Fakten im Überblick
Jamal Musiala und Kai Havertz haben muskuläre Probleme und fallen für das Nations-League-Spiel gegen Griechenland am Sonntag voraussichtlich aus.
Jonathan Burkardt und Nick Woltemade kommen als kurzfristige Nachrücker für den deutschen Kader infrage.
Klopp kann für jede Nations-League-Partie 20 Feldspieler und drei Torhüter nominieren und will nach den MRT-Untersuchungen entscheiden.
Jürgen Klopp muss schon vor seinem ersten Heimspiel als Bundestrainer umplanen. Nach dem 1:1 zum Nations-League-Auftakt gegen die Niederlande in Amsterdam drohen Jamal Musiala und Kai Havertz für die Partie gegen Griechenland am Sonntag um 20.45 Uhr in Augsburg auszufallen. Beide Offensivspieler haben muskuläre Probleme und werden medizinisch untersucht. Klopp kündigte deshalb an, über kurzfristige Verstärkungen für seinen Kader nachzudenken. „Wir warten erst einmal ab. Aber dass wir neu nachdenken, ist klar. Wir können es und sollten es auch machen“, sagte der Bundestrainer.
Als Kandidaten kommen Jonathan Burkardt und Nick Woltemade infrage. Beide Stürmer waren ursprünglich erst für Klopps zweiten Kader vorgesehen, der am 1. Oktober in München gegen Serbien und am 4. Oktober beim Rückspiel in Griechenland antreten soll. Durch die Verletzungen von Musiala und Havertz könnte sich dieser Plan nun ändern. Klopp darf für jede Partie 20 Feldspieler und drei Torhüter nominieren. Sollten beide Offensivspieler tatsächlich ausfallen, hätte der Bundestrainer aus seinem bisherigen Aufgebot nur noch 22 Profis zur Verfügung.
Besonders bitter ist der Zeitpunkt der Verletzungen. Musiala konnte beim 1:1 in Amsterdam überhaupt nicht eingesetzt werden. Der Bayern-Profi klagte bereits beim Aufwärmen über Oberschenkelprobleme. Nadiem Amiri rückte deshalb wenige Minuten vor dem Anpfiff auf die Zehnerposition. Die taktische Grundordnung änderte Klopp nicht, doch Deutschland musste auf einen seiner wichtigsten Kreativspieler verzichten.
Bei Havertz ereignete sich die Verletzung während der Partie. Der Angreifer wurde von Quinten Timber mit offener Sohle am rechten Oberschenkel getroffen und musste nach gut einer halben Stunde ausgewechselt werden. Für ihn kam Younes Ebnoutalib ins Spiel, der damit sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft feierte. Nun wird untersucht, ob Havertz lediglich kurzfristig ausfällt oder eine längere Pause benötigt.
Klopp bestätigte nach dem Spiel, dass beide Spieler untersucht werden. „Bei beiden ist es muskulär. Es sind beide im MRT. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist und die Jungs relativ zügig wieder einsatzfähig sind. Für das Spiel am Sonntag sind sie wahrscheinlich raus.“
Damit steht Klopp unmittelbar vor seinem Heimdebüt vor einer wichtigen Personalentscheidung. Musiala und Havertz gehören normalerweise zu den zentralen Bestandteilen der deutschen Offensive. Musiala kann zwischen Mittelfeld und Angriff mehrere Rollen übernehmen, während Havertz sowohl als zentrale Spitze als auch in einer zurückgezogenen offensiven Position eingesetzt werden kann. Fallen beide gleichzeitig aus, verliert Deutschland nicht nur individuelle Qualität, sondern auch taktische Flexibilität.
Burkardt und Woltemade würden unterschiedliche Möglichkeiten bieten. Beide waren ohnehin Teil von Klopps langfristiger Planung für die anstehenden Nations-League-Partien. Eine vorzeitige Berufung wäre deshalb kein grundlegender Kurswechsel, sondern eine Anpassung des bereits entwickelten Kaderkonzepts. Gleichzeitig könnte Klopp vermeiden, mit einem unnötig verkleinerten Aufgebot in die Partie gegen Griechenland zu gehen.
