliert. „Verflucht!“ Er muss sie finden, sie verlässt sich auf ihn! Das wird schwer in der Menge einen Geruch wieder zu finden, selbst für seine feinen Sinne.
Mercedes hat ihn nun fast, der Gehörnte sieht sich nach ihr um und grinst sie schelmisch über die Schulter an. Er scheint die Zeit nicht zu finden, mehr Leute zu verhexen doch dafür legt er seine Hand im Vorbeirennen an die Wände der Hausschlucht durch die sie gerade rennen und alles was seine Fingerspitzen berühren erstrahlt in leuchtenden Regenbogenfarben. Laut lachend hüpft er vor ihr her wie eine junge Ziege. Ach verdammt, ist ihre Kardio dermaßen schlecht? Das ist wohl auch ihrem Beruf zu danken. „Du hast mich erkannt, Glückwunsch Glückwunsch! Nun fang mich wenn du kannst, doch sei gewiss das die Liebe nicht zu fangen ist! Warum wehrst du dich dagegen? Ist die Liebe nicht wunderschön?“ Ein wenig verzweifelt sieht sich Mercedes nach Hunter um, doch sie muss ihn in dem Trubel verloren haben. Verdammt! „Ich habe nie etwas gegen Liebe gehabt, aber du treibst es zu weit! Ich bin doch selbst hier um sie zu feiern.“ „Kann die Liebe denn zu weit gehen? Geht das wirklich dummer Mensch?“ „Ja, weil Menschen so etwas wie Regeln haben, das scheint dir nicht geläufig zu sein Paranorm.
Wenn die Gesetzeshüter herausfinden was hier los ist lassen sie uns nie wieder feiern!“ Keuchend muss Mercedes Pause machen und bleibt in einer winzigen Nebengasse gebeugt stehen in die sie ihn hat verschwinden sehen. Wie sie aufschaut ist sein Gesicht ganz nah vor ihrem, so das sie seinen süßen Geruch nach Honig in die Nase bekommt. Interessant, ist sie schon zu lange Single oder fehlt ihr der richtige Partner/in? Sie kann zwar eine gewisse Leichtigkeit fühlen durch den Duft den der Gehörnte verströmt, aber fehlt ihr die Lust komplett sich nackt auf dem Boden zu wälzen. Ob das ein gutes Zeichen ist, ist ihr schleierhaft… Sie sieht in tiefbraune, fast schwarze Augen. „Und wer von diesen Gesetzeshütern will mich wohl aufhalten, hm? Sie alle könnten ein wenig mehr Sex in ihrem Leben vertragen, meinst du nicht kleines Menschenweib?“ „Du zerstörst mehr als du schaffst! Geht das nicht in deinen dicken Hörnerschädel?“ Wütend funkelt sie ihn an, es ist der eine Tag im Jahr den Mercedes mal wirklich feiert und dieser Idiot zerstört ihn mit zu gut gemeintem Einsatz. „Du bist ein starkes Weibchen, das bewundere ich… Aber wieso sollte ich mich an die Regeln der Menschen halten?“ Stark schluckend versucht die Pathologin ihren Ärger zu übergehen, irgendwie hat sie das Gefühl das es hier keinen Sinn hat wütend zu sein. „Hör mal, ich verstehe deinen Ansatz. Ja, die Welt ist ein liebloser Ort geworden.
Es ist schwierig jemanden zu finden der einen wirklich will, durch alle Zeiten und bis ans Ende der Welt. Aber du kannst die Leute doch nicht zu etwas zwingen das nicht richtig für sie ist. Das ist nicht okay. Dieser Feiertag heute soll zeigen das die Liebe nicht tot ist in der Welt. Deswegen treffen wir Menschen uns heute, um zu zeigen das Liebe schön sein kann egal wie jemand ist oder was er mag. Das ist wichtig. Aber du könntest ihn zerstören wenn die Leute da hinten einen Porno drehen. Gesetzeshüter sehen das nicht gerne und viele werden dann diesen Tag verbieten wollen weil sie ihn für dreckig halten. Aber um die Liebe zeigen zu können, friedlich, brauchen wir diesen Tag. Kannst du das verstehen?“ In dem Gesicht des Paranorms arbeitet es, Mercedes kann regelrecht Zahnräder in seinen Gedanken laufen sehen, als etwas verschwommenes und grünes sich von hinten nähert und wie ein Blitz seine Fangzähne in den Hals des Gehörnten schlägt. Dieser schreit kurz und meckernd auf und geht fast sofort in die Knie, sich den Hals haltend. „Mercedes! Bist du in Ordnung? Sorry, du warst auf einmal weg!“ Keuchend starrt Hunter sie an, überlegt kurz und nimmt sie dann fest in den Arm. Mercedes muss lächeln. „Ja, alles okay Großer. Ich hab mit ihm geredet…
Danke.“ Sie gibt ihn ein Küsschen auf die Wange als Dankeschön. „Aber heiliges Skalpell, von dir will ich nicht gebissen werden. Das scheint ja krass zu wirken. Du hast ihm nicht weh getan?“ Hunter schüttelt den Kopf. „Nein, er kann sich nur eine Weile nicht bewegen. Aber er bleibt wach und hat keine Schmerzen. Ich wollte dir noch hinterherrufen, ich habe heraus gefunden was er genau ist. Er ist ein Pan! Mama hat mich immer gewarnt, sie verströmen einen süßen Geruch der Menschen und auch Paranorms betrunken macht. Das kann auch aphrodisierend wirken. Ich hab mich zu stark darauf konzentriert deinen Geruch zu finden, das ich seinen nicht wirklich wahrgenommen habe. Du scheinst aber okay zu sein…“ „Ja, keine Ahnung warum aber ich bin nicht betroffen. Vielleicht kommt das heute Abend, dann kann ich wenigstens was dagegen tun.“ Frech zwinkert sie Hunter an und der grinst nur noch breiter.
Unter der Ausrede das ihrem Freund ein wenig flau ist finden Mercedes und Hunter einen Platz auf einen der Handwagen für den betäubten Pan. Soll er schließlich etwas vom Tag der freien Liebe haben. Im Gegenzug hat er sich bereit erklärt (und auch daran gehalten!) seinen Duft ein paar Nuancen herunter zu schrauben. Peinlich berührt raufen viele ihre Kleidung auf dem Platz zusammen, sich fragend was überhaupt in sie gefahren ist. Andere lassen sich gar nicht stören, haben sie doch längst ein schönes dichtes Gebüsch gefunden um sich auf ihre Art und Weise mit ihrem Partner zu beruhigen. Sie werden dann wohl später zum Umzug stoßen schätzt Mercedes wohl. Sie und Hunter ziehen mit ihrem Pan und dem Rest des bunten Volkes um die Häuser, die Musik spielt wieder und so wurde der CSD doch noch einmal gerettet. Mercedes ist an diesem Tag etwas ganz besonders klar geworden: Liebe ist wahnsinnig wichtig und Beschützens wert, man sollte aber auf die Maße achten und der Ausdruck für Menschen denen es egal ist welches Geschlecht und auf welche Art und Weise sie geliebt werden ist pansexuell. Das ist ihr heute noch umso klarer geworden woher diese Anlehnung kommt.
Bild OZD, Text Cara Viola