Kleine Übersicht
Donald Trump droht dem Iran mit massiven Angriffen auf Infrastruktur.
US-Medien berichten über mögliche Militärschläge bereits am Wochenende.
Im Fokus stehen offenbar Ölraffinerien und Kraftwerke.
Die Lage in der Straße von Hormus bleibt angespannt und belastet die Weltwirtschaft.
Die Spannungen im Nahen Osten nehmen erneut deutlich zu. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit massiven Angriffen auf wichtige Infrastruktur gedroht und damit die Sorge vor einer weiteren Eskalation des seit Monaten andauernden Konflikts verstärkt.
Bei einer Kabinettssitzung in der Präsidentenresidenz Camp David erklärte Trump mit Blick auf die Führung in Teheran: "Wir werden ihn ganz hart angehen." Irgendwann werde die iranische Führung sagen: "Das halten wir einfach nicht mehr aus."
Kurz darauf berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter, Trump habe einen neuen Angriff angeordnet, der den Iran zur Aufgabe bewegen solle. Dem Bericht zufolge könnten erste Militärschläge bereits an diesem Wochenende erfolgen.
Auch CBS News berichtete unter Berufung auf mehrere Regierungsvertreter, die USA und Israel bereiteten gemeinsame Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur vor. Als mögliche Ziele gelten demnach Ölraffinerien und Kraftwerke. Nach Angaben des Senders habe Trump allerdings noch keine endgültige Freigabe für einen Militäreinsatz erteilt. Washington und Jerusalem stimmten ihre Planungen jedoch eng miteinander ab.
Die Berichte folgen auf Gespräche zwischen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Präsident Trump und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington. Netanjahu hatte erklärt, Ziel seiner Reise sei unter anderem gewesen, die Sicherheitslage Israels angesichts des anhaltenden Konflikts mit dem Iran zu beraten.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Trump den Druck auf Teheran deutlich erhöht. In sozialen Netzwerken schrieb er: "Jedes Mal, wenn die Islamische Republik Iran in der Straße von Hormus auf ein Schiff schießt (...), werden die Vereinigten Staaten eine Brücke oder ein Kraftwerk bombardieren und zerstören."
Die militärischen Spannungen bestehen trotz eines Mitte Juni geschlossenen Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran, das ursprünglich innerhalb von 60 Tagen zu einem umfassenden Friedensvertrag führen sollte. Mitte Juli nahmen die USA ihre Angriffe jedoch wieder auf. Der Iran reagierte mit neuen Angriffen auf Ziele in der Region.
Besonders kritisch bleibt die Lage in der Straße von Hormus. Die strategisch bedeutende Meerenge ist seit Monaten stark eingeschränkt nutzbar. Iranische Streitkräfte hinderten zuletzt mehrfach Handelsschiffe daran, nahe der omanischen Küste zu passieren, und versuchten nach eigenen Angaben, Schiffe zur Nutzung iranischer Gewässer sowie zur Zahlung von Gebühren für eine sichere Durchfahrt zu bewegen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Die Welt rückt gefährlich nah an eine neue Eskalationsstufe
Die jüngsten Drohungen aus Washington zeigen, wie fragil die Lage im Nahen Osten geworden ist. Angriffe auf Energieinfrastruktur würden den Konflikt weiter verschärfen und könnten weit über die Region hinaus wirtschaftliche Folgen auslösen. Besonders kritisch wäre eine weitere Beeinträchtigung der Straße von Hormus, denn sie betrifft nicht nur die Kriegsparteien, sondern die globale Energieversorgung. Diplomatische Lösungen erscheinen derzeit weiter entfernt als noch vor wenigen Wochen.
Historischer Hintergrund
Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind seit der Islamischen Revolution 1979 von tiefem Misstrauen geprägt. Die Straße von Hormus entwickelte sich immer wieder zum geopolitischen Brennpunkt. Seit Beginn des aktuellen Iran-Krieges haben sich militärische Zwischenfälle und Angriffe auf Schiffe sowie Energieanlagen deutlich gehäuft. Israel betrachtet das iranische Raketen- und Atomprogramm seit Jahren als existenzielle Bedrohung und arbeitet sicherheitspolitisch eng mit den Vereinigten Staaten zusammen.
Zukunftsprognose
Sollten die angekündigten Angriffe tatsächlich erfolgen, ist mit iranischen Gegenreaktionen gegen militärische Einrichtungen, Energieinfrastruktur oder den Schiffsverkehr in der Region zu rechnen. Gleichzeitig dürfte der internationale Druck auf beide Seiten steigen, neue diplomatische Gespräche aufzunehmen. Die weitere Entwicklung hängt entscheidend davon ab, ob die militärische Eskalation begrenzt bleibt oder sich auf weitere Staaten der Region ausweitet.
Auswirkungen auf die Börsen: Bereits die Aussicht auf neue Angriffe sorgt für Nervosität an den Finanzmärkten. Besonders der Ölpreis könnte deutlich steigen, falls Infrastruktur oder Schifffahrtswege in der Straße von Hormus beeinträchtigt werden. Davon würden Energieunternehmen kurzfristig profitieren, während Fluggesellschaften, Transport- und Industrieunternehmen unter höheren Energiekosten leiden könnten. Auch Gold und andere als sicher geltende Anlagen könnten verstärkt nachgefragt werden.
Gewinnspiel
Frage: Welche strategisch wichtige Meerenge steht im Mittelpunkt des Konflikts?
A) Bosporus
B) Suezkanal
C) Straße von Hormus
D) Straße von Gibraltar
Gewinnspiel:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
OZD-Analyse
Hauptpunkt: Militärische Eskalation nimmt zu
– Die gegenseitigen Drohungen zwischen den USA, Israel und dem Iran verschärfen die ohnehin angespannte Sicherheitslage.
Hauptpunkt: Mögliche Ziele
– a) Ölraffinerien.
– b) Kraftwerke.
– c) Weitere Infrastruktur mit strategischer Bedeutung.
Hauptpunkt: Folgen
– Höhere Risiken für die weltweite Energieversorgung, steigende Ölpreise, Belastungen für die Weltwirtschaft und eine zunehmende Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten.
Erklärungen
Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Über diese Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Jede militärische Eskalation in diesem Gebiet kann erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise und den internationalen Handel haben.
Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten. Seine Regierung verfolgt gegenüber dem Iran einen harten sicherheits- und außenpolitischen Kurs und unterstützt Israel eng bei dessen sicherheitspolitischen Zielen.
OZD-Extras
Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls wird normalerweise über die Straße von Hormus transportiert. Schon geringe Einschränkungen des Schiffsverkehrs können erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten haben.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.