Fakten im Überblick
78 Prozent der Menschen ab 65 Jahren bewegen sich laut RKI zu wenig.
83 Prozent weisen mindestens zwei gesundheitliche Risikofaktoren auf.
72 Prozent essen zu wenig Obst und Gemüse.
Eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) zeichnet ein besorgniserregendes Bild der Gesundheit älterer Menschen in Deutschland. Demnach bewegen sich 78 Prozent der Menschen ab 65 Jahren nicht ausreichend. Gleichzeitig leiden viele unter mehreren verhaltensbedingten Risikofaktoren, die chronische Erkrankungen begünstigen können.
Neben dem Bewegungsmangel fällt vor allem die Ernährung ins Gewicht. 72 Prozent der Befragten essen zu wenig Obst und Gemüse. Mehr als die Hälfte gab zudem an, in der Woche vor der Befragung Alkohol konsumiert zu haben. Jeder fünfte ältere Mensch leidet an starkem Übergewicht, jeder zehnte raucht.
Besonders alarmierend ist die Häufung mehrerer Risikofaktoren. Nach Angaben des RKI leben 83 Prozent der Befragten mit mindestens zwei gesundheitlichen Belastungen gleichzeitig. Im Durchschnitt erfüllt jede befragte Person 2,4 Risikofaktoren. Lediglich zwei Prozent der Menschen über 65 weisen keinen dieser Risikofaktoren auf.
Am häufigsten tritt die Kombination aus zu wenig Bewegung, zu geringer Aufnahme von Obst und Gemüse sowie Alkoholkonsum auf. Rund 22 Prozent der älteren Menschen vereinen diese drei Risikofaktoren gleichzeitig. Weitere 16 Prozent bewegen sich zu wenig und ernähren sich ungesund. Bei acht Prozent wurde ausschließlich Bewegungsmangel festgestellt.
Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Prävention nicht allein auf das Verhalten jedes Einzelnen abzielen dürfe. Ebenso wichtig seien gesundheitsfördernde Lebensbedingungen, die allen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Situation ein gesundes Leben ermöglichen. Die Daten der Untersuchung stammen aus einer Erhebung zwischen Frühjahr 2021 und Frühjahr 2023.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Prävention darf kein Lippenbekenntnis bleiben
Die Zahlen des Robert Koch-Instituts sind ein Warnsignal für Politik und Gesellschaft. Deutschland altert – doch gleichzeitig fehlen vielerorts Angebote, die ältere Menschen dauerhaft zu Bewegung und gesunder Ernährung motivieren. Barrierefreie Sportangebote, sichere Gehwege, wohnortnahe Gesundheitsprogramme und bessere Aufklärung dürfen keine Randthemen bleiben. Jeder Euro, der heute in Prävention investiert wird, spart morgen ein Vielfaches an Behandlungskosten. Bleibt die Entwicklung unverändert, drohen dem Gesundheitssystem in den kommenden Jahren weiter steigende Belastungen.
Historischer Hintergrund
Deutschland gehört zu den Ländern mit einer besonders alternden Bevölkerung. Chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes oder Gelenkerkrankungen nehmen seit Jahren zu. Das Robert Koch-Institut untersucht regelmäßig Gesundheitsverhalten und Risikofaktoren, um Präventionsmaßnahmen wissenschaftlich zu begleiten. Bewegungsmangel gilt weltweit als einer der wichtigsten vermeidbaren Auslöser chronischer Krankheiten.
Zukunftsprognose
Mit dem weiteren demografischen Wandel dürfte die Zahl älterer Menschen in Deutschland weiter steigen. Ohne gezielte Präventionsprogramme könnten chronische Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit deutlich zunehmen. Gleichzeitig werden die Kosten für das Gesundheits- und Pflegesystem weiter wachsen. Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Medizintechnik, Fitness und Prävention könnten langfristig von einer steigenden Nachfrage profitieren.
Erklärungen
Was ist das Robert Koch-Institut (RKI)?
Das Robert Koch-Institut mit Sitz in Berlin ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung für Krankheitsüberwachung, Gesundheitsforschung und Infektionsschutz. Es analysiert regelmäßig Gesundheitsdaten und gibt wissenschaftliche Empfehlungen für Politik und Bevölkerung.
Warum ist Bewegung im Alter so wichtig?
Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose, Demenz und Depressionen. Sie verbessert zudem Mobilität, Lebensqualität und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter.
OZD-Extras
Schon 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – beispielsweise zügiges Spazierengehen oder Radfahren – können das Risiko vieler chronischer Erkrankungen deutlich senken. Für die Börsen haben die Studienergebnisse kurzfristig keine Auswirkungen. Langfristig profitieren jedoch Unternehmen aus den Bereichen Gesundheitsprävention, Reha, Fitness und Medizintechnik von der alternden Gesellschaft.
Gewinnspiel
Wie hoch ist laut RKI der Anteil der Menschen ab 65 Jahren, die sich zu wenig bewegen?
A) 42 Prozent
B) 58 Prozent
C) 78 Prozent
D) 91 Prozent
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.