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Hormus steht still

Nach den jüngsten Angriffen im Iran-Konflikt meiden immer mehr Frachtschiffe die Straße von Hormus. Die Folgen könnten den Welthandel und die Energiepreise weltweit belasten.

Übersicht 

Nur sechs Frachtschiffe passierten Hormus bis Donnerstagmittag.

Am Mittwoch waren es noch 21 Schiffe.

Die USA griffen nach eigenen Angaben mehr als 80 iranische Ziele an.



Die jüngste militärische Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeigt bereits deutliche Auswirkungen auf den internationalen Schiffsverkehr. In der strategisch bedeutenden Straße von Hormus ging die Zahl der passierenden Frachtschiffe am Donnerstag drastisch zurück. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler befanden sich bis 16.30 Uhr (MESZ) lediglich sechs Frachtschiffe in der Meerenge. Einen Tag zuvor waren es noch 21 gewesen.

Auslöser der Entwicklung sind neue Angriffe auf Handelsschiffe in der Nähe der Straße von Hormus, für die Washington die Führung in Teheran verantwortlich macht. Als Reaktion griffen die USA nach eigenen Militärangaben mehr als 80 iranische Ziele in der Region an. Der Iran antwortete nach eigenen Angaben mit zahlreichen Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain.

Die angespannte Sicherheitslage verändert inzwischen auch das Verhalten der Reedereien. Zahlreiche Schiffe schalteten ihre Transponder aus oder nutzten bevorzugt die nördliche Schifffahrtsroute, für deren Befahrung eine Genehmigung des Iran erforderlich ist. Die südliche Passage entlang der Küste Omans wird dagegen weitgehend gemieden. Gerade dort ereigneten sich zwei der jüngsten Angriffe auf Handelsschiffe.

Bereits nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar hatte Teheran die Straße von Hormus zeitweise blockiert. Nach dem im Juni vereinbarten Rahmenabkommen zur Beendigung des Konflikts nahm der Schiffsverkehr zwar wieder zu, erreichte jedoch nie das Niveau vor Kriegsausbruch. Die aktuellen Angriffe haben diese fragile Erholung nun erneut unterbrochen.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Jede Rakete trifft auch die Weltwirtschaft

Die Straße von Hormus ist weit mehr als eine regionale Wasserstraße. Sie ist eine der wichtigsten Lebensadern des globalen Energiehandels. Schon wenige militärische Zwischenfälle reichen aus, um Reedereien zu verunsichern, Versicherungsprämien steigen zu lassen und Rohstoffmärkte nervös werden zu lassen. Jede weitere Eskalation birgt das Risiko neuer Preissteigerungen bei Öl, Treibstoffen und Transportkosten. Gewinner einer solchen Entwicklung gibt es kaum.


Historischer Hintergrund

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Über diese nur wenige Kilometer breite Wasserstraße wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Erdöls sowie große Mengen Flüssigerdgas transportiert. Immer wieder kam es dort in den vergangenen Jahrzehnten zu Spannungen zwischen dem Iran, den USA und ihren Verbündeten. Die Region gilt als einer der geopolitisch sensibelsten Verkehrskorridore der Welt.


Zukunftsprognose

Sollte sich die Sicherheitslage weiter verschlechtern, könnten zahlreiche Reedereien ihre Fahrpläne anpassen oder die Passage vollständig meiden. Dies würde Lieferketten belasten, Transportzeiten verlängern und den internationalen Energiehandel zusätzlich verteuern. Gleichzeitig dürfte der militärische Schutz von Handelsschiffen in der Region weiter ausgebaut werden.


Gewinnspiel

Frage: Welche Meerenge gilt als zentrale Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer?

A) Bosporus

B) Straße von Hormus

C) Straße von Malakka

D) Suezkanal

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OZD-Analyse

Hauptpunkt

– Die militärische Eskalation beeinflusst unmittelbar den internationalen Schiffsverkehr.

Hauptpunkt

– a) Reedereien meiden besonders gefährdete Seewege.

– b) Versicherungs- und Transportkosten könnten steigen.

– c) Der weltweite Energiehandel gerät erneut unter Druck.

Hauptpunkt

– Folgen

– Anhaltende Unsicherheit könnte Ölpreise, Lieferketten und die globale Konjunktur erheblich belasten.


Erklärungen

Was ist die Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und gehört zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öl- und Gashandel.


Was ist Kpler?

Kpler ist ein internationales Daten- und Analyseunternehmen, das unter anderem Schiffsbewegungen, Rohstofftransporte und Entwicklungen auf den globalen Energiemärkten auswertet und überwacht.


OZD-Extras

Schätzungen zufolge wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls über die Straße von Hormus transportiert. Bereits kurzfristige Störungen können deshalb erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise und internationale Finanzmärkte haben.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.