Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

Ex BND Chef soll Analyse für Ausland erstellt haben

Ex BND-Chef Hanning steht im Verdacht, eine Analyse für Aserbaidschans Dienst erstellt zu haben. Ermittlungen und Haftverfahren laufen.

Fakten im Überblick

Ex-BND-Präsident August Hanning steht unter Spionageverdacht.

Hanning und sein früherer Büroleiter Manfred D. wurden festgenommen.

Hanning soll laut Spiegel eine Analyse für Aserbaidschan erstellt haben.

Der ehemalige BND-Präsident August Hanning steht unter erheblichem Spionageverdacht. Nach einem Bericht des "Spiegel" sollen Ermittler dem Verdacht nachgehen, dass Hanning mit einem Agenten der Kaukasusrepublik Aserbaidschan in Verbindung stand. Laut Bundesanwaltschaft soll Hanning von Manfred D., seinem früheren Büroleiter beim Bundesnachrichtendienst, geheime Informationen erhalten und daraus eine Analyse für einen ausländischen Geheimdienst erstellt haben. Die Bundesanwaltschaft teilte jedoch nicht mit, um welchen Staat es sich gehandelt haben soll.

Dem "Spiegel" zufolge handelte es sich bei dem mutmaßlichen Auftraggeber um einen aserbaidschanischen Geheimdienstmann. Ob die vom Ex-BND-Chef erstellte Analyse den Adressaten tatsächlich erreichte, ist laut Bericht Gegenstand laufender Ermittlungen. Hanning und D. wurden am Dienstag festgenommen. Laut Bundesanwaltschaft arbeitete D. zunächst als Büroleiter mit Hanning beim BND zusammen und folgte ihm später ins Bundesinnenministerium. Nach dem Ende von Hannings Laufbahn arbeitete D. von März 2012 bis März 2026 erneut als Büroleiter beim BND für nachfolgende Präsidenten und hatte Zugang zu geheimhaltungsbedürftigen Informationen. Rund 2000 Dokumente soll er an Hanning weitergegeben haben. D. sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Der Fall sorgt für großes Aufsehen, da erstmals ein früherer Präsident des wichtigsten deutschen Auslandsgeheimdienstes unter solch schwerem Verdacht steht. Die Ermittler konzentrieren sich darauf, ob und in welchem Umfang Hanning und D. geheime Informationen an ausländische Dienste weitergegeben haben könnten. Der genaue Adressat und Inhalt der Analyse bleiben laut Bundesanwaltschaft weiterhin Gegenstand laufender Ermittlungen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Vertrauen in Nachrichtendienste schwer erschüttert

Die Ermittlungen gegen August Hanning und Manfred D. stellen einen beispiellosen Vertrauensbruch in deutsche Nachrichtendienste dar. Dass ein ehemaliger Spitzenbeamter unter solchem Verdacht steht, trifft die Institution auf empfindliche Weise. Jetzt kommt es darauf an, die Vorgänge lückenlos aufzuklären und mögliche strukturelle Schwächen zu beseitigen. Für die politische Zukunft lässt sich sagen: Die Sensibilität im Umgang mit Amtswissen dürfte steigen und neue Kontrollmechanismen werden wahrscheinlicher. Sollte sich der Verdacht bestätigen, muss das Behördenwesen Konsequenzen ziehen.

Historischer Hintergrund

Die Affäre begann mit der langjährigen Zusammenarbeit Hannings und D.s im BND sowie im Bundesinnenministerium. Nach Hannings Abschied kehrte D. in den BND zurück und hatte Zugriff auf viele vertrauliche Dokumente. Ein vergleichbarer Verdachtsfall gegen einen früheren BND-Chef ist in Deutschland bislang ohne Beispiel. Aserbaidschan rückt durch den Verdacht einer geheimdienstlichen Verbindung in den Mittelpunkt internationaler Aufmerksamkeit.

Zukunftsprognose

Die Affäre könnte striktere Regeln für den Umgang mit Geheimwissen nach dem Ausscheiden aus dem Dienst zur Folge haben. Es ist absehbar, dass das politische und behördliche Klima in Deutschland stärkere Kontrollen fordern wird. International besteht die Möglichkeit, dass das Ansehen deutscher Institutionen leidet. Die tatsächlichen Konsequenzen hängen aber wesentlich vom weiteren Verlauf der Ermittlungen ab.

Erklärungen

Was ist der Bundesnachrichtendienst (BND)

Der Bundesnachrichtendienst ist Deutschlands Auslandsnachrichtendienst. Er ist zuständig für Informationsgewinnung und Analyse im Ausland.

Wer ist August Hanning

August Hanning war von 1998 bis 2005 Präsident des BND und danach Staatssekretär im Bundesinnenministerium.

OZD-Extras

Laut Bundesanwaltschaft beläuft sich die Zahl der weitergegebenen Dokumente auf rund 2000 – ein Umfang, der in der Geschichte des BND selten ist. Aktuelle Auswirkungen auf die Wirtschaft oder Börse sind nicht belegt.

Gewinnspiel

Welcher ehemalige BND-Präsident steht aktuell im Zentrum der Ermittlungen?

A) August Hanning

B) Manfred D.

C) Hans-Georg Maaßen

D) Ernst Uhrlau

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.