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Deutschland erneut für UN Menschenrechtsrat gewählt

Deutschland ist für drei Jahre in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Außenminister Wadephul will damit Menschenrechte weltweit stärken.

Fakten im Überblick

Deutschland wurde für die Jahre 2027 bis 2029 in den UN-Menschenrechtsrat gewählt.

Die Bundesrepublik erhielt dabei 163 Stimmen von der UN-Generalversammlung.

Außenminister Wadephul kündigte Einsatz für die Stärkung des Rates an.

Deutschland ist am Dienstag für die Jahre 2027 bis 2029 in den UN-Menschenrechtsrat gewählt worden. Bei der Abstimmung in der UN-Generalversammlung in New York erhielt die Bundesrepublik 163 Stimmen. Außenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte an, die Mitgliedschaft zur Stärkung des Gremiums und zum weltweiten Schutz der Menschenrechte einzusetzen. "Kein Mensch darf dafür bestraft werden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu fordern", erklärte Wadephul in Berlin. Zudem betonte er, dass jedes Kind ungeachtet seines Geschlechts zur Schule gehen können müsse. Für ihn seien die Menschenrechte "die Grundlage für ein Leben in Würde". Er dankte der UN-Generalversammlung für das Vertrauen in Deutschland und versprach: "Wir werden uns dieses Vertrauens würdig erweisen."

Deutschland wird dem in Genf ansässigen UN-Menschenrechtsrat damit zum sechsten Mal angehören. Das Gremium besteht aus 47 Staaten, die von der UN-Generalversammlung jeweils für drei Jahre gewählt werden. Bei der Wahl am Dienstag wurden insgesamt 15 Sitze vergeben. In keiner der fünf Regionalgruppen gab es mehr Bewerber als verfügbare Sitze. Neben Deutschland wurde aus derselben Regionalgruppe Irland mit 165 Stimmen gewählt. Die Ukraine erhielt 162 Stimmen. Für eine zweite aufeinanderfolgende Amtszeit wurden außerdem Brasilien, Burundi, die Dominikanische Republik, Ghana, Japan und Kuwait gewählt.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts will sich die Bundesregierung im Menschenrechtsrat besonders für die Zivilgesellschaft, Menschenrechtsverteidiger sowie Journalistinnen und Journalisten einsetzen. Zu den Schwerpunkten sollen auch die Dokumentation und Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen, die Bekämpfung grenzüberschreitender Repression sowie der Einsatz für Religions- und Weltanschauungsfreiheit gehören. Zudem strebt Deutschland laut Auswärtigem Amt an, Reformen einzuleiten, um das Gremium wirksamer und handlungsfähiger zu machen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Deutschlands Haltung wird auf die Probe gestellt

Die Wahl Deutschlands in den UN-Menschenrechtsrat dokumentiert erneut das internationale Vertrauen in das Land. Mit diesem Vertrauensbeweis wächst jedoch auch die Verantwortung, tatsächlich globale Maßstäbe beim Schutz der Menschenrechte zu setzen. Der Anspruch, die Zivilgesellschaft, Journalistinnen und Menschenrechtsverteidiger stärker zu schützen, ist aktuell wichtiger denn je. Doch das wird nicht ohne Herausforderungen bleiben: Im Rat prallen häufig widersprüchliche Interessen aufeinander. Die Bundesregierung sollte konsequent für Transparenz und Reformen einstehen und dabei nicht zurückschrecken, Missstände klar zu benennen. Nur so lässt sich das Ansehen Deutschlands auch im internationalen Kontext verteidigen.

In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob und wie Deutschland mit konkreten Initiativen und starker Diplomatie die Wirksamkeit des Rates sichtbar verbessern kann.

Historischer Hintergrund

Der UN-Menschenrechtsrat existiert seit 2006 und hat seinen Sitz in Genf. Die Mitglieder werden von der UN-Generalversammlung für jeweils drei Jahre gewählt. Deutschland gehört ab 2027 bereits zum sechsten Mal dem Rat an. Die Vergabe der Sitze erfolgt nach Regionalgruppen; diesmal gab es keine Überbelegung einer Gruppe. Bei dieser Wahl wurden neben Deutschland auch Irland und die Ukraine aus derselben Gruppe gewählt.

Zukunftsprognose

Mit dem erneuten Einzug Deutschlands in den Menschenrechtsrat kann das Land seine Schwerpunkte bei Menschenrechten gezielter einbringen. Politisch könnte dadurch die Unterstützung der Zivilgesellschaft, von Menschenrechtsverteidigern und Journalisten weltweit gestärkt werden. Gesellschaftlich dürfte das internationale Engagement für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit vor allem die Reputation der Bundesrepublik weiter fördern. Auch wenn ein unmittelbarer wirtschaftlicher Einfluss gering ist, bleibt der internationale Druck auf Reformen im Menschenrechtsrat ein mögliches Zukunftsszenario.

Erklärungen

Was ist der UN-Menschenrechtsrat?

Der UN-Menschenrechtsrat ist ein Gremium der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Er soll weltweit die Menschenrechte fördern und schützen. 47 Mitgliedsstaaten werden für jeweils drei Jahre von der Generalversammlung gewählt.

OZD-Extras

Eine Besonderheit der aktuellen Wahl: In keiner der fünf Regionalgruppen gab es mehr Bewerber als Sitze. Dies führte zu einem weitgehend vorhersehbaren Wahlausgang.

Ein unmittelbarer Einfluss auf Börsen oder Wechselkurse besteht nicht. Deutschlands erneute Wahl könnte jedoch indirekt das internationale Ansehen stärken, etwa bei außenwirtschaftlichen Beziehungen.

Gewinnspiel

In welcher Stadt tagt der UN-Menschenrechtsrat?

A) Genf

B) Brüssel

C) Straßburg

D) Wien

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.