Fakten im Überblick
Deutschland steht nach dem dramatischen 3:2 gegen Gastgeber Bulgarien erstmals seit fünf Jahren wieder im Viertelfinale einer Volleyball-EM.
Am Dienstag trifft das Team von Bundestrainer Massimo Botti auf den Weltranglistenersten und Turnierfavoriten Polen.
Moritz Reichert sieht Deutschland als Außenseiter, macht aber nach der spektakulären Aufholjagd Mut: „Aber man hat gesehen, dass nichts unmöglich ist.“
Die Beine sind schwer, doch der Glaube ist größer denn je: Deutschlands Volleyballer nehmen aus ihrem dramatischen Achtelfinal-Erfolg gegen Gastgeber Bulgarien enormen Rückenwind mit in das EM-Viertelfinale. Nach dem spektakulären 3:2 nach 0:2-Satzrückstand wartet am Dienstag mit Polen der Weltranglistenerste und Turnierfavorit. Außenangreifer Moritz Reichert weiß, wie gewaltig die Aufgabe wird. „Jetzt kommt mit Polen nicht gerade ein leichterer Gegner, es wird eher noch schwerer. Da wartet eine super schwere Aufgabe“, sagte er. Doch der Abend gegen Bulgarien hat etwas verändert: „Aber man hat gesehen, dass nichts unmöglich ist.“
Das deutsche Team hatte im Achtelfinale eine Situation überstanden, in der vieles bereits gegen die Mannschaft von Bundestrainer Massimo Botti sprach. Zwei Sätze lag Deutschland gegen Bulgarien zurück, dazu peitschte die lautstarke Kulisse den Gastgeber nach vorne. Doch das DVV-Team blieb im Spiel, kämpfte sich zurück und gewann schließlich mit 3:2. „Wir sind super stolz, dass wir das Spiel vor der Kulisse gewinnen konnten. 0:2 hinten zu sein und dann noch mit den Fans gegen sich, ist keine leichte Aufgabe und zeigt, wie gut wir als Team zusammenhalten“, sagte Reichert.
Gerade diese Erfahrung soll nun gegen Polen helfen. Deutschland habe gegen Bulgarien versucht „weiterzumachen“ und schließlich die „Chance im entscheidenden Moment“ ergriffen, erklärte Reichert. Nach dem emotionalen Kraftakt ist allerdings zunächst Regeneration angesagt. „Wir sind einfach happy und auch ein bisschen platt. Wir werden den Sonntag nutzen zur Erholung und uns dann aufs nächste Spiel vorbereiten.“ Viel Zeit bleibt nicht, denn bereits am Dienstag steht die bisher größte Herausforderung des Turniers bevor.
Erstmals seit fünf Jahren gehört Deutschland bei einer Europameisterschaft wieder zu den besten acht Mannschaften. Gegen Polen ändern sich die Voraussetzungen deutlich. Während das DVV-Team gegen Bulgarien nicht nur einen starken Gegner, sondern auch dessen Heimkulisse überwinden musste, kann es im Viertelfinale mit weniger äußerem Druck antreten. „Wir werden nicht mehr so viele Fans in der Halle gegen uns haben“, sagte Reichert. Die Rollen sind für ihn klar verteilt: „Wir werden als Außenseiter ins Spiel gehen, können befreit aufspielen, geben unser Bestes und schauen, was dann drin ist.“
Auch Anton Brehme setzt auf jene Mentalität, die Deutschland ins Viertelfinale getragen hat. Gegen Polen müsse die Mannschaft „so spielen“ wie gegen Bulgarien, „dann haben wir wieder eine Chance“. Für Brehme liegt die größte Stärke des Teams derzeit im Zusammenhalt: „Das war unsere Energie, die wir auf den Platz bringen, jeder für jeden, wir sind wie eine Familie, wir haben uns das verdient.“ Gerade in einem Spiel gegen den Weltranglistenersten könnte diese Geschlossenheit entscheidend werden, wenn Deutschland über längere Phasen unter Druck gerät.
Polen bleibt die ultimative Prüfung. Doch das deutsche Team hat unmittelbar zuvor erlebt, wie schnell sich ein scheinbar verlorenes K.o.-Spiel drehen kann. Aus einem 0:2 gegen Bulgarien wurde ein 3:2, aus drohendem Ausscheiden wurde der größte deutsche EM-Erfolg seit fünf Jahren. Am Dienstag beginnt alles wieder bei 0:0. Deutschland geht als Außenseiter in die Partie – aber diesmal mit der Gewissheit, dass selbst ein fast aussichtsloser Abend noch eine völlig andere Wendung nehmen kann.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Genau jetzt darf Deutschland träumen
Polen ist Weltranglistenerster und Turnierfavorit. Deutschland ist Außenseiter. Daran ändert auch der spektakuläre Sieg gegen Bulgarien nichts. Doch gerade ein K.o.-Spiel folgt nicht immer der Papierform. Wer nach einem 0:2-Rückstand vor einer gegnerischen Heimkulisse noch drei Sätze hintereinander gewinnt, hat zumindest bewiesen, dass er mit extremem Druck umgehen kann.
