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Selenskyj wirft Westen fehlende Warnung vor Raketenangriffen vor

Nach russischen Angriffen beklagt Präsident Selenskyj fehlende Frühwarnungen durch westliche Partner. Auch das Starlink-System war eingeschränkt.

Fakten im Überblick

Selenskyj kritisiert fehlende Frühwarnungen westlicher Partner vor russischen Raketenangriffen.

Das US-Satellitensystem Starlink war laut Ukraine während der Angriffe stark eingeschränkt.

Bei den Attacken wurden in Kiew, Dnipropetrowsk und Saporischschja mindestens sechs Menschen getötet.

Nach den jüngsten russischen Angriffen auf die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen westlichen Verbündeten deutlich vorgeworfen, keine Warnung vor den Raketenangriffen ausgesprochen zu haben. Selenskyj schrieb im Netzwerk Facebook: "Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern". Die ukrainischen Systeme hätten die russischen Raketen erst entdeckt, als diese bereits auf die Hauptstadt Kiew zurasten. Für den Präsidenten ist die Lage dramatisch: "Das ist absolut ungerecht: Während sie unsere Infrastruktur zerstören, erhält die Ukraine noch nicht einmal Frühwarnungen über Raketenstarts". Der Ausfall wichtiger Systeme erschwerte die Situation weiter. Nach ukrainischen Angaben war in der Nacht der Betrieb des US-Kommunikationssystems Starlink stark eingeschränkt, was einen Teil der ukrainischen Operationen scheitern ließ. Ein Berater Selenskyjs erklärte, die eigenen Streitkräfte seien "nicht über diese Einschränkung informiert, was zum Scheitern einer Reihe von Missionen geführt hat". Die Maßnahme stehe "offensichtlich im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Lage".

Die Ukraine ist auf westliche Geheimdienstinformationen und Technologie dringend angewiesen, um sich gegen Angriffe zu verteidigen. Gleichzeitig sorgte auch die internationale Politik für Unruhe. Wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs steht US-Präsident Donald Trump kurz vor den Kongress-Zwischenwahlen unter erheblichem innenpolitischen Druck. Er forderte das Ende aller ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur und rief zu einer sogenannten "Energie-Waffenruhe" auf, von der Selenskyj eigenen Angaben zufolge nichts wusste. Zudem ließ Trump entgegen geltender Sanktionen die Einfuhr russischen Diesels in die USA zu; dies wurde teils scharf kritisiert, unter anderem von Selenskyj, der EU und verschiedenen US-Senatoren. Als Gegenreaktion forderte Trump sogar Neuwahlen in der Ukraine und die Ablösung Selenskyjs.

Die Folgen der Angriffe waren in der Nacht besonders in Kiew sichtbar. Dort kam es durch den Beschuss eines Heizkraftwerks zu massiven Strom- und Wasserausfällen. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden dabei ein Wohnhaus getroffen, mindestens zwei Menschen getötet und zwanzig weitere verletzt. "In der Hauptstadt kommt es zu Stromausfällen", erklärte Klitschko und rief die Bevölkerung dazu auf, weiter Schutzräume zu nutzen. In mehreren ukrainischen Regionen gab es nach Berichten weitere Tote und Verletzte. Mindestens sechs Menschen starben landesweit. Bestätigt wurden Angriffe unter anderem aus Dnipropetrowsk, Saporischschja, Charkiw, Schytomyr, Sumy und Tschernihiw. Auch Russland beklagte Angriffe und berichtete über einen Toten in Balakowo sowie angeblich hunderte abgeschossene ukrainische Drohnen bei Moskau. Die Lage bleibt angespannt und die gegenseitigen Anschuldigungen verschärfen die Unsicherheit in der Region.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Warnungen, Kommunikation und politisches Kalkül

Die Kritik des ukrainischen Präsidenten Selenskyj bringt einen wunden Punkt der westlichen Unterstützung ans Licht. Die Ukraine ist in ihrem Verteidigungskampf auf schnelle und verlässliche Informationen aus dem Westen angewiesen. Fehlende Warnungen oder Kommunikationsausfälle können im Ernstfall Menschenleben und strategische Positionen kosten. Die scheinbar politisch motivierte Einschränkung des Starlink-Systems und die Ankündigungen aus den USA zum russischen Diesel lenken den Blick auf die Verflechtung von Kriegsgeschehen mit internationalen Interessen, Wahlkampftaktik und wirtschaftlichen Erwägungen. Dass westliche Partner vor Raketenangriffen keine Warnungen übermitteln, sendet ein fragwürdiges Signal an Kiew und Moskau. Es bleibt zu befürchten, dass die Unsicherheiten über die Qualität und Verlässlichkeit der westlichen Unterstützung weiter zunehmen und die Ukraine noch häufiger in kritischen Situationen allein dasteht. Wenn politisches Kalkül über den Schutz von Zivilisten und über Bündnistreue gestellt wird, ist das ein gefährliches Signal. Die weitere Entwicklung dürfte stark davon abhängen, ob und wie sich die Kommunikation in den kommenden Monaten wieder verbessert und ob Solidarität echte Verbindlichkeit erhält.

Historischer Hintergrund

Die Ukraine verteidigt sich seit dem Jahr 2022 gegen eine russische Invasion. Der Konflikt löste eine weitreichende Unterstützung durch westliche Staaten aus, die Kiew mit Waffen, Ausrüstung, Geheimdienstinformationen und humanitärer Hilfe versorgen. Die US-Regierung spielt dabei eine zentrale Rolle. Technische Systeme aus den USA, darunter auch der Satellitendienst Starlink, gelten als entscheidend für die militärische Koordination. Gleichzeitig beeinflussen politische Entwicklungen in den USA, wie etwa Zwischenwahlen und Ölpreiskrisen, die Hilfen für die Ukraine. Die wiederkehrenden russischen Luftangriffe auf Städte wie Kiew verdeutlichen die dramatische Lage für die Bevölkerung.

Zukunftsprognose

Ein Fortbestehen der mangelnden Frühwarnungen kann die Schlagkraft der ukrainischen Verteidigung erheblich schwächen und den Druck auf die westlichen Unterstützerstaaten erhöhen. Sollten politische Spannungen zwischen den USA, Europa und der Ukraine weiter anhalten, könnten Waffenlieferungen und Geheimdienstzusammenarbeit weiter eingeschränkt werden. Es ist möglich, dass Russland daraus Vorteile zieht und seine Angriffe intensiviert. Die Unsicherheiten könnten außerdem das gesellschaftliche Klima in der Ukraine weiter verschärfen, das Vertrauen in westliche Partner beeinträchtigen und innenpolitische Instabilität verstärken. International könnten Differenzen im Umgang mit Russland zwischen Europa und den USA zunehmen.

Erklärungen

Was ist Starlink?

Starlink ist ein satellitengestütztes Kommunikationssystem der US-Firma SpaceX. Es ermöglicht schnellen Internetzugang auch in Krisengebieten und wird in der Ukraine zur militärischen und zivilen Kommunikation genutzt.

OZD-Extras

Durch die Lockerung der Sanktionen für russische Diesel-Importe könnte sich der Ölmarkt kurzfristig entspannen, langfristig aber auch die Abhängigkeit vom russischen Energiemarkt wachsen. Einfluss auf den Euro oder Dax sind aktuell nicht absehbar, mittelfristige Auswirkungen auf europäische Energiepreise gelten jedoch als möglich.

Gewinnspiel

Wie heißt das Satelliten-Kommunikationssystem, das in der Ukraine eingesetzt wird?

A) Starlink

B) OneWeb

C) Iridium

D) Galileo

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.