Das Spiel in Augsburg hat nach dem Auftakt in Amsterdam zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Deutschland führte gegen die Niederlande durch Felix Nmecha lange mit 1:0, kassierte aber in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch Cody Gakpo den Ausgleich. Klopp lobte anschließend Leidenschaft und Einsatz seiner Mannschaft, machte jedoch deutlich, dass er spielerisch Fortschritte erwartet.
Griechenland reist derweil mit Selbstvertrauen nach Deutschland. Die Mannschaft drehte ihr erstes Nations-League-Spiel gegen Serbien in der Schlussphase und gewann durch Treffer von Christos Tzolis und Tassos Douvikas mit 2:1. Besonders der Siegtreffer in der vierten Minute der Nachspielzeit unterstrich, dass der kommende deutsche Gegner bis zum Ende gefährlich bleibt.
Für Klopp könnte deshalb schon sein zweites Spiel zu einem Test für die Breite seines Kaders werden. Beim Debüt in Amsterdam musste er bereits unmittelbar vor dem Anpfiff auf Musiala verzichten und während der Partie Havertz ersetzen. Nun steht die Entscheidung an, ob er zusätzliche Offensivkräfte nach Augsburg holt.
Klarheit dürfte vor allem das Ergebnis der MRT-Untersuchungen bringen. Klopp will kein unnötiges Risiko eingehen und hofft zugleich auf schnelle Rückkehr seiner beiden Offensivstars. Für Sonntag zeichnet sich jedoch bereits ab, dass Deutschland ohne Musiala und Havertz auskommen muss – und dass Klopps ursprünglich sorgfältig aufgeteilte Kaderplanung früher verändert werden könnte als erwartet.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Klopps Kaderplan besteht seinen ersten Stresstest
Jürgen Klopp hat für seine ersten Länderspiele bewusst mit unterschiedlichen Kadergruppen geplant. Schon nach einer Partie zeigt sich, warum ein breiter Kreis an Spielern notwendig ist.
Mit Musiala und Havertz drohen gleichzeitig zwei Offensivkräfte auszufallen, die mehrere Positionen übernehmen können. Das reduziert Klopps Möglichkeiten erheblich.
Burkardt und Woltemade vorzeitig zu holen, wäre deshalb eine nachvollziehbare Reaktion. Beide gehören ohnehin zu den vorgesehenen Spielern für die kommenden Begegnungen und müssten nicht völlig neu in das Umfeld der Nationalmannschaft integriert werden.
Gleichzeitig eröffnet die Situation anderen Spielern Chancen. Amiri rückte in Amsterdam kurzfristig für Musiala in die Startelf, Ebnoutalib kam nach Havertz' Auswechslung zu seinem Debüt.
Für Klopp wird entscheidend sein, trotz der personellen Veränderungen eine stabile Struktur zu entwickeln. Schon gegen Griechenland wird sichtbar werden, wie flexibel sein neuer DFB-Kader tatsächlich ist.
Historischer Hintergrund
Jürgen Klopp hat für seine ersten vier Spiele als Bundestrainer einen ungewöhnlich großen Kreis von Spielern berücksichtigt und die Akteure auf unterschiedliche Kader verteilt.
Der Ansatz ermöglicht es ihm, zahlreiche Spieler unter Wettkampfbedingungen kennenzulernen und gleichzeitig auf Belastung sowie Verletzungen zu reagieren.
Musiala gehört seit Jahren zu den wichtigsten deutschen Offensivspielern. Der Bayern-Profi kann zentral, auf dem Flügel und zwischen den gegnerischen Linien eingesetzt werden.