Entscheidend wird sein, ob Deutschland nach dem kräftezehrenden Achtelfinale körperlich schnell genug regeneriert und gegen Polen von Beginn an sein höchstes Niveau erreicht. Das DVV-Team kann dabei vergleichsweise befreit antreten. Die realistische Prognose: Für den Einzug ins Halbfinale wird Deutschland eine außergewöhnliche Leistung benötigen. Der Sieg gegen Bulgarien hat aber gezeigt, warum die Mannschaft diese Herausforderung nicht ohne Hoffnung angehen muss.
Historischer Hintergrund
Deutschland wartet bei den Männern weiterhin auf den ersten EM-Titel. Den größten Erfolg bei einer Europameisterschaft feierte die deutsche Auswahl 2017, als sie das Finale erreichte und Silber gewann. Seitdem gelang es nicht mehr regelmäßig, bis tief in die entscheidende Turnierphase vorzudringen.
Mit dem aktuellen Viertelfinaleinzug steht das DVV-Team erstmals seit fünf Jahren wieder unter den besten acht Mannschaften Europas. Der Weg dorthin verlief bereits in der Vorrunde vielversprechend: Deutschland gewann vier seiner fünf Gruppenspiele, ehe die Niederlage gegen Olympiasieger Frankreich den Gruppensieg verhinderte und das schwierige Achtelfinale gegen Gastgeber Bulgarien brachte.
Zukunftsprognose
Ein Erfolg gegen Polen würde Deutschland in das EM-Halbfinale bringen und dem deutschen Männer-Volleyball einen erheblichen sportlichen Schub verleihen. Schon das Viertelfinale sorgt nach fünf Jahren ohne einen solchen EM-Erfolg für neue Aufmerksamkeit.
Unabhängig vom Ausgang hat das Turnier gezeigt, dass die deutsche Mannschaft auch unter enormem Druck bestehen kann. Wirtschaftliche Auswirkungen auf Börsen, Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind nicht zu erwarten. Für den Volleyball in Deutschland könnten weitere Erfolge jedoch das mediale Interesse, die Reichweite und langfristig auch die Attraktivität für Sponsoren erhöhen.
Wer ist Moritz Reichert?
Moritz Reichert ist Außenangreifer der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft. Nach dem dramatischen Erfolg gegen Bulgarien betonte er vor allem den Zusammenhalt des Teams und geht davon aus, dass Deutschland gegen Polen befreit auftreten kann.
Wer ist Anton Brehme?
Anton Brehme gehört zu den Leistungsträgern des DVV-Teams. Im Achtelfinale gegen Bulgarien erzielte er 14 Punkte. Nach dem Sieg hob er insbesondere die Energie und den familiären Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft hervor.
Warum ist Polen der große Favorit?
Polen geht als Weltranglistenerster und einer der stärksten Gegner des Turniers in das Viertelfinale. Für Deutschland bedeutet das eine noch schwierigere Aufgabe als das Achtelfinale gegen Bulgarien. Gleichzeitig liegt der größere Erwartungsdruck auf der polnischen Mannschaft.
OZD-Extra – Erst erschöpft, dann gegen die Nummer eins der Welt
Nach rund zweieinhalb Stunden Volleyball-Drama gegen Bulgarien bleibt Deutschland nur wenig Zeit zur Erholung. Reichert bezeichnete die Mannschaft selbst als „ein bisschen platt“. Der Sonntag soll deshalb vollständig der Regeneration dienen, bevor die Vorbereitung auf Polen beginnt.
Psychologisch könnte gerade das Bulgarien-Spiel wertvoll sein. Deutschland hat in einem K.o.-Duell erlebt, dass selbst zwei verlorene Sätze noch nicht das Ende bedeuten. Im Viertelfinale wartet nun zwar eine noch größere sportliche Herausforderung – aber genau deshalb bringt Reicherts Satz die Ausgangslage auf den Punkt: „Aber man hat gesehen, dass nichts unmöglich ist.“
Gewinnspiel
Gegen welches Team spielt Deutschland im Viertelfinale der Volleyball-EM?
A: Bulgarien
B: Frankreich
C: Polen
D: Italien
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.