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Nach Münchens Olympia-Sieg: Jetzt soll Friedrich Merz beim IOC persönlich Druck machen

München ist Deutschlands Kandidat für Olympia 2036, 2040 oder 2044. Jetzt soll Bundeskanzler Friedrich Merz die Bewerbung international zur nationalen Aufgabe machen.

Fakten im Überblick

München setzt sich bei der DOSB-Abstimmung in Baden-Baden mit 91:50 Stimmen gegen Köln/Rhein-Ruhr durch und wird deutscher Olympiabewerber.

Sportminister Ronald Rauhe fordert nun auch persönlichen Einsatz von Bundeskanzler Friedrich Merz und verweist auf geplante Kontakte zur IOC-Präsidentin Kirsty Coventry.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat nach der Entscheidung finanzielle Unterstützung des Bundes für das deutsche Olympia-Projekt signalisiert.

Nach dem nationalen Sieg beginnt für München die weitaus schwierigere Etappe auf dem Weg zu Olympischen und Paralympischen Sommerspielen. Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich in Baden-Baden mit 91:50 Stimmen für München und gegen Köln/Rhein-Ruhr als deutschen Kandidaten für 2036, 2040 oder 2044 entschieden. Nun soll aus der Münchner Bewerbung endgültig ein nationales Projekt werden – und dabei rückt Bundeskanzler Friedrich Merz in den Mittelpunkt.

Der neue Sportminister Ronald Rauhe sieht den Kanzler ausdrücklich in der Verantwortung. „Natürlich ist der Bundeskanzler sich bewusst, dass er jetzt in Aktion treten muss. Es gibt zumindest schon Terminanfragen in Richtung des IOC, in Bezug auf Frau Coventry“, sagte Rauhe bei der Pressekonferenz am Samstagnachmittag. Gemeint ist IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Für Rauhe steht fest, dass die Unterstützung der Bundesregierung international sichtbar werden muss: „Das muss jetzt einfach passieren. Das muss auch von der Bundesregierung vorgelebt werden, das ist natürlich in unserer Verantwortung.“

Damit wird deutlich, wie sich die deutsche Olympia-Strategie nach der Entscheidung von Baden-Baden verändert. Bislang konkurrierten deutsche Städte und Regionen darum, wer das Land international vertreten darf. Jetzt soll diese Konkurrenz enden. München ist der Kandidat, und politische Unterstützung soll möglichst geschlossen aus Berlin, Bayern und den übrigen Bundesländern kommen.

Das zeigte auch die Reaktion aus Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Hendrik Wüst stellte sich trotz der Niederlage von Köln/Rhein-Ruhr hinter den deutschen Kandidaten und bezeichnete die Aufgabe, Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland zu holen, als nationale Angelegenheit.

Auch Bundeskanzler Merz hat Unterstützung signalisiert. „Olympia gehört nach Deutschland. München ist unser Kandidat für die Bewerbung, ganz Deutschland steht dahinter“, erklärte er nach der Entscheidung. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellte seinerseits finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Genau diese Rückendeckung wird München benötigen. Der nationale Wettbewerb ist entschieden, doch international beginnt das Rennen erst. Deutschland möchte Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausrichten. Seit München 1972 fanden keine Olympischen Sommerspiele mehr in Deutschland statt.

Für Rauhe gehört zur internationalen Strategie deshalb mehr als politische Unterstützung und Geld. Der frühere Kanu-Olympiasieger kann sich ein Team prominenter deutscher Persönlichkeiten vorstellen, das die Bewerbung im Ausland repräsentiert.

„Das alles gehört zu der verbindenden Aufgabe, die wir international als Brückenbauer wahrnehmen wollen“, sagte Rauhe über die mögliche Einbindung international bekannter „Botschafter“.

Damit würde Deutschland einem bei internationalen Sportbewerbungen bekannten Prinzip folgen: Nicht allein Infrastruktur und Finanzierung entscheiden über die Wahrnehmung eines Kandidaten. Persönliche Kontakte, internationale Glaubwürdigkeit und politische Unterstützung spielen im Bewerbungsprozess ebenfalls eine wichtige Rolle.

München bringt dabei einen besonderen historischen Faktor mit. Die bayerische Landeshauptstadt war bereits 1972 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele. Nun soll mehr als ein halbes Jahrhundert später ein neues Kapitel folgen.

Der Weg dorthin bleibt lang. Im März 2027 wollen die deutschen Olympia-Verantwortlichen bei der Vorauswahl den sogenannten „Strategischen Dialog“ mit dem Internationalen Olympischen Komitee erreichen. Die Vergabe der Spiele 2036 ist für 2029 vorgesehen; auch eine Entscheidung über 2040 könnte in diesem Zusammenhang relevant werden.

Für München beginnt deshalb unmittelbar nach dem deutlichen 91:50-Erfolg die nächste Phase.

Nicht mehr Köln/Rhein-Ruhr ist jetzt der Gegner.

Die Konkurrenz wartet international.

OZD/SID

OZD-Kommentar – Aus Münchens Bewerbung muss jetzt ein nationales Projekt werden

Die Entscheidung von Baden-Baden hat zunächst eine organisatorische Frage beantwortet: München vertritt Deutschland im internationalen Olympia-Prozess.

Damit verändert sich auch die Rolle der Bundesregierung. Der Bund wird bei Finanzierung, Infrastruktur und internationalen Kontakten eine zentrale Funktion übernehmen. Ronald Rauhes Forderung nach sichtbarem Engagement des Kanzlers beschreibt deshalb weniger einen symbolischen Wunsch als die nächste Phase des Projekts.

