Die große Bühne war bereitet, die Kameras auf Cristiano Ronaldo gerichtet, doch am Ende verließ der Superstar das Spielfeld mit gesenktem Kopf. Portugal hat bei der Weltmeisterschaft einen Fehlstart hingelegt und gegen die Demokratische Republik Kongo nur ein enttäuschendes 1:1 (1:1) erreicht. Während die Afrikaner ihren ersten WM-Punkt und ihr erstes WM-Tor überhaupt feierten, muss sich der Europameister von 2016 bereits früh kritischen Fragen stellen.
In Houston begann die Partie zunächst nach Plan. Bereits in der sechsten Minute brachte Joao Neves die Portugiesen in Führung. Der Mittelfeldspieler von Paris Saint-Germain verwertete eine Flanke per Kopf und widmete den Treffer dem verstorbenen Nationalspieler Diogo Jota. Auf den Tribünen verfolgten dessen Eltern die emotionale Szene.
Doch die frühe Führung verlieh Portugal keine Sicherheit. Stattdessen verlor der Nations-League-Sieger zunehmend die Kontrolle über die Partie. Die Demokratische Republik Kongo, die sich unter schwierigen Bedingungen auf das Turnier vorbereitet hatte und wegen des Ebola-Ausbruchs zahlreiche Einschränkungen hinnehmen musste, spielte mutig nach vorne und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten.
Der verdiente Ausgleich fiel kurz vor der Pause. Yoane Wissa traf per Kopf zum 1:1 und sorgte für Jubelszenen bei den „Léopards“. Für die Zentralafrikaner war es ein historischer Moment: Bei ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 1974 gelang ihnen erstmals ein Treffer und ein Punktgewinn auf der größten Fußballbühne der Welt.
Während Kongo Selbstvertrauen tankte, blieb Portugal erstaunlich ideenlos. Vor allem Cristiano Ronaldo war nahezu unsichtbar. Der 41-Jährige, der mit seinem sechsten WM-Turnier einen neuen Rekord aufstellte, wurde von seinen Mitspielern kaum in Szene gesetzt. Erst in der 68. Minute gab der Kapitän seinen ersten Torschuss ab. Wenig später scheiterte er erneut knapp.
Auch Nationaltrainer Roberto Martínez suchte nach Lösungen. Zur Halbzeit nahm er den schwachen Bernardo Silva vom Feld und brachte Francisco Conceicao. Ein Treffer von Joao Cancelo wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Auf der Gegenseite hätte Cedric Bakambu die Sensation sogar perfekt machen können, traf jedoch nur den Pfosten.
Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung bei den Portugiesen deutlich sichtbar. "Wir haben gut gespielt, aber die drei Punkte, die wir haben wollten, nicht geholt. Wir müssen weiter an uns glauben", sagte Torschütze Joao Neves. "Wir hatten den Sieg erwartet."
Für Portugal beginnt die WM damit deutlich holpriger als erhofft. In der Gruppe K warten nun noch Kolumbien und Usbekistan – und der Druck auf Ronaldo und seine Mannschaft wächst bereits nach dem ersten Spiel.
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OZD-Kommentar – Die Ronaldo-Frage wird immer größer
Portugal hat nicht wegen Cristiano Ronaldo nur unentschieden gespielt. Aber das Spiel hat erneut gezeigt, warum die Debatte um seine Rolle nicht verstummen wird. Mit 41 Jahren bleibt Ronaldo eine Legende des Weltfußballs, doch die Realität auf dem Platz wird härter.
Über weite Strecken wirkte der Superstar isoliert und kaum eingebunden. Das Problem liegt nicht allein bei ihm, sondern auch bei einer Mannschaft, die ihren Kapitän noch immer als Mittelpunkt des Spiels betrachtet. Während andere Nationen auf Dynamik und Tempo setzen, hängt Portugal oft an der Frage, wie Ronaldo in Szene gesetzt werden kann.
Die größte Gefahr besteht darin, dass die Mannschaft ihre eigene Entwicklung bremst. Portugal besitzt enorme Qualität, doch gegen die DR Kongo wirkte das Team ideenlos und behäbig. Die Prognose ist eindeutig: Sollte gegen Kolumbien keine deutliche Leistungssteigerung folgen, könnte aus dem Fehlstart schnell eine echte WM-Krise werden.
Historischer Hintergrund
Portugal gehört seit den frühen 2000er-Jahren zu den erfolgreichsten Fußballnationen Europas. Der größte Triumph gelang mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Cristiano Ronaldo prägte diese Ära wie kein anderer Spieler und hält zahlreiche internationale Rekorde.
Die Demokratische Republik Kongo nahm zuvor nur einmal an einer Weltmeisterschaft teil. 1974 trat das Land unter dem Namen Zaire bei der WM in Deutschland an. Der Punktgewinn gegen Portugal stellt daher einen der größten Erfolge der kongolesischen Fußballgeschichte dar.
Zukunftsprognose
Portugal steht bereits früh unter Zugzwang. Die kommenden Begegnungen gegen Kolumbien und Usbekistan werden darüber entscheiden, ob der Titelkandidat seine Ambitionen untermauern kann. Besonders die Offensive muss deutlich effektiver werden.
Für die Demokratische Republik Kongo eröffnet das Remis neue Möglichkeiten. Mit der gezeigten Leistung kann das Team auf weitere Überraschungen hoffen. Der historische Punkt könnte sich noch als Wendepunkt des Turniers erweisen.
Gewinnspiel
Frage: Wer erzielte den Ausgleich für die Demokratische Republik Kongo gegen Portugal?
A) Cedric Bakambu
B) Yoane Wissa
C) Joao Neves
D) Bernardo Silva
Zum Gewinnspiel:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Mini-Infobox
Portugal spielte 1:1 gegen die DR Kongo.
Cristiano Ronaldo absolvierte seine sechste WM.
Joao Neves erzielte das portugiesische Führungstor.
Yoane Wissa traf zum historischen Ausgleich.
Die DR Kongo holte ihren ersten WM-Punkt überhaupt.
OZD-Analyse
Portugal unter Druck
– Der Favorit ließ gegen einen Außenseiter wichtige Punkte liegen.
Ronaldo im Mittelpunkt
– a) Rekord mit sechs WM-Teilnahmen.
– b) Kaum Torchancen im Spiel.
– c) Diskussion über seine Rolle dürfte zunehmen.
Historischer Erfolg für Kongo
– Erster WM-Punkt der Landesgeschichte.
– Erstes WM-Tor überhaupt.
– Neue Hoffnung für die Gruppenphase.
Erklärungen
Wer ist Cristiano Ronaldo?
Cristiano Ronaldo zählt zu den erfolgreichsten Fußballern aller Zeiten. Der ehemalige Weltfußballer gewann zahlreiche Titel und hält zahlreiche Torrekorde auf internationaler Ebene.
Wer ist Roberto Martínez?
Roberto Martínez übernahm nach der WM 2022 die portugiesische Nationalmannschaft und soll das Team zu einem weiteren internationalen Titel führen.
Was ist die Demokratische Republik Kongo?
Demokratische Republik Kongo ist eines der größten Länder Afrikas. Die Nationalmannschaft trägt den Spitznamen „Léopards“ und nahm zuvor nur 1974 unter dem Namen Zaire an einer Weltmeisterschaft teil.
OZD-Extras
Mit 41 Jahren und 132 Tagen gehört Cristiano Ronaldo nun zu den ältesten Spielern der WM-Geschichte. Gleichzeitig ist er der erste Fußballer überhaupt, der an sechs Weltmeisterschaften teilgenommen hat.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.