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Roter Teppich für Xi Jinping: Trump setzt beim Staatsbesuch auf große Gesten – erste Zoll-Einigung steht

Donald Trump empfängt Xi Jinping persönlich bei Washington. China wirbt für Partnerschaft – und im Zollstreit gibt es bereits ein erstes Signal der Entspannung.

Fakten im Überblick

Chinas Staatschef Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA eingetroffen und wurde von Präsident Donald Trump persönlich auf der Joint Base Andrews empfangen.

Xi rief nach seiner Ankunft zu „Partnerschaft statt Rivalität“ zwischen China und den USA auf.

Washington und Peking verlängerten ihre Zollpause um zwei Monate und verschoben damit die nächste mögliche Eskalation bis Januar.

Chinas Staatschef Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten eingetroffen – und US-Präsident Donald Trump machte bereits die Begrüßung zu einem politischen Signal. Auf der Joint Base Andrews im US-Bundesstaat Maryland, südöstlich von Washington, empfingen Trump und First Lady Melania Trump den chinesischen Präsidenten und dessen Ehefrau Peng Liyuan persönlich. Soldaten in Paradeuniform standen bereit, Kampfflugzeuge waren für die Zeremonie positioniert, eine Militärkapelle spielte die Nationalhymnen beider Staaten. Anschließend gingen die beiden Präsidentenpaare gemeinsam über den roten Teppich. Dass ein US-Präsident einen ausländischen Staatschef persönlich auf dem Militärflugplatz begrüßt, ist eine außergewöhnliche protokollarische Geste – und unterstreicht die Bedeutung, die Washington diesem Besuch beimisst. Das Weiße Haus hatte den Empfang auf der Joint Base Andrews bereits vor Xis Ankunft offiziell angekündigt.

Trump zeigte sich anschließend zufrieden mit der Inszenierung. „Ich fand, es war ein großartiges kleines Treffen, ein großartiger Empfang“, sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. Auf die besondere Form seiner Begrüßung angesprochen, erklärte er: „Ich glaube, sie wissen das zu schätzen.“ Xi wiederum setzte unmittelbar nach seiner Ankunft einen anderen Akzent und warb demonstrativ für eine Stabilisierung der Beziehungen zwischen den beiden mächtigsten Volkswirtschaften der Welt. „Unsere beiden Länder sollten Partner statt Rivalen sein“, erklärte er nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. „Das chinesische und das amerikanische Volk pflegen seit Langem freundschaftliche Beziehungen, und unsere Interessen sind eng miteinander verflochten“, führte Xi aus. Er freue sich auf einen Austausch mit Trump über „wichtige Fragen“ der bilateralen Beziehungen und der globalen Lage. Auch die strategische Stabilität solle vertieft werden. Beide Seiten müssten „den richtigen Weg für das Miteinander zweier Großmächte“ finden. Die chinesische Führung hatte bereits vor dem Besuch angekündigt, Dialog, Zusammenarbeit und ein kontrolliertes Management der Differenzen in den Mittelpunkt stellen zu wollen.

Noch bevor Trump und Xi zu ihren zentralen politischen Gesprächen zusammenkamen, verkündete Washington einen ersten konkreten Schritt. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Vereinigten Staaten und China hätten sich darauf verständigt, die bislang bis November geltende Zollpause um weitere zwei Monate zu verlängern. Damit wird eine erneute Eskalation im Handelsstreit zunächst hinausgeschoben. Vorausgegangen waren intensive Gespräche zwischen Bessent, dem chinesischen Vize-Regierungschef He Lifeng und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer. Der Handelskonflikt hatte sich nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus massiv verschärft: Die USA erhöhten ihre Zölle auf chinesische Waren zeitweise auf bis zu 145 Prozent, China reagierte mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent sowie Exportkontrollen auf strategisch bedeutende Rohstoffe. Seit einer Vereinbarung in Genf versuchen beide Seiten, die Eskalationsspirale schrittweise einzudämmen.

Die Verlängerung der Zollpause löst die grundlegenden Konflikte allerdings nicht. Washington und Peking konkurrieren um Halbleiter, Künstliche Intelligenz, seltene Erden, industrielle Lieferketten und technologische Führungspositionen. Hinzu kommen geopolitische Streitpunkte. Besonders sensibel bleibt Taiwan. China betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Staatsgebiets und lehnt amerikanische Waffenlieferungen an Taiwan entschieden ab. Die USA unterhalten keine formellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, sind nach amerikanischem Recht jedoch verpflichtet, der Insel Mittel zur Selbstverteidigung zur Verfügung zu stellen. Nach Reuters-Informationen wird erwartet, dass Xi bei seinen Gesprächen mit Trump erneut auf eine Einschränkung amerikanischer Waffenlieferungen drängt.

