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Klopp fordert eigenen deutschen Fußball: „Wir müssen einen eigenen Weg finden“

Jürgen Klopp will dem DFB-Team eine unverwechselbare Spielweise geben. Vor seiner Heimpremiere gegen Griechenland fordert er Geduld – und einen konsequenten eigenen Weg.

Fakten im Überblick

Jürgen Klopp will für die deutsche Nationalmannschaft eine eigene Spielidentität entwickeln, die sich nicht an einzelnen Bundesligaklubs orientiert.

Nach dem 1:1 bei seinem Debüt in den Niederlanden sieht der Bundestrainer bereits „viele Schritte in die richtige Richtung“.

Am Sonntag erlebt Klopp in Augsburg gegen Griechenland seine Heimpremiere als deutscher Bundestrainer.

Jürgen Klopp will nicht den FC Bayern kopieren, nicht Borussia Dortmund, nicht Bayer Leverkusen und auch keinen anderen Bundesligisten. Der neue Bundestrainer sucht für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen eigenen Weg – und macht vor seiner Heimpremiere gegen Griechenland deutlich, dass daraus eine unverwechselbare Identität entstehen soll. „Wichtig ist für uns, eine Spielweise zu entwickeln, die es jedem Gegner wahnsinnig schwer macht. Und darauf aufbauend, unsere eigene Qualität sichtbar machen“, sagte Klopp im Gespräch mit der ARD-Sportschau.

Nach dem 1:1 bei seinem Debüt in den Niederlanden wartet auf Klopp und sein Trainerteam noch viel Arbeit. Der 59-Jährige versucht dabei, hohe Erwartungen mit Geduld zu verbinden. „Das ist ein Prozess, das kann ich nicht ändern. Wir befinden uns aber auf einem guten Weg“, sagte der frühere Meistertrainer von Borussia Dortmund und Liverpool.

Die Partie in Amsterdam lieferte ihm bereits erste Erkenntnisse. Klopp räumte ein, dass die Niederlande in ihrer Entwicklung weiter gewesen seien. „Sie waren an dem Abend einen Schritt weiter als wir. Das ist völlig normal“, sagte er. Gleichzeitig habe er bei seiner eigenen Mannschaft „viele Schritte in die richtige Richtung gesehen“.

Genau auf diesen Ansätzen will Klopp nun aufbauen. Dabei steht er vor einer besonderen Herausforderung des Nationalmannschaftsfußballs: Spieler aus unterschiedlichen Vereinen und taktischen Systemen müssen innerhalb weniger Trainingstage eine gemeinsame Idee entwickeln.

Für Klopp ist deshalb klar, dass die deutsche Auswahl nicht einfach die erfolgreiche Spielweise eines einzelnen Klubs übernehmen kann. „Im Verein spricht man unter Umständen eine andere Sprache“, sagte der Bundestrainer.

Sein Vergleich mit Spanien verdeutlicht die Idee. Auch dort kommen die Nationalspieler aus unterschiedlichen Vereinen und taktischen Schulen zusammen. Trotzdem entsteht eine gemeinsame Spielweise, die über die Klubgrenzen hinausgeht.

„Spanien spielt nicht Barcelona-Fußball oder Madrid-Fußball. Genauso wenig können wir Bayern-, Dortmund-, Stuttgart-, Freiburg- oder Leverkusen-Fußball spielen. Wir müssen einen eigenen Weg finden, auf den wir uns einlassen. Und den dann gemeinsam mit aller Konsequenz durchziehen.“

Dieser Satz beschreibt Klopps zentrale Aufgabe beim DFB. Deutschland soll wieder für eine erkennbare Art von Fußball stehen. Dabei geht es nicht nur um Formation oder Ballbesitz, sondern auch um Verhalten gegen den Ball, Intensität, gegenseitige Unterstützung und die Fähigkeit, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen.

Dass dieser Prozess Zeit benötigt, betont Klopp bewusst. Anders als im Vereinsfußball kann der Bundestrainer nicht täglich mit seinen Spielern arbeiten. Zwischen den Länderspielfenstern liegen Wochen oder Monate, in denen die Profis wieder unter völlig unterschiedlichen Trainern und in unterschiedlichen Systemen spielen.

Umso wichtiger wird jeder gemeinsame Lehrgang.

Das 1:1 in Amsterdam war deshalb für Klopp weniger ein Endprodukt als eine erste Standortbestimmung. Die Niederlande waren in einigen Bereichen bereits weiter, Deutschland zeigte aber nach Ansicht des Trainers genügend positive Ansätze, um darauf aufzubauen.

Am Sonntag folgt nun der nächste Schritt.

In Augsburg trifft Deutschland auf Griechenland. Für Klopp ist es das zweite Spiel als Bundestrainer und zugleich sein erstes vor heimischem Publikum.

Die Erwartungen werden entsprechend groß sein. Nach Jahren mit sportlichen Rückschlägen und wechselhaften Leistungen soll der neue Bundestrainer nicht nur Ergebnisse liefern, sondern der Mannschaft wieder ein klares Gesicht geben.

Klopp selbst versucht, diese Erwartungen in einen Entwicklungsprozess zu übersetzen.

Seine Botschaft ist eindeutig: Deutschland soll künftig nicht wie München, Dortmund, Stuttgart, Freiburg oder Leverkusen spielen.

Deutschland soll wieder wie Deutschland spielen – allerdings in einer neuen, gemeinsam entwickelten Version.

OZD/SID

OZD-Kommentar – Klopps wichtigste Aufgabe ist größer als jede Formation

Jürgen Klopp spricht über etwas, das der deutschen Nationalmannschaft in schwierigen Phasen immer wieder gefehlt hat: eine klar erkennbare eigene Identität.

