Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

10 Euro im Monat für jedes Kind: Kabinett beschließt neues Vorsorgemodell

Die Bundesregierung hat die Frühstartrente beschlossen. Künftig soll der Staat für Kinder ab sechs Jahren monatlich Geld für die private Altersvorsorge ansparen.

Kurzüberblick

Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zur Frühstartrente.

Zehn Euro monatlich vom Staat für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren.

Start mit dem Geburtsjahrgang 2020.

Auszahlung grundsätzlich erst ab dem 65. Lebensjahr.

Eltern und Großeltern können freiwillig zusätzlich einzahlen.


Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Einführung der sogenannten Frühstartrente beschlossen. Mit dem neuen Modell will die Bundesregierung Kinder bereits frühzeitig an den langfristigen Vermögensaufbau heranführen und gleichzeitig die private Altersvorsorge stärken.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bezeichnete die Reform als wichtigen Schritt für mehr Chancengleichheit.

„Die Frühstartrente ist ein wichtiger Beitrag für eine bessere Altersvorsorge und mehr Chancengleichheit“, erklärte Klingbeil. „Jedes Kind erhält so ein Startkapital für die eigene private Altersvorsorge.“

Nach dem Gesetzentwurf soll der Staat für jedes anspruchsberechtigte Kind vom sechsten bis zum 18. Geburtstag monatlich zehn Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot einzahlen.

Die Regelung soll mit dem Geburtsjahrgang 2020 beginnen und rückwirkend zum 1. Januar 2026 gelten. Ab dem Jahr 2027 wird anschließend jährlich jeweils der neue Jahrgang der dann sechsjährigen Kinder aufgenommen.

Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sollen junge Menschen dadurch frühzeitig Erfahrungen mit langfristigem Vermögensaufbau sammeln.

„So bauen junge Menschen über die Jahre ein eigenes Vermögen auf und lernen früh, wie Vorsorge am Kapitalmarkt funktioniert“, erklärte Klingbeil.

Die staatlich geförderten Verträge müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Vorgesehen sind unter anderem ein effektiver Kostendeckel sowie der Verzicht auf Abschluss- und Vertriebskosten bis zur Volljährigkeit.

Falls Eltern zunächst kein Depot eröffnen, gehen die staatlichen Ansprüche nicht verloren. Die Kinder können die Zuschüsse später dennoch abrufen.

Die angesparten Erträge bleiben bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei. Eine Auszahlung des geförderten Kapitals ist grundsätzlich erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres vorgesehen.

Zusätzlich können Eltern oder Großeltern freiwillig eigenes Geld einzahlen. Bis zu 6840 Euro pro Jahr dürfen dem Depot aus privaten Mitteln gutgeschrieben werden. Eine zusätzliche steuerliche Förderung für diese freiwilligen Einzahlungen ist jedoch nicht vorgesehen.

Mit der Frühstartrente setzt die Bundesregierung verstärkt auf kapitalgedeckte Elemente innerhalb der Altersvorsorge und verfolgt das Ziel, bereits in jungen Jahren den Aufbau privaten Vermögens zu fördern.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Ein langfristiger Impuls mit begrenzter finanzieller Wirkung

Die Frühstartrente setzt ein politisches Signal: Private Altersvorsorge soll möglichst früh beginnen. Die monatlichen zehn Euro allein werden im Alter zwar keine ausreichende Absicherung schaffen. Sie können jedoch einen Einstieg in langfristiges Sparen und den Umgang mit Kapitalanlagen ermöglichen. Entscheidend wird sein, wie viele Familien das Modell später durch eigene Einzahlungen ergänzen.

Historischer Hintergrund

Das deutsche Rentensystem basiert überwiegend auf dem Umlageverfahren, bei dem die Erwerbstätigen die laufenden Renten finanzieren. Angesichts des demografischen Wandels wird seit Jahren über zusätzliche kapitalgedeckte Vorsorgemodelle diskutiert. Die Frühstartrente soll diesen Ansatz bereits im Kindesalter beginnen lassen.

Zukunftsprognose

Sollte das Gesetz in Kraft treten, könnte die Frühstartrente langfristig zu einer stärkeren Verbreitung kapitalgedeckter Altersvorsorge beitragen. Ob das Modell dauerhaft ausgebaut oder finanziell angepasst wird, dürfte von den Erfahrungen der ersten Jahre sowie der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängen.


Gewinnspiel

Frage: Wie hoch soll der monatliche staatliche Beitrag zur Frühstartrente pro Kind sein?

A) 5 Euro

B) 10 Euro

C) 20 Euro

D) 25 Euro

Mitmachen:

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

Zehn Euro monatlich pro Kind.

Förderung vom sechsten bis zum 18. Geburtstag.

Start mit dem Geburtsjahrgang 2020.

Auszahlung grundsätzlich ab 65 Jahren.

Freiwillige Zusatzeinzahlungen möglich.


OZD-Analyse

1. Ziel der Reform

– Frühzeitiger Vermögensaufbau und Stärkung der privaten Altersvorsorge.

2. Kernelemente

– a) Staatliche Einzahlung von zehn Euro pro Monat.

– b) Kapitalgedecktes Vorsorgedepot.

– c) Freiwillige Ergänzung durch Familien möglich.

3. Folgen

– Das Modell könnte das Bewusstsein für langfristige Geldanlage stärken. Die tatsächliche Wirkung auf die spätere Altersvorsorge hängt jedoch maßgeblich von der Entwicklung der Kapitalmärkte und möglichen privaten Zusatzeinzahlungen ab.


Erklärungen

Was ist die Frühstartrente?

Die Frühstartrente ist ein geplantes staatlich gefördertes Altersvorsorgemodell. Für Kinder soll der Staat regelmäßig Geld in ein kapitalgedecktes Vorsorgedepot einzahlen, das erst im Rentenalter ausgezahlt wird.

Was bedeutet kapitalgedeckte Altersvorsorge?

Bei der kapitalgedeckten Altersvorsorge wird Geld angespart und investiert. Im Gegensatz zum Umlageverfahren entsteht dabei individuelles Vermögen, dessen Entwicklung von den Kapitalmärkten abhängt.

Wer kann zusätzlich einzahlen?

Neben den staatlichen Beiträgen können Eltern, Großeltern oder später die Begünstigten selbst freiwillige Einzahlungen leisten. Diese erhöhen das angesparte Vermögen, werden nach dem Gesetzentwurf jedoch nicht zusätzlich steuerlich gefördert.

OZD-Extras

Die Frühstartrente könnte langfristig die Nachfrage nach kostengünstigen Altersvorsorgeprodukten und Kapitalmarktanlagen erhöhen. Davon könnten Anbieter entsprechender Finanzprodukte profitieren. Kurzfristige Auswirkungen auf die Börsen sind jedoch nicht zu erwarten.


Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.