Gleichzeitig sollte die politische Unterstützung nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Olympia-Bewerbung erhebliche finanzielle und organisatorische Verpflichtungen mit sich bringt. Infrastrukturprojekte, Sicherheitskonzepte und langfristige Nutzung müssen transparent geplant werden.

Bemerkenswert ist die schnelle Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen. Nach einem nationalen Wettbewerb mit klaren Gewinnern und Verlierern könnte genau diese Geschlossenheit international hilfreich sein.

Ob Deutschland damit erfolgreich sein wird, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Klar ist lediglich: Nach dem 91:50 von Baden-Baden entscheidet nicht mehr die nationale Konkurrenz über Münchens Weg, sondern der internationale Bewerbungsprozess.

Historischer Hintergrund

München war 1972 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Seitdem hat Deutschland keine Sommerspiele mehr ausgerichtet.

Mehrere spätere deutsche Anläufe scheiterten bereits vor oder während internationaler Bewerbungsverfahren. Auch der aktuelle Prozess begann mit mehreren möglichen deutschen Kandidaten.

Hamburg schied nach einem negativen Bürgerentscheid aus. Berlin zog seine Bewerbung kurz vor der DOSB-Entscheidung zurück. Damit blieben München und Köln/Rhein-Ruhr übrig. München setzte sich schließlich mit 91:50 Stimmen durch.

Der DOSB hatte zuvor beide verbliebenen Konzepte positiv bewertet. München erhielt in der Evaluierung 87 von 100 Punkten, Köln/Rhein-Ruhr 85 Punkte.

Nun beginnt die internationale Phase mit dem Internationalen Olympischen Komitee.

Zukunftsprognose

Politisch wird die Olympia-Bewerbung zunehmend zu einem gemeinsamen Projekt von Bund, Bayern und München. Bundeskanzler Friedrich Merz könnte dabei vor allem auf internationaler Ebene eine wichtige diplomatische Rolle übernehmen.

Wirtschaftlich stehen erhebliche Investitionen im Raum. Infrastruktur, Verkehr, Sportstätten, Unterbringung und Sicherheit werden entscheidende Kostenfaktoren sein. Gleichzeitig könnten langfristige Modernisierungen unabhängig von einem späteren Zuschlag Auswirkungen auf München und Bayern haben.

Gesellschaftlich wird entscheidend sein, ob die breite Zustimmung zur Bewerbung erhalten bleibt. Großprojekte dieser Größenordnung werden über viele Jahre geplant und können deshalb durch steigende Kosten oder veränderte politische Rahmenbedingungen neue Debatten auslösen.

International beginnt nun die eigentliche Konkurrenz um die Spiele. Der deutsche Kandidat muss das IOC davon überzeugen, dass München organisatorisch, finanziell und gesellschaftlich ein tragfähiges Konzept bietet.

Für Börsen, Aktien, Rohstoffe und Währungen sind kurzfristig keine direkten Auswirkungen zu erwarten. Sollte München später tatsächlich den Zuschlag erhalten, könnten besonders Bau-, Infrastruktur-, Tourismus- und Dienstleistungsunternehmen von zusätzlichen Aufträgen und Investitionen profitieren.

Wer ist Ronald Rauhe?

Ronald Rauhe ist ein früherer deutscher Kanute und Olympiasieger. Anfang September übernahm er die Zuständigkeit für Sport im Kanzleramt und begleitet damit auch die deutsche Olympia-Bewerbung auf Bundesebene.

Wer ist Kirsty Coventry?

Kirsty Coventry ist Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees. Das IOC spielt die entscheidende Rolle bei der Vergabe Olympischer Spiele.

Was bedeutet die Entscheidung 91:50?

Bei der Abstimmung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Baden-Baden setzte sich München mit 91 Stimmen gegen Köln/Rhein-Ruhr mit 50 Stimmen durch. Damit ist München der deutsche Kandidat für eine Bewerbung um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.

Warum wird Friedrich Merz jetzt wichtig?

Nach dem nationalen Auswahlverfahren verlagert sich der Schwerpunkt auf die internationale Bewerbung. Die Bundesregierung kann durch politische Kontakte, Finanzierungszusagen und diplomatische Unterstützung dazu beitragen, das deutsche Projekt beim IOC zu vertreten.

OZD-Extra – Von Konkurrenten zu Unterstützern

Noch vor wenigen Tagen kämpften München und Köln/Rhein-Ruhr gegeneinander.

Jetzt soll aus diesem Wettbewerb möglichst schnell nationale Geschlossenheit entstehen.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst stellte sich nach der Niederlage demonstrativ hinter München und bezeichnete das Olympia-Projekt als nationale Aufgabe.

Genau darin liegt eine Besonderheit der nächsten Phase.

München trägt zwar den Namen der Bewerbung, doch der internationale Auftritt soll Deutschland insgesamt repräsentieren.

Ronald Rauhes Idee eines Teams prominenter Botschafter passt dazu. Bekannte Sportler und Persönlichkeiten könnten das Projekt international begleiten und Kontakte unterstützen.

Ob daraus am Ende Olympische Spiele in Deutschland werden, entscheidet sich erst in den kommenden Jahren.

Doch die nationale Ausscheidung ist vorbei.

Jetzt beginnt das internationale Rennen.

Gewinnspiel

Mit welchem Ergebnis setzte sich München bei der DOSB-Abstimmung gegen Köln/Rhein-Ruhr durch?

A: 75:66

B: 81:60

C: 91:50

D: 101:40

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.