Fakten im Überblick
Frankreich als Ausrichter der Winterspiele 2030 kann drei zusätzliche Disziplinen wählen.
Olympiasieger Jason Lamy Chappuis und Martin Fourcade engagieren sich für die Nordische Kombination.
Das IOC hatte die Sportart 2023 nach mehr als 100 Jahren aus dem Programm gestrichen.
Die Nordische Kombination steckt nach der überraschenden Streichung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) aus dem Olympia-Programm dennoch nicht auf. Mit Frankreich als Gastgeber der Winterspiele 2030 lebt die Hoffnung auf eine Rückkehr. "In Frankreich formiert sich gerade eine Initiative um Olympiasieger Jason Lamy Chappuis und den ehemaligen Biathleten Martin Fourcade. Sie haben im November einen Termin bei Präsident Emmanuel Macron. Das wäre eine Chance", erklärte DSV-Sportdirektor Horst Hüttel am Dienstag im fränkischen Herzogenaurach. Frankreich kann als Gastgeber drei Disziplinen zusätzlich bestimmen. Dazu sagte Hüttel: "Der Gastgeber kann drei Disziplinen wählen, eine wäre noch frei. Aber da ist viel Prinzip Hoffnung dabei". Frankreich hat mit Olympiasiegern wie Fabrice Guy und Jason Lamy Chappuis eine lange Tradition in der Nordischen Kombination. Die Begeisterung ist nach wie vor groß, wie auch die Ex-Gesamtweltcupsiegerin Nathalie Armbruster betonte: "Die französische Seite will nichts unversucht lassen. Ich finde das megacool."
Neben der kurzfristigen Hoffnung auf Olympia 2030 richtet sich der Blick der Verantwortlichen aber auch schon auf 2034, wenn möglicherweise eine Wiedereingliederung ins olympische Programm folgt. Hüttel ließ dazu wissen: "Im Moment ist die Timeline, dass im vierten Quartal 2027 die Entscheidung für 2034 fällt". Bis dahin setzt die FIS unter dem neuen Präsidenten Alexander Ospelt auf Innovation. Im kommenden Weltcupwinter werden neue Wettkampfformate ohne vorherige Tests eingeführt. Ein Vorschlag ist ein kompaktes 90-Minuten-Format mit je einem Männer- und Frauenwettkampf. Hüttel beschrieb: "Eine Viertelstunde nach Beendigung des letzten Sprunges der Langlauf-Start - das kriegen wir hin. Dann ist es wie ein Triathlon. Wenn uns das rettet, machen wir das". Auch Bundestrainer Eric Frenzel begrüßt die Entwicklung. Für ihn ist dies der wahrscheinlich letzte gangbare Weg: "Ich glaube, dass das der einzig mögliche Weg ist, den wir noch gehen können - ein Format kreieren, das eventbasierter ist. Ich glaube, dass dieses Format wirklich das Potenzial hat, der Gamechanger zu sein".
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Frankreich gibt der Nordischen Kombination die Bühne
Die Entscheidung des IOC, die Nordische Kombination nach über 100 Jahren zu streichen, war für viele Fans und Aktive ein schwerer Schlag. Nun setzt die Sportart ihre Hoffnung auf die Gastgeberrolle Frankreichs bei den Winterspielen 2030. Das Engagement herausragender Athleten wie Jason Lamy Chappuis und Martin Fourcade, die sogar einen Termin bei Präsident Emmanuel Macron wahrnehmen wollen, unterstreicht die Bedeutung dieser Initiative. Sollte es gelingen, die Nordische Kombination über die Gastgeberoption zurückzuholen, wäre das ein starkes Signal für alle Traditionssportarten. Fest steht aber: Das neue, knackige Wettkampfformat, das Verantwortliche nun testen, ist vermutlich die letzte Chance. Scheitert der Plan, droht das endgültige Olympia-Aus. Wahrscheinlicher ist, dass der Einsatz und die Begeisterung in Frankreich zumindest eine Schonfrist erwirken – die Zukunft der Nordischen Kombination bleibt dennoch auf Messers Schneide.
Historischer Hintergrund
Die Nordische Kombination zählt seit mehr als 100 Jahren ununterbrochen zum Programm der Olympischen Winterspiele und war bislang fester Bestandteil der olympischen Tradition. Frankreich konnte in der Vergangenheit mit Fabrice Guy 1992 und Jason Lamy Chappuis 2010 beachtliche Erfolge feiern und die Sportart besitzt dort bis heute eine starke Fangemeinde. Im Juli 2023 entschied das IOC, die Nordische Kombination ab 2030 aus dem Programm zu nehmen und löste damit einen Sturm der Entrüstung und vielfältige Initiativen aus Sport und Politik aus.
Zukunftsprognose
Sollte Frankreich die Chance nutzen und die Nordische Kombination für 2030 nachträglich zurückholen, könnte das für andere Traditionssportarten ein wichtiges Signal senden. Gelingt dies nicht, dürfte die weitere Entwicklung und Popularität der Disziplin leiden. Die Einführung neuer, zuschauerfreundlicher Formate könnte den TV-Markt beleben und die Ausgangslage für eine spätere Olympia-Aufnahme verbessern, auch wenn eine endgültige Entscheidung für 2034 erst 2027 fällt. Die internationalen Auswirkungen hängen maßgeblich davon ab, welche Nationen sich umfassend engagieren und ob innovative Reformen bei Publikum und IOC Anklang finden.
Erklärungen
Was ist die Nordische Kombination?
Die Nordische Kombination ist eine Wintersportart, die Skispringen und Skilanglauf miteinander verbindet. Am Wettkampftag absolvieren die Athleten zunächst einen Skisprung und starten anschließend entsprechend ihrer Sprungwertung in einen Langlaufwettbewerb. Die Sportart ist besonders in Mitteleuropa und Skandinavien populär.
Wer sind Jason Lamy Chappuis und Martin Fourcade?
Jason Lamy Chappuis ist ein französischer Olympiasieger in der Nordischen Kombination. Martin Fourcade gehört zu den erfolgreichsten Biathleten der Geschichte und ist mehrfacher Olympiasieger. Beide engagieren sich für die Zukunft der Nordischen Kombination.
OZD-Extras
Frankreich hatte zuletzt 2010 durch Jason Lamy Chappuis Einzel-Gold in der Nordischen Kombination geholt.
Die Streichung hatte keine unmittelbaren Auswirkungen auf Börsen, Aktien oder Rohstoffe.
Gewinnspiel
Wer könnte die Nordische Kombination bei Olympia 2030 retten?
A) Frankreichs Initiative um Lamy Chappuis und Fourcade
B) Norwegens Skisprung-Team
C) Der deutsche Skiverband alleine
D) Das IOC ohne jeden Einfluss
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.