Auch Künstliche Intelligenz dürfte einen Schwerpunkt des Gipfels bilden. Beide Staaten investieren massiv in KI-Technologien und streiten zugleich über Exportkontrollen, Hochleistungschips und den Zugang zu strategisch relevanter Technologie. Gleichzeitig gibt es Überlegungen, zumindest bei Sicherheitsrisiken der Künstlichen Intelligenz Gesprächskanäle aufzubauen. Hinzu kommen internationale Krisen wie der Iran-Krieg und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Damit reicht die Agenda weit über die unmittelbaren Wirtschaftsbeziehungen hinaus: Wenn Washington und Peking miteinander verhandeln, geht es zunehmend auch um Regeln für die globale Sicherheits- und Wirtschaftsordnung.

Für Donnerstag ist der politische Höhepunkt des Besuchs vorgesehen. Trump und Xi sollen im Weißen Haus ausführlich miteinander beraten. Anschließend richtet Trump zu Ehren des chinesischen Staatschefs ein Staatsbankett aus. Das Weiße Haus bezeichnet den Besuch als bedeutenden Moment in den Beziehungen beider Staaten. Xi und Peng Liyuan waren seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr zu einem Staatsbesuch in Washington. Am Freitag soll der Besuch mit einem gemeinsamen Tee-Treffen der Präsidentenpaare sowie einem Besuch im Nationalarchiv enden, wo unter anderem die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung aufbewahrt werden.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Große Gesten, große Interessengegensätze

Der persönliche Empfang Xis auf der Joint Base Andrews ist zunächst ein diplomatisches Signal. Trump demonstriert damit, dass er den direkten Kontakt zur chinesischen Führung auf höchster Ebene als wichtig betrachtet. Xi wiederum spricht von Partnerschaft und stabilen Beziehungen. Hinter dieser freundlichen Symbolik bleiben jedoch erhebliche Interessengegensätze bestehen.

Die Verlängerung der Zollpause zeigt, dass beide Regierungen ein Interesse daran haben, eine unmittelbare neue Eskalation des Handelskonflikts zu vermeiden. Sie bedeutet aber noch keine grundsätzliche Lösung. Bei Technologie, Halbleitern, seltenen Erden, Taiwan und Künstlicher Intelligenz verfolgen Washington und Peking weiterhin unterschiedliche strategische Interessen.

Für andere Staaten ist die Stabilität dieses Verhältnisses von erheblicher Bedeutung. Die USA und China gehören zu den größten Volkswirtschaften der Welt, ihre Handels- und Technologiepolitik wirkt sich auf Unternehmen und Lieferketten in Europa, Asien und zahlreichen Schwellenländern aus.

Realistisch erscheint deshalb vor allem eine Phase kontrollierter Konkurrenz: mehr direkte Gespräche und punktuelle Vereinbarungen, ohne dass die grundlegende strategische Rivalität verschwindet. Ob Xis Formel von „Partnerschaft statt Rivalität“ darüber hinaus konkrete politische Substanz erhält, werden die Gespräche im Weißen Haus zeigen.

Historischer Hintergrund

Die USA und die Volksrepublik China nahmen 1979 offiziell diplomatische Beziehungen auf. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich China zu einem der wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten und zugleich zu deren bedeutendstem strategischen Konkurrenten.

Mit Chinas wirtschaftlichem und militärischem Aufstieg verschoben sich die Beziehungen. Handelsungleichgewichte, Technologietransfer, Menschenrechte, das Südchinesische Meer und insbesondere Taiwan entwickelten sich zu dauerhaften Konfliktfeldern.

Während Donald Trumps erster Präsidentschaft eskalierte ab 2018 ein umfassender Handelskonflikt. Washington verhängte Zölle auf chinesische Produkte, Peking reagierte mit Gegenmaßnahmen. Auch unter nachfolgenden US-Regierungen blieb der technologische Wettbewerb bestehen.

Nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus 2025 verschärfte sich der Zollkonflikt erneut deutlich. Zeitweise erreichten amerikanische Zölle auf chinesische Waren bis zu 145 Prozent, während China Gegenzölle von bis zu 125 Prozent verhängte. Spätere Verhandlungen führten zu einer vorläufigen Entspannung.

Trump reiste im Mai 2026 nach Peking. Der aktuelle Gegenbesuch Xis in Washington ist damit Teil einer Serie direkter Kontakte, mit denen beide Regierungen versuchen, ihre Konkurrenz politisch einzuhegen.

