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Merz zutiefst empört über Schröders Treffen mit Putin

Kanzler Merz ist zutiefst empört über den Besuch von Altkanzler Schröder bei Putin in Moskau. Das Treffen bleibt für die Bundesregierung umstritten.

Fakten im Überblick

Kanzler Merz zeigt sich zutiefst empört über Schröders Treffen mit Putin.

Schröder besuchte Putin zu dessen 74. Geburtstag in Moskau.

Die Bundesregierung wurde vorab nicht über den Besuch informiert.

Der Besuch des Altkanzlers Gerhard Schröder bei Russlands Präsident Wladimir Putin hat in der Bundesregierung heftige Reaktionen ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz sei "zutiefst empört" über das Treffen, erklärte Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag in Berlin. Meyer hob hervor, "Putin allein" sei für den Krieg in der Ukraine verantwortlich und seine Befehle sorgten täglich für "unermessliches Leid, für zivile Opfer, für Familien, die auseinandergerissen werden, für Tote und Verwundete". Vor diesem Hintergrund empfinde der Kanzler es "als geradezu unmoralisch", dass Schröder gemeinsam mit Putin feiere.

Nach Angaben der betroffenen Ministerien waren das Auswärtige Amt, die deutsche Botschaft vor Ort sowie das Bundesinnenministerium über den Besuch nicht informiert. Putin empfing Schröder am Mittwoch zu seinem 74. Geburtstag in Moskau. Wie der Kreml mitteilte, erfuhr Putin aus den Medien, dass sich Schröder "geschäftlich in Moskau aufhielt" und lud "seinen alten Freund ein". Der Kreml veröffentlichte Fotos, die Schröder und Putin lächelnd beim Händeschütteln zeigen.

Medien in Russland berichteten zudem, der 82-jährige Schröder, der seit langem mit Putin verbunden ist, sei kürzlich in den Aufsichtsrat der Supermarktkette Hyperglobus berufen worden. Diese Kette gehörte früher zum deutschen Globus-Konzern. Schröders anhaltende Verbindung zu Russland und zu Putin sorgen damit erneut für Diskussionen und scharfe Kritik in Deutschland.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Mehr als Freundschaft – Schröder setzt aufs falsche Signal

Das Treffen von Gerhard Schröder mit Wladimir Putin kommt für viele zur Unzeit: Während in der Ukraine Menschen leiden, verleihen Bilder von feierndem Händeschütteln einen fatalen Anschein von Normalität. Dass Schröder vom Kreml als alter Freund eingeladen wurde, lässt persönliche Loyalitäten über geltende politische Realitäten treten. Die Bundesregierung ist mit ihrer scharfen Wortwahl klar: Es geht nicht mehr um diplomatische Tradition, sondern um moralische Grenzen im Umgang mit einem Machthaber, der Krieg verantwortet. Auch für die öffentliche Wahrnehmung ist der Schritt Schröders irritierend – viele Bürger nehmen das Verhalten des Altkanzlers als Distanznahme von Deutschlands Haltung wahr. Die Prognose: Solche Episoden werden künftig noch schärfer debattiert und könnten zu schärferen Regeln für ehemalige Politiker führen.

Historischer Hintergrund

Die eng verwobenen Beziehungen von Gerhard Schröder zu Russland und Wladimir Putin sind seit Jahren regelmäßig Gegenstand politischer und öffentlicher Diskussionen. Besonders seit Schröders Engagement in russischen Aufsichtsräten und dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine gibt es in Deutschland immer wieder scharfe Kritik an solchen Kontakten. Der jüngste private Besuch in Moskau fügt sich ein in eine Reihe umstrittener Treffen und Positionierungen.

Zukunftsprognose

Die erneute Begegnung von Schröder und Putin wird voraussichtlich innenpolitisch zu weiterer Kritik an Schröder führen. Der Druck auf Politiker, sich klar von russischen Interessen zu distanzieren, dürfte in Deutschland steigen. Es ist denkbar, dass solche Ereignisse künftig Regelungen für Auslandsreisen ehemaliger Spitzenpolitiker nach sich ziehen. International könnte Deutschlands Verhältnis zu Russland durch private Kontakte ehemaliger Amtsträger weiter belastet werden.

Erklärungen

Wer ist Gerhard Schröder?

Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und pflegt seit seiner Amtszeit enge Beziehungen zu Wladimir Putin.

Was ist Hyperglobus?

Hyperglobus ist eine russische Supermarktkette, die früher zum deutschen Globus-Konzern gehörte und laut russischen Medien Schröder nun im Aufsichtsrat hat.

OZD-Extras

Putins Einladung an Schröder unterstreicht die besondere persönliche Verbindung der beiden früheren Spitzenpolitiker. Die Berufung Schröders in den Aufsichtsrat von Hyperglobus ist nicht nur wirtschaftlich, sondern gerade vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges in Deutschland umstritten. Auswirkungen auf deutsche Aktien, den Euro oder internationale Märkte werden nach Einschätzung von Beobachtern kurzfristig nicht erwartet.

Gewinnspiel

Zu welchem Anlass traf sich Schröder mit Putin in Moskau?

A) Zu Putins Geburtstag

B) Während einer Handelsmesse

C) Anlässlich eines Staatsbesuchs

D) Im Rahmen einer Sportveranstaltung

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.