Fakten im Überblick
Der Copilot einer Flydubai-Maschine soll laut Ermittlern einen Selbstmordanschlag auf den Flughafen Tel Aviv geplant haben.
Passagiere und eine zweite Cockpit-Crew verhinderten das Attentat und landeten die Maschine mit 166 Passagieren sicher in Saudi-Arabien.
Der Copilot hatte laut Generalstaatsanwalt alle Sicherheitsüberprüfungen bestanden, es gab keine Hinweise auf extremistische Ansichten.
Nach Angaben der emiratischen Ermittler wollte der Copilot der Flydubai-Maschine, die vor kurzem in Saudi-Arabien notlandete, einen Anschlag auf den Flughafen Tel Aviv verüben. Generalstaatsanwalt Hamad Saif al-Schamsi erklärte am Freitag, der Copilot aus dem Oman habe sich bei seinem Plan an den Anschlägen vom 11. September 2001 orientiert. Sein Ziel sei es gewesen, so viele Menschen wie möglich zu töten. Im vergangenen Flug von Dubai nach Tel Aviv griff er den indischen Flugkapitän mit einer Rettungsaxt an und versuchte, das Flugzeug unter seine Kontrolle zu bringen. Passagiere konnten den Copiloten überwältigen, während eine mitreisende zweite Cockpit-Crew die Maschine mit 166 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern sicher in Saudi-Arabien landete.
Der Copilot befindet sich inzwischen in Haft in den Emiraten. Laut Generalstaatsanwalt erklärte er, alleine gehandelt zu haben. Hinweise auf weitere Beteiligte gebe es nach Aussage des Mannes nicht. Die laufenden Ermittlungen sollen das überprüfen. Vor Dienstantritt habe der Copilot laut Generalstaatsanwalt alle „beruflichen und sicherheitsrelevanten Anforderungen“ erfüllt. Unter anderem habe er eine Pilotenlizenz und ein Führungszeugnis vorgelegt. Weitere Angaben des Generalstaatsanwalts lauten, es habe keine „Hinweise auf seine extremistischen Ansichten oder seine Absicht gegeben, einen terroristischen Anschlag zu verüben“.
Ermittlungen zufolge radikalisierte sich der Copilot während seines Studiums in Australien. Es war der dritte Flug des Omaners nach Tel Aviv, zwei frühere Flüge habe er laut den Ermittlern zur Planung des Anschlags genutzt. Mehrere Medien meldeten, der Copilot habe im Oman wegen extremistischer Ansichten nicht mehr fliegen dürfen. Laut US-Sender CNN verlor er im Vorjahr wegen Bedenken bezüglich seiner Ansichten seinen Job bei Oman Air. Er bewarb sich erfolglos bei Emirates und wechselte später zu Flydubai.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Vertrauen in die Pilotensicherheit auf dem Prüfstand
Dieser Fall erschüttert das internationale Vertrauen in die Sicherheitsstandards des Flugverkehrs. Trotz durchlaufener Überprüfungen und eingereichter Nachweise blieb die erkennbare Radikalisierung des Copiloten für die Behörden verborgen. Besonders alarmierend ist, dass laut Ermittlern keine Hinweise auf extremistische Absichten entdeckt wurden, obwohl Hintergrundinformationen scheinbar verfügbar waren. Die Zusammenarbeit zwischen internationalen Airlines und Sicherheitsbehörden muss dringend verbessert werden, um vergleichbare Täterprofile künftig rascher zu erkennen. Gut möglich, dass sich künftig weitere Airlines der Herausforderung stellen müssen, Sicherheitsüberprüfungen noch strenger zu gestalten und Informationen über verdächtige Personalbewegungen systematisch auszutauschen.
Historischer Hintergrund
Der Fall erinnert an die Terrorangriffe vom 11. September 2001, die massive Verschärfungen im globalen Flugverkehr nach sich zogen. Im Zentrum stehen Akteure und Behörden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Israel, Saudi-Arabien und Australien. Die internationale Reaktion auf Flugzeugterrorismus und Radikalisierungsgefahren ist seither ein Dauerthema in Politik und Luftfahrt.
Zukunftsprognose
Es ist zu erwarten, dass nach dem Vorfall die Sicherheitsanforderungen für Flugpersonal weiter verschärft und internationale Überprüfungen intensiviert werden. Möglicherweise finden künftig noch engere staatenübergreifende Kontrollen und ein systematischer Austausch über risikobehaftete Personalakten statt. Die betroffenen Länder, insbesondere Israel, die Emirate und Oman, stehen unter Beobachtung der Weltöffentlichkeit – diplomatische und gesellschaftliche Auswirkungen sind möglich. Das Vertrauen vieler Passagiere wird erneut auf die Probe gestellt.
Erklärungen
Was ist Flydubai?
Flydubai ist eine staatliche Billigfluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate mit Sitz in Dubai. Sie bedient Ziele in Nahost, Europa, Asien und Afrika.
Was war am 11. September 2001?
Am 11. September 2001 entführten Terroristen mehrere Passagierflugzeuge und steuerten sie in bedeutende Ziele in den USA. Die Katastrophe forderte viele Tote.
OZD-Extras
Nach dem Vorfall gab es nach bisherigen Erkenntnissen keine unmittelbare Reaktion an den internationalen Börsen. Fluggesellschaften und Versicherer beobachten die Entwicklungen sehr genau, da Vorfälle dieser Tragweite Auswirkungen auf Risikoprämien und Passagierzahlen haben können.
Gewinnspiel
In welchem Land sollte laut Ermittlern das Angriffsziel liegen?
A) Israel
B) Vereinigte Arabische Emirate
C) Oman
D) Australien
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.