Zukunftsprognose

Politisch dürfte das Treffen vor allem darüber entscheiden, ob Washington und Peking ihre Beziehungen in den kommenden Monaten stabilisieren können. Ein umfassender Interessenausgleich ist angesichts der bestehenden Konflikte bei Taiwan, Technologie und Handel derzeit nicht erkennbar.

Wirtschaftlich besitzt bereits die Verlängerung der Zollpause internationale Bedeutung. Unternehmen erhalten zunächst mehr Planungssicherheit. Sollte daraus eine längerfristige Vereinbarung entstehen, könnte dies Risiken für globale Lieferketten reduzieren. Eine erneute Eskalation würde dagegen besonders exportorientierte Volkswirtschaften treffen.

Für Deutschland und die Europäische Union ist die Entwicklung besonders relevant. China und die USA gehören zu den wichtigsten Absatz- und Beschaffungsmärkten europäischer Unternehmen. Neue Handelsbarrieren zwischen Washington und Peking können deshalb indirekt deutsche Automobilhersteller, Maschinenbauer, Chemiekonzerne und Technologieunternehmen treffen.

An den Börsen könnten Fortschritte bei Zöllen, Halbleitern und seltenen Erden die Risikowahrnehmung beeinflussen. Besonders im Fokus stehen Technologie-, Halbleiter-, Auto- und Rohstoffunternehmen. Auch der US-Dollar und der chinesische Yuan können auf Veränderungen der Handelsbeziehungen reagieren. Konkrete Kursentwicklungen lassen sich aus dem Staatsbesuch jedoch nicht belastbar ableiten.

Wer ist Xi Jinping?

Xi Jinping ist seit 2013 Präsident der Volksrepublik China und bereits seit 2012 Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas. Unter seiner Führung hat China seine internationale politische, wirtschaftliche und militärische Rolle weiter ausgebaut.

Warum ist der persönliche Empfang durch Trump ungewöhnlich?

Ausländische Staats- und Regierungschefs werden bei Staatsbesuchen üblicherweise durch protokollarische Vertreter empfangen, bevor die offizielle Zeremonie am Weißen Haus stattfindet. Dass Trump selbst zur Joint Base Andrews fuhr, verleiht Xis Ankunft zusätzliche symbolische Bedeutung. Der persönliche Empfang war vom Weißen Haus bereits im offiziellen Besuchsprogramm angekündigt worden.

Was ist die Joint Base Andrews?

Die Joint Base Andrews ist ein wichtiger Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Maryland nahe Washington. Der Flughafen wird regelmäßig für Reisen des US-Präsidenten und für die Ankunft hochrangiger internationaler Gäste genutzt.

Warum streiten China und die USA über Taiwan?

Peking betrachtet Taiwan als Teil Chinas und strebt eine Vereinigung an. Taiwan wird jedoch demokratisch regiert und verfügt über eigene staatliche Strukturen. Washington erkennt Taiwan diplomatisch nicht als unabhängigen Staat an, unterstützt aber dessen Fähigkeit zur Selbstverteidigung. Amerikanische Waffenlieferungen gehören deshalb zu den sensibelsten Konfliktpunkten der Beziehungen mit Peking.

OZD-Extra – Warum dieser Besuch auch Deutschland betrifft

Ein Treffen zwischen dem amerikanischen und dem chinesischen Präsidenten hat unmittelbare Bedeutung weit über Washington und Peking hinaus. Beide Staaten prägen globale Lieferketten, den Halbleitermarkt, den Handel mit seltenen Erden und die Entwicklung Künstlicher Intelligenz.

Für die deutsche Wirtschaft ist insbesondere die Kombination aus China-Geschäft und amerikanischem Markt entscheidend. Große deutsche Unternehmen produzieren und verkaufen in beiden Ländern. Verschärfen Washington und Peking Exportkontrollen oder Zölle, geraten diese Unternehmen zunehmend zwischen unterschiedliche regulatorische Systeme.

Die verlängerte Zollpause ist deshalb auch für Europa ein Entspannungssignal. Sie verhindert zunächst eine neue Eskalationsstufe. Dauerhafte Sicherheit bietet sie allerdings nicht, denn die strukturellen Konflikte zwischen den USA und China bleiben bestehen.

Gewinnspiel

Wo wurde Chinas Staatschef Xi Jinping von US-Präsident Donald Trump persönlich empfangen?

A: Am Flughafen New York-JFK

B: Auf der Joint Base Andrews

C: Vor dem US-Kapitol

D: Im Nationalarchiv

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.