Sein Ansatz ist nachvollziehbar. Eine Nationalmannschaft kann kein Bundesligaklub in anderen Trikots sein. Spieler kommen aus München, Dortmund, Leverkusen, Stuttgart, Freiburg und aus ausländischen Ligen zusammen. Jeder bringt andere Abläufe und taktische Gewohnheiten mit.

Die Kunst besteht darin, daraus innerhalb weniger Trainingstage eine gemeinsame Fußballsprache zu entwickeln.

Klopp besitzt dafür Erfahrung, Ausstrahlung und klare Vorstellungen. Trotzdem ist sein Hinweis auf Geduld entscheidend. Selbst ein Trainer mit seiner Vita kann Automatismen nicht innerhalb weniger Tage erzwingen.

Das 1:1 in den Niederlanden war deshalb nur der Anfang. Gegen Griechenland folgt der nächste Baustein.

Ob Klopps Idee funktioniert, wird sich nicht daran zeigen, ob Deutschland kurzfristig einen bestimmten Vereinsstil kopiert. Entscheidend wird sein, ob irgendwann schon nach wenigen Minuten erkennbar ist: So spielt diese deutsche Nationalmannschaft.

Historischer Hintergrund

Die Frage nach einer deutschen Fußballidentität begleitet die Nationalmannschaft seit Jahrzehnten. Erfolgreiche DFB-Mannschaften verbanden unterschiedliche Generationen von Spielern mit einer gemeinsamen Spielidee.

Besonders nach enttäuschenden großen Turnieren wurde immer wieder darüber diskutiert, welche Eigenschaften den deutschen Nationalmannschaftsfußball künftig prägen sollen.

Jürgen Klopp bringt dafür Erfahrungen aus unterschiedlichen Fußballwelten mit. Mit Borussia Dortmund feierte er große nationale Erfolge, später prägte er beim FC Liverpool über Jahre eine Mannschaft auf internationalem Spitzenniveau.

Als Bundestrainer steht er nun vor einer anderen Aufgabe. Während Vereinstrainer nahezu täglich mit ihren Profis arbeiten können, stehen einer Nationalmannschaft nur begrenzte gemeinsame Trainingsphasen zur Verfügung.

Das macht die Entwicklung einer stabilen eigenen Spielweise deutlich schwieriger.

Zukunftsprognose

Kurzfristig dürfte Klopp versuchen, wenige zentrale Prinzipien besonders konsequent zu verankern. Eine Nationalmannschaft benötigt zunächst klare Abläufe, die auch unter Zeitdruck funktionieren.

Das Spiel gegen Griechenland wird dabei eine weitere Standortbestimmung. Besonders interessant wird sein, welche Veränderungen gegenüber dem 1:1 in Amsterdam sichtbar werden.

Mittelfristig muss Klopp aus Spielern mit sehr unterschiedlichen Vereinshintergründen eine Mannschaft formen, die unabhängig von einzelnen Personalien eine wiedererkennbare Struktur besitzt.

Auch neue Nationalspieler müssen schnell verstehen können, welche Aufgaben sie innerhalb dieses Systems übernehmen sollen.

Langfristig wird der Erfolg des Projekts vor allem an großen Turnieren gemessen werden. Klopps Ziel dürfte deshalb nicht nur darin bestehen, einzelne Nations-League-Spiele zu gewinnen. Er muss eine Spielweise entwickeln, die auch gegen die internationale Spitze unter maximalem Druck funktioniert.

Wer ist Jürgen Klopp?

Jürgen Klopp ist deutscher Fußballtrainer und Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft. Große Erfolge feierte er zuvor unter anderem mit Borussia Dortmund und dem FC Liverpool.

Was meint Klopp mit einer eigenen Identität?

Deutschland soll nach Klopps Vorstellung nicht einfach das taktische System eines erfolgreichen Vereins übernehmen. Stattdessen soll aus den unterschiedlichen Qualitäten der Nationalspieler eine gemeinsame und wiedererkennbare Spielweise entstehen.

Warum kann Deutschland nicht einfach Bayern-Fußball spielen?

Nationalspieler kommen aus verschiedenen Vereinen und arbeiten dort mit unterschiedlichen Trainern, Formationen und taktischen Prinzipien. Eine Nationalmannschaft muss deshalb eine gemeinsame Spielidee entwickeln, die für alle Spieler funktioniert.

Warum braucht dieser Prozess Zeit?

Nationaltrainer verfügen über deutlich weniger gemeinsame Trainingszeit als Vereinstrainer. Neue taktische Abläufe und Automatismen müssen deshalb innerhalb kurzer Lehrgänge aufgebaut und anschließend immer wieder gefestigt werden.

OZD-Extra – Klopp nennt fünf Bundesligaklubs als Beispiel

Bemerkenswert an Klopps Erklärung ist, wie konkret er die Herausforderung beschreibt.

Bayern München, Borussia Dortmund, der VfB Stuttgart, der SC Freiburg und Bayer Leverkusen stehen für unterschiedliche Mannschaften, Trainerideen und taktische Abläufe.

Aus genau diesen unterschiedlichen Fußballwelten kommen Nationalspieler beim DFB zusammen.

Klopp will diese Unterschiede nicht beseitigen. Er muss sie verbinden.

Sein Spanien-Vergleich bringt den Gedanken auf den Punkt: Eine erfolgreiche Nationalmannschaft darf nicht einfach Barcelona oder Real Madrid kopieren.

Sie braucht eine eigene Sprache.

Für Klopp beginnt die Suche nach dieser deutschen Fußballsprache gerade erst.

Gewinnspiel

Gegen welche Nationalmannschaft erlebt Jürgen Klopp in Augsburg seine Heimpremiere als Bundestrainer?

A: Spanien

B: Griechenland

C: Niederlande

D: Frankreich

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.