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Jemens Krise spitzt sich zu Huthi Vergeltung nach Öl Angriff

Nach einem Angriff auf eine Ölanlage nahe Sanaa wächst die Angst vor Vergeltung. Die Huthi-Miliz warnt Saudi-Arabien und droht mit Gegenangriffen.

Fakten im Überblick

Eine Ölanlage nahe Sanaa wurde laut Huthi-Medien von Saudi-Arabien angegriffen.

Die Huthis drohen bei weiteren Angriffen mit Vergeltung in Riad.

Internationale Reisewarnungen für Saudi-Arabien wurden verstärkt ausgegeben.

Der Konflikt im Jemen spitzt sich dramatisch zu. Laut Huthi-Medien griff die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition am Dienstag eine Ölanlage westlich der Hauptstadt Sanaa an. „Ein saudiarabischer Angriff richtet sich gegen die Ölgesellschaft in al-Sabaha westlich von Sanaa“, berichtete der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah. Zuvor hatte Turki al-Maliki, Sprecher der Militärkoalition, über die Plattform X die Zivilbevölkerung aufgefordert, „das Gelände der Jemenitischen Ölgesellschaft – die zentrale Station al-Sabaha in Sanaa – zu räumen“, und kündigte eine bevorstehende „Spezialoperation“ an. Die Ölanlage liegt in den westlichen Vororten Sanaas.

Die atomare Gewalt nimmt dabei wieder zu, denn die Huthis warnten eindringlich vor weiteren Angriffen auf Sanaa. Huthi-Militärsprecher Jahja Saree erklärte über X, jeder Angriff auf Jemens Hauptstadt werde „mit einer harten und schmerzhaften Antwort in der feindlichen Hauptstadt Riad beantwortet“. Die Miliz forderte zudem die Menschen in Saudi-Arabien auf, sich von Ölanlagen fernzuhalten. Drei mögliche Ziele für weitere Aktionen nannte Saree: den Hauptsitz des Ölkonzerns Aramco in Dammam, den internationalen Flughafen in Riad und eine Raffinerie desselben Unternehmens in der saudiarabischen Hauptstadt.

Die Situation ist besonders angespannt, da die Militärkoalition nach eigenen Angaben drei Drohnen nördlich von Riad abgefangen hat. Berichten zufolge intensivierten die Huthis in den vergangenen Tagen ihre Angriffe auf die saudische Hauptstadt und nahmen auch den internationalen Flughafen unter Beschuss. Dabei verloren mindestens 18 Menschen ihr Leben, ein Angriff am Samstag forderte allein 13 Tote und über 300 Verletzte. Die internationale Gemeinschaft reagiert mit Sorge: Zahlreiche Länder, darunter Frankreich, veröffentlichten in letzter Zeit neue Reisewarnungen für Saudi-Arabien und empfahlen insbesondere, die Flughäfen in Riad, Dschidda und Dammam zu meiden.

Auch Deutschland zeigt sich alarmiert. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach am Dienstag mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die Angriffe. Der Kanzler verurteilte die „terroristischen Angriffe der von Iran unterstützten Huthis auf das Schärfste“, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte. Beide Politiker forderten ein sofortiges Ende der Seeblockaden durch Iran und die Huthis in der Straße von Hormus und der Meerenge Bab al-Mandab. Nachdem die USA und Israel Ende Februar militärische Maßnahmen gegen den Iran begannen, eskalierte auch der Konflikt im Jemen erneut. Während einer Blitzoffensive übernahmen die Huthis zuletzt große Teile der jemenitischen Küste an der wirtschaftlich und strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Gefährliche Eskalationsspirale im Jemen

Die jüngsten Angriffe auf Ölstrukturen und Flughäfen in der Region markieren einen neuen Tiefpunkt im schwelenden Konflikt zwischen der Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien geführten Koalition. Mit jeder Drohung, jedem Angriff und jeder Gegenmaßnahme wächst das Risiko, dass die Auseinandersetzungen nicht länger regional begrenzt bleiben. Insbesondere die Angriffe auf zivile Flughäfen mit verheerenden Folgen für Unbeteiligte sind ein deutliches Warnsignal an die internationale Gemeinschaft. Dass inzwischen immer mehr Länder Reisewarnungen erlassen, zeigt, wie sehr sich die Kampfhandlungen bereits auf das Sicherheitsgefühl weit über die Grenzen des Jemen hinaus auswirken. Am Ende könnten noch mehr Menschenleben und eine weitere Destabilisierung der ganzen Region die Folge sein – besonders, wenn Vergeltung die einzige Sprache bleibt. Es ist zu befürchten, dass sich die Gewalt weiter intensiviert, solange keine diplomatische Initiative zustande kommt.

Historischer Hintergrund

Der Konflikt im Jemen schwelt seit Jahren. Die Huthi-Miliz, unterstützt vom Iran, steht der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegenüber. Nach dem Beginn des Iran-Kriegs durch die USA und Israel im Februar eskalierte die Gewalt im Jemen erneut. Zuletzt übernahmen die Huthis große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

Zukunftsprognose

Sollte die Gewalt weiter zunehmen, drohen neue Flüchtlingsbewegungen und größere Instabilität in der Region. Ökonomisch könnten anhaltende Angriffe auf Öl- und Transportinfrastruktur weltweit für höhere Preise sorgen. Politisch besteht die Gefahr, dass internationale Akteure noch stärker in die Konflikte des Nahen Ostens hineingezogen werden. Als realistische Prognose gilt: Ohne diplomatische Bemühungen könnte sich die Eskalationsspirale fortsetzen.

Erklärungen

Was ist die Huthi-Miliz?

Die Huthi-Miliz ist eine bewaffnete Gruppe im Jemen, die vom Iran unterstützt wird und seit Jahren gegen die von Saudi-Arabien geführte Koalition kämpft.

Was ist Aramco?

Aramco ist der staatliche Ölkonzern Saudi-Arabiens und zählt zu den größten Ölunternehmen der Welt.

OZD-Extras

Die Bab al-Mandab-Meerenge ist ein kritischer Punkt für den internationalen Ölhandel. Militärische Aktionen dort beeinflussen den globalen Energiefluss. Veränderungen in der Sicherheitslage rund um Aramco könnten die internationale Ölpreisentwicklung kurzfristig beeinflussen, wobei genaue Auswirkungen von der weiteren Eskalation abhängig sind.

Gewinnspiel

Wie heißt der staatliche Ölkonzern Saudi-Arabiens?

A) Aramco

B) PetroSaud

C) Naftha

D) SanaCo

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.