Fakten im Überblick
Die Huthi-Miliz greift einen saudischen Militärstützpunkt mit Drohnen und Raketen an.
Saudi-Arabien reagiert mit massiven Luftangriffen auf Ziele im Jemen.
Zehntausende Menschen sind auf der Flucht, die Schifffahrtsroute Bab al-Mandab wird immer unsicherer.
Die Sicherheitslage auf der Arabischen Halbinsel verschärft sich dramatisch. Nach Angriffen auf eine wichtige saudische Ölpipeline hat die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz ihre militärischen Operationen gegen Saudi-Arabien deutlich ausgeweitet. Nach eigenen Angaben griffen die Huthis einen Armeestützpunkt in Scharurah im Süden des Königreichs mit Drohnen und Raketen an. Ziel seien "Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren" gewesen, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree.
Zeitgleich intensivierte Saudi-Arabien seine Luftangriffe auf Stellungen der Miliz im Jemen. Nach Angaben der Huthis wurden innerhalb von nur 48 Stunden insgesamt 129 Luftangriffe auf von ihnen kontrollierte Gebiete geflogen. Betroffen gewesen sein soll unter anderem auch der Flughafen der strategisch wichtigen Hafenstadt Mocha.
Die Kämpfe markieren eine neue Eskalationsstufe im seit Jahren schwelenden Konflikt. In den vergangenen Tagen hatte die Huthi-Miliz nach Angaben der jemenitischen Regierung die gesamte Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Damit kontrolliert sie nun auch die international bedeutende Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet und zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt zählt.
Bereits Ende Juli hatten die Huthis eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seitdem wurden mehrfach Öltanker sowie Energieanlagen des Königreichs angegriffen. Erst am Freitag musste Saudi-Arabien nach Drohnenangriffen seine wichtige Ost-West-Ölpipeline vorübergehend außer Betrieb nehmen.
Nach Angaben der saudiarabischen Behörden wurde die Pipeline in den Regionen Riad und Medina durch "mehrere aus dem Irak kommenden Drohnen" attackiert. Der Irak reagierte zunächst mit der Schließung mehrerer Grenzübergänge zum Iran, kündigte inzwischen jedoch eine schrittweise Wiederöffnung an.
Auch die humanitäre Lage verschlechtert sich rasant. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden seit Juli mindestens 76.000 Menschen innerhalb des Jemen vertrieben. Allein seit Donnerstag flohen mehr als 2.000 Menschen über das Rote Meer ins benachbarte Dschibuti.
Mit den erneuten Kämpfen gilt die von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe aus dem Jahr 2022 praktisch als gescheitert. Die Gefahr einer weiteren Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Golfregion wächst.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Eine Eskalation mit weltweiten Folgen
Die erneuten Gefechte zwischen den Huthis und Saudi-Arabien sind weit mehr als ein regionaler Konflikt. Wer die Meerenge Bab al-Mandab kontrolliert, beeinflusst einen zentralen Knotenpunkt des Welthandels. Sollte sich die Sicherheitslage weiter verschlechtern, drohen erhebliche Folgen für Energieversorgung, Lieferketten und die globale Wirtschaft. Die internationale Diplomatie steht unter enormem Druck, bevor sich der Konflikt zu einer noch größeren regionalen Krise entwickelt.
Historischer Hintergrund
Der Bürgerkrieg im Jemen begann 2014 mit der Einnahme der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Miliz. Seit 2015 unterstützt eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition die international anerkannte Regierung. Die Huthis werden politisch und militärisch vom Iran unterstützt. Die Meerenge Bab al-Mandab zwischen Jemen, Dschibuti und Eritrea zählt zu den wichtigsten Handelsrouten zwischen Europa und Asien.
Zukunftsprognose
Sollten die Kämpfe anhalten oder sich auf weitere Energieanlagen und Schifffahrtswege ausweiten, könnten Ölpreise und Transportkosten weltweit deutlich steigen. Besonders Europa, Asien und die Golfstaaten wären wirtschaftlich betroffen. An den Börsen könnten steigende Energiepreise Öl- und Rüstungswerte stützen, während Logistik- und Industrieunternehmen unter höheren Kosten leiden dürften.
Erklärungen
Was ist Bab al-Mandab?
Bab al-Mandab ist eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. Ein erheblicher Teil des weltweiten Seehandels sowie zahlreiche Öltransporte passieren täglich diese Route.
Wer sind die Huthis?
Die Huthi-Bewegung ist eine schiitische Miliz aus dem Jemen. Sie kontrolliert große Teile des Landes einschließlich der Hauptstadt Sanaa und wird vom Iran unterstützt. Seit Jahren kämpft sie gegen die international anerkannte Regierung sowie deren Verbündete.
OZD-Extras
Nach Angaben internationaler Organisationen zählt Bab al-Mandab zu den wichtigsten maritimen Engpässen der Welt. Störungen auf dieser Route wirken sich häufig unmittelbar auf Frachtraten, Lieferketten und Energiepreise aus.
Gewinnspiel
Welche strategisch wichtige Meerenge kontrollieren die Huthis nach Angaben der jemenitischen Regierung?
A) Straße von Hormus
B) Bosporus
C) Bab al-Mandab
D) Suezkanal
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.