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Shida Bazyar gewinnt Buchpreis mit Roman Die Lücken

Der Deutsche Buchpreis 2026 geht an Shida Bazyar. Ihr Roman Die Lücken beleuchtet jüdisches Leben, NS-Vergangenheit und Migration eindringlich.

Fakten im Überblick

Shida Bazyar erhält den Deutschen Buchpreis für Die Lücken.

Der Roman thematisiert jüdisches Leben, NS-Vergangenheit und Migration.

Die Preisverleihung fand im Frankfurter Römer vor der Buchmesse statt.

Die Autorin Shida Bazyar ist für ihren Roman "Die Lücken" mit dem Deutschen Buchpreis 2026 ausgezeichnet worden. Wie die Jury am Montagabend bekanntgab, überzeugte das Werk durch seine eindringliche Auseinandersetzung mit jüdischem Leben, der NS-Vergangenheit und Migration in einer fiktiven Gemeinde im Hunsrück. Die Jury würdigte den Roman als "Roman gegen Gleichgültigkeit" und bezeichnete den Jahrgang der neuen deutschsprachigen Romane als ausgesprochen stark.

In ihrer Dankesrede im Frankfurter Römer rief Bazyar dazu auf, sich der politischen Radikalisierung in Deutschland entgegenzustellen. Sie betonte, sie wolle "darauf hinweisen, dass antisemitische Straftaten auf ihrem Höchststand sind und die rassistischen auch und dass es im Moment keine Minderheit in Deutschland gibt, die keinen Grund zur Sorge hat". Angesichts der aktuellen Forderungen der AfD nach Remigration mahnte sie: "Ich möchte sehr eindringlich dazu auffordern, dagegen zu halten." Sie verwies darauf, dass auch heute wieder über Deportationen gesprochen werde, wenn auch unter anderen Bezeichnungen, und fügte hinzu: "Sie kursieren immer mit irgendwelchen Dingen, die wir nicht glauben, bis wir uns daran gewöhnt haben und sie eintreten."

Sebastian Guggolz, der neue Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, hob hervor, Bazyar reflektiere anhand einzelner Figurenschicksale fast 100 Jahre ambivalenten deutschen Lebens. Besonders hob die Jury hervor: "Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen." Die Verbindung aus literarischen und dokumentarischen Elementen gebe dem Roman besonderen Nachhall und Kraft.

Zu den weiteren Nominierten zählten Franziska Gänsler mit "Orca", Valeria Gordeev mit "Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle", Elias Hirschl mit "Schleifen", Peggy Mädler mit "Selbstregulierung des Herzens" und Dana Vowinckel mit "Anton und Alma". Der Deutsche Buchpreis, eine der renommiertesten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur, ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand am Vorabend der Frankfurter Buchmesse statt, die am Dienstag eröffnet wird. Im vergangenen Jahr hatte Dorothee Elmiger mit "Die Holländerinnen" gewonnen.

OZD/AFP

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Literatur als moralische Stimme in bewegten Zeiten

Mit ihrer Auszeichnung für "Die Lücken" sendet die Jury des Deutschen Buchpreises ein starkes Signal in eine Gesellschaft, die mit großen Herausforderungen konfrontiert ist. Der Roman steht beispielhaft für eine Literatur, die nicht allein künstlerisch glänzt, sondern auch als moralische Instanz wirkt. Die deutlichen Worte von Shida Bazyar in Frankfurt zeigen, dass Literatur nicht im Elfenbeinturm verharrt, sondern gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Gerade in Zeiten politischer Radikalisierung und wachsender Angst in Minderheiten ist es ein wichtiger Beitrag, dass deutschsprachige Romane solche Themen aufgreifen. Preisverleihungen wie diese stärken Autorinnen und Autoren den Rücken, die unbequem sind und hinsehen. Für die literarische Öffentlichkeit könnte das Signal dieser Buchpreisentscheidung in den kommenden Monaten neue Debatten anstoßen und deutlich machen: Schweigen ist keine Option. Literatur kann zum Gewissen einer Gesellschaft werden.

Historischer Hintergrund

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 jährlich an den besten deutschsprachigen Roman vergeben. Er ist längst zu einer der wichtigsten Auszeichnungen der deutschen Literaturlandschaft geworden. Die Preisverleihung ist fest mit dem Auftakt der Frankfurter Buchmesse verbunden, die wiederum als einer der größten Treffpunkte der internationalen Buchbranche gilt.

Zukunftsprognose

Die Entscheidung für "Die Lücken" dürfte in Literatur und Gesellschaft für verstärkte Diskussionen über Migration, Antisemitismus und gesellschaftliche Teilhabe sorgen. Politisch könnte der Erfolg des Romans Autorinnen und Autoren dazu ermutigen, gesellschaftskritische Stimmen zu erheben. Wirtschaftlich ist eine verstärkte Nachfrage nach Werken zu aktuellen Debatten denkbar. Auf internationaler Ebene könnte der Preis einmal mehr die Bedeutung deutschsprachiger Literatur in der Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur hervorheben. Alle Prognosen bleiben von gesellschaftlichen Entwicklungen abhängig.

Erklärungen

Wer ist Shida Bazyar?

Shida Bazyar wurde 1988 als Kind iranischer Flüchtlinge in Hermeskeil geboren. Durch ihre Romane ist sie zu einer wichtigen Stimme über Migration und Erinnerungskultur in Deutschland geworden.

Was ist der Deutsche Buchpreis?

Der Deutsche Buchpreis prämiert jährlich den besten Roman deutscher Sprache. Er zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

OZD-Extras

Die Gemeinde Hermeskeil im Hunsrück diente als Vorlage für den Roman. Die Frankfurter Buchmesse gilt als weltgrößte Buchschau und zieht jährlich Zehntausende Besucher und Fachleute an. Auswirkungen auf Aktien oder Börsenkurse sind durch die Vergabe des Deutschen Buchpreises nicht zu erwarten.

Gewinnspiel

Wer gewann den Deutschen Buchpreis im Jahr 2026?

A) Shida Bazyar

B) Franziska Gänsler

C) Peggy Mädler

D) Dorothee Elmiger

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.