Havertz bringt ebenfalls große taktische Flexibilität mit. Der Arsenal-Profi kann als Mittelstürmer, hängende Spitze oder offensiver Mittelfeldspieler agieren.
Burkardt und Woltemade gehören zu jener Generation deutscher Angreifer, die sich dauerhaft im Nationalmannschaftskader etablieren wollen. Die aktuelle Verletzungssituation könnte ihre Chance früher bringen als ursprünglich geplant.
Zukunftsprognose
Zunächst entscheidet das Ergebnis der MRT-Untersuchungen über das weitere Vorgehen. Klopp machte bereits deutlich, dass Musiala und Havertz gegen Griechenland wahrscheinlich nicht spielen können.
Sollte sich bei einem der beiden eine ernstere Muskelverletzung bestätigen, könnte auch die weitere Nations-League-Planung betroffen sein. Ohne genaue medizinische Diagnose lässt sich darüber derzeit jedoch keine belastbare Aussage treffen.
Burkardt und Woltemade könnten kurzfristig nachrücken. Da beide ohnehin für die zweite Kaderphase eingeplant sind, wäre die organisatorische und sportliche Umstellung überschaubar.
Für das Spiel gegen Griechenland dürfte sich dadurch der Konkurrenzkampf in der Offensive verschärfen. Spieler wie Nadiem Amiri und Younes Ebnoutalib haben bereits in Amsterdam zusätzliche Verantwortung übernommen.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf Aktienmärkte, Rohstoffe oder Währungen sind durch die Personalentscheidungen nicht zu erwarten. Für die Vereine von Musiala und Havertz wären längere Verletzungspausen dagegen sportlich bedeutsam.
Warum fehlen Musiala und Havertz wahrscheinlich gegen Griechenland?
Beide haben muskuläre Probleme. Musiala musste bereits beim Aufwärmen in Amsterdam passen, Havertz wurde während des Spiels gegen die Niederlande ausgewechselt.
Wer könnte nachnominiert werden?
Jonathan Burkardt und Nick Woltemade gelten als Kandidaten. Beide waren ursprünglich für den zweiten Kader von Jürgen Klopp vorgesehen.
Wann spielt Deutschland gegen Griechenland?
Die Partie findet am Sonntag um 20.45 Uhr in Augsburg statt. Es wird Jürgen Klopps erstes Heimspiel als Bundestrainer.
Wie groß darf Klopps Spieltagskader sein?
Für jede Partie kann Klopp 20 Feldspieler und drei Torhüter nominieren. Durch die wahrscheinlichen Ausfälle von Musiala und Havertz würde sich seine aktuelle Auswahl entsprechend verkleinern.
OZD-Extra – Klopps ungewöhnlicher Kaderplan zahlt sich früher aus als gedacht
Jürgen Klopp hatte seine ersten Länderspiele bewusst mit einem breiten Spielerkreis geplant. Burkardt und Woltemade sollten eigentlich erst in der nächsten Phase gegen Serbien und Griechenland zum Zuge kommen.
Nun könnte sich dieser Zeitplan bereits nach dem ersten Spiel ändern.
Musialas Probleme begannen beim Aufwärmen, Havertz musste während der Partie verletzt vom Platz. Innerhalb weniger Stunden verlor Klopp damit möglicherweise zwei zentrale Offensivoptionen.
Dass Burkardt und Woltemade ohnehin für die nächsten Begegnungen vorgesehen sind, verschafft dem Bundestrainer Handlungsspielraum.
Aus einem langfristig angelegten Kaderexperiment wird damit plötzlich eine ganz praktische Absicherung gegen Verletzungen.
Gewinnspiel
Welche beiden Spieler könnten nach den Verletzungen von Musiala und Havertz vorzeitig in den DFB-Kader rücken?
A: Jonathan Burkardt und Nick Woltemade
B: Thomas Müller und Mats Hummels
C: Leon Goretzka und Julian Brandt
D: Leroy Sané und Niclas Füllkrug
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.