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UN mahnt zur Vorsorge wegen extremer El Niño Gefahr

Die UN ruft angesichts eines extremen El Niño zu koordinierten Schutzmaßnahmen auf. Besonders betroffen sind Zentralamerika, Afrika und Asien.

Fakten im Überblick

Die UN warnt vor einem El Niño mit nie da gewesener Intensität.

Betroffen sind Regionen in Mittelamerika, Afrika, Asien und der Pazifik.

UN fordert koordiniertes Handeln, um schlimmste Folgen zu verhindern.

Angesichts der außergewöhnlichen Stärke des aktuellen El Niño richtet die Weltmeteorologie-Organisation einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft. "Heute richten wir einen gemeinsamen Appell an die internationale Gemeinschaft, dringend und koordiniert vorausschauend zu handeln", erklärte die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo in Genf. Laut Saulo könnte dieser El Niño "eine nie da gewesene Intensität" erreichen und "wortwörtlich die Messskalen überschreiten, die wir seit vier Jahrzehnten verwenden". Im zentralen und östlichen Pazifik lag die Temperatur der Meeresoberfläche laut WMO im August 2,5 Grad über dem Normalwert, für Oktober bis Dezember wird mit fast 3,7 Grad über Normal gerechnet. Das würde den bisherigen Rekord von 2,6 Grad in den Jahren 2015/2016 deutlich übertreffen.

El Niño führt nach Angaben der WMO traditionell dazu, dass sich das Oberflächenwasser im östlichen und zentralen Pazifik am Äquator stark erwärmt, was weltweit für Wetterextreme sorgt. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher bezeichnete das gegenwärtige Klimaphänomen als "eine wahrhaft zerstörerische Kraft", die "Lateinamerika, Ost- und Südafrika, Asien sowie die Pazifikregion mit voller Wucht treffen" werde. Fletcher warnte: "Dies wird Erschütterungen der Weltwirtschaft verursachen und Konflikte, Vertreibungen von Bevölkerungen sowie die Migration weiter anheizen". Staaten, Entwicklungsbanken und internationale Finanzinstitute forderte er auf, "Finanzierungen unter diesem Gesichtspunkt freizugeben, bevor die Schäden eintreten und nicht danach". Er habe 50 Millionen Dollar aus dem zentralen Nothilfefonds des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten mobilisiert. Das Geld soll an elf besonders betroffene Staaten wie El Salvador, Somalia, Südsudan, Äthiopien und den Tschad gehen. Fletcher sagte außerdem, das System der humanitären Hilfe könne nicht allein "eine Bedrohung dieses Ausmaßes" bewältigen.

Afrikanische Länder müssen sich laut Fletcher auf heftige Regenfälle einstellen, asiatische Staaten und der Pazifikraum auf "Dürren, Überschwemmungen und Zyklone". In Zentralamerika sind durch die Dürre Tiersterben und Ernteausfälle bereits spürbar. Das Naturereignis El Niño tritt gewöhnlich alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert meist neun bis zwölf Monate. Fachleute warnen, dass El Niño in Kombination mit dem Klimawandel 2027 zum bislang heißesten Jahr machen könnte. Saulo hielt fest: "Wir können El Niño nicht aufhalten, aber wir können viele seiner schlimmsten Folgen für die Menschen verhindern". Fletcher sieht die Weltgemeinschaft vor einer Entscheidung: Man könne "auf die Katastrophe warten oder in Widerstandsfähigkeit investieren". Für die Vereinten Nationen steht "eine vollständige Mobilisierung und international koordinierte Verantwortung" im Zentrum der Forderungen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Prävention und Zusammenarbeit – die Stunde der Verantwortung

Die UN hat selten so klar formuliert, wie ernst die Bedrohung durch El Niño ist. Die Zitate belegen: Ohne koordiniertes Handeln und schnelle Hilfe drohen Millionen Menschen Hunger, Vertreibung und wirtschaftliche Verwerfungen. Besonders erschreckend ist, dass diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, am meisten leiden. Jeder Dollar, der heute vorausschauend investiert wird, kann weit größere Schäden verhindern und zukünftige Konflikte vermeiden helfen. Es ist eine Bewährungsprobe für die internationale Solidarität. Die Prognose: Nur mutige Investitionen in Prävention und Widerstandskraft können eine globale Katastrophe abwenden – Ausweichen oder Verschleppen wäre fahrlässig.

Historischer Hintergrund

El Niño wurde erstmals in Lateinamerika als ungewöhnliches Klimaphänomen beobachtet, als sich die Meeresoberfläche des Pazifik stark erwärmte. Seit rund vier Jahrzehnten verfolgen Wetterdienste die weltweiten Folgen systematisch. Berechnungen der WMO und weltweite Messungen haben gezeigt, dass mit jedem starken El Niño Menschen, Tiere und Ernten in mehreren Kontinenten massiv betroffen sind. UN-Organisationen wie Ocha und die WMO haben daher internationale Notfallmechanismen entwickelt.

Zukunftsprognose

Wissenschaftler und internationale Organisationen gehen davon aus, dass El Niño 2023/24 massive Wetterextreme, Ernteausfälle und wirtschaftliche Belastungen verursachen könnte. Daraus ergeben sich politische Herausforderungen bei der Verteilung von Nothilfe und Migration. Die Schäden in betroffenen Staaten könnten weltweite Handels- und Preisfolgen nach sich ziehen. Sollte sich El Niño mit dem menschengemachten Klimawandel verstärken, könnte 2027 als Rekordjahr in die Geschichte eingehen. Die Situation erfordert deshalb weiter erhöhte Wachsamkeit, Präventionsstrategien und finanzielle Unterstützung.

Erklärungen

Was ist El Niño?

El Niño ist ein natürlich auftretendes Klimaphänomen. Dabei erwärmt sich die Wasseroberfläche im zentralen und östlichen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Wetterextreme auslösen kann.

OZD-Extras

Die bisherige Rekordtemperatur im El-Niño-Zentrum lag bei 2,6 Grad über Normalwert (2015/2016), jetzt werden bis zu 3,7 Grad erwartet. Frühere El-Niño-Phasen hatten teils verheerende Auswirkungen auf Ernten und globale Märkte. Börsen und Rohstoffmärkte beobachten die Situation, da Preissprünge durch Versorgungsschwankungen denkbar sind.

Gewinnspiel

Wie heißt das Klimaphänomen, das die Wasseroberfläche im Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt?

A) El Niño

B) La Niña

C) Monsun

D) Taifun

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.