Fakten im Überblick
Schwarzer Hautkrebs nahm zwischen 2014 und 2024 um 28 Prozent zu.
Weißer Hautkrebs stieg im gleichen Zeitraum sogar um 45 Prozent.
Sachsen verzeichnet bundesweit die stärksten Zuwächse bei beiden Hautkrebsarten.
Die Zahl der Menschen mit Hautkrebs ist in Deutschland innerhalb von zehn Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Krankenkasse KKH hervor, die am Mittwoch in Hannover veröffentlicht wurde. Besonders auffällig ist der starke Anstieg sowohl beim gefährlichen schwarzen Hautkrebs als auch beim deutlich häufiger auftretenden weißen Hautkrebs.
Im Jahr 2024 wurden rund 8000 KKH-Versicherte wegen schwarzen Hautkrebses behandelt. Darunter befanden sich etwa 5000 Frauen. Der Anteil der Betroffenen stieg innerhalb eines Jahrzehnts von 0,38 auf 0,49 Prozent aller Versicherten. Noch deutlicher fiel die Entwicklung beim weißen Hautkrebs aus: Rund 38.000 Versicherte erhielten diese Diagnose, darunter etwa 23.000 Frauen. Der Anteil erhöhte sich von 1,61 auf 2,32 Prozent.
Besonders stark fiel der Anstieg regional aus. Sachsen verzeichnete beim schwarzen Hautkrebs ein Plus von rund 83 Prozent. Es folgen Brandenburg mit 50 Prozent sowie Berlin und Bayern mit jeweils rund 43 Prozent. Beim weißen Hautkrebs verdoppelte sich die Zahl der Betroffenen in Sachsen sogar innerhalb von zehn Jahren. Auch Sachsen-Anhalt und Thüringen meldeten erhebliche Zuwächse.
Nach Angaben der KKH treten beide Hautkrebsarten vor allem bei Menschen ab 55 Jahren auf. Als wichtigste Ursache gilt die über viele Jahre angesammelte UV-Belastung der Haut. Wiederholte Sonnenexposition ohne ausreichenden Schutz erhöht das Erkrankungsrisiko erheblich.
KKH-Ärztin Aurelia Tegtmeyer appellierte deshalb an einen konsequenten Sonnenschutz. Besonders wichtig sei es, intensive Sonneneinstrahlung und die Mittagssonne zu meiden. Lange, luftige Kleidung, Kopfbedeckungen und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor gehörten zum wirksamsten Schutz.
Zudem warnte die Medizinerin vor einem weit verbreiteten Irrtum. "Deshalb sollte Sonnenschutz zur alltäglichen Routine werden – unabhängig davon, ob die Sonne gerade sichtbar scheint oder nicht." Auch bei bewölktem Himmel dringe UV-Strahlung durch die Wolken und könne die Haut langfristig schädigen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Hautkrebs ist längst kein Randproblem mehr
Die neuen Zahlen sind ein deutliches Warnsignal. Während über Ernährung, Fitness und Gesundheitsvorsorge intensiv diskutiert wird, unterschätzen viele Menschen weiterhin die Gefahr der UV-Strahlung. Dabei entstehen Hautschäden oft über Jahrzehnte und bleiben lange unbemerkt. Prävention kostet vergleichsweise wenig – die Behandlung von Hautkrebs dagegen belastet Betroffene und das Gesundheitssystem erheblich. Mehr Aufklärung und konsequente Vorsorge sind deshalb längst keine Option mehr, sondern eine gesundheitspolitische Notwendigkeit.
Historischer Hintergrund
Deutschland zählt seit Jahren zu den Ländern mit steigenden Hautkrebsdiagnosen. Seit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings im Jahr 2008 werden Erkrankungen häufiger erkannt. Gleichzeitig führen intensivere Sonneneinstrahlung, mehr Freizeit im Freien und ein verändertes Urlaubsverhalten dazu, dass die langfristige UV-Belastung vieler Menschen zunimmt. Besonders in Regionen mit älterer Bevölkerung steigt die Zahl der Diagnosen kontinuierlich.
Zukunftsprognose
Experten rechnen damit, dass die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Die alternde Bevölkerung und häufigere Hitzeperioden infolge des Klimawandels könnten diese Entwicklung zusätzlich verstärken. Gesundheitsbehörden dürften deshalb verstärkt auf Präventionskampagnen, Früherkennungsuntersuchungen und Aufklärung setzen. Für das Gesundheitswesen bedeutet dies langfristig steigende Behandlungskosten und einen höheren Bedarf an dermatologischer Versorgung.
Erklärungen
Was ist schwarzer Hautkrebs?
Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. Er kann früh Metastasen bilden und sich im Körper ausbreiten. Wird er jedoch früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen.
Was ist weißer Hautkrebs?
Weißer Hautkrebs umfasst vor allem Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome. Er tritt deutlich häufiger auf als schwarzer Hautkrebs und wächst meist langsamer. Unbehandelt kann er jedoch ebenfalls schwere Gewebeschäden verursachen.
OZD-Extras
Die steigenden Hautkrebszahlen erhöhen auch die wirtschaftliche Bedeutung von Prävention, Sonnenschutzprodukten und dermatologischen Untersuchungen. Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik, Hautpflege und Pharma könnten langfristig von einer wachsenden Nachfrage profitieren. Gleichzeitig steigen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Diagnostik und Behandlung.
Gewinnspiel
Welche Hautkrebsart ist laut der Analyse innerhalb von zehn Jahren besonders stark angestiegen?
A) Schwarzer Hautkrebs
B) Weißer Hautkrebs
C) Keiner der beiden
D) Hautkrebs ist rückläufig
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.