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Ukraine kündigt Beschwerde gegen Gewichtheber-WM in Russland an

Die Ukraine will gegen die Vergabe der Gewichtheber-Weltmeisterschaften 2030 an Moskau vorgehen. Sportminister Matwij Bidnyj kündigt Beschwerden bei IWF und IOC an.

Fakten im Überblick

Die Gewichtheber-Weltmeisterschaften 2030 sollen nach einer Entscheidung des Weltverbandes IWF in Moskau stattfinden.

Die Ukraine kündigt offizielle Beschwerden beim Gewichtheber-Weltverband IWF und beim Internationalen Olympischen Komitee an.

Die WM 2030 dient zugleich als Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2032.

Die Entscheidung, die Gewichtheber-Weltmeisterschaften 2030 nach Moskau zu vergeben, sorgt für deutliche Kritik aus der Ukraine. Sportminister Matwij Bidnyj kündigte an, offizielle Beschwerden beim Gewichtheber-Weltverband IWF und beim Internationalen Olympischen Komitee vorzubereiten. Er bezeichnete die Entscheidung zugunsten Russlands als "zynisch" und "skandalös".

"Solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, ist es inakzeptabel, internationale Wettbewerbe auf seinem Territorium auszutragen", erklärte Bidnyj in den sozialen Medien. Besonders kritisch bewertet der ukrainische Sportminister den Zeitpunkt der Entscheidung. Er bezeichnete den Beschluss als "besonders zynisch jetzt, da Russland am Vorabend des Winters die Angriffe auf ukrainische Städte und Energieinfrastruktur verstärkt, Menschen tötet und Europa bedroht".

Der Gewichtheber-Weltverband IWF hatte am Sonntag entschieden, die Weltmeisterschaften in vier Jahren in Moskau auszutragen. Damit betritt der Verband sportpolitisch besonderes Terrain. Nach Angaben der Meldung ist die IWF der erste olympische Fachverband, der Russland seit 2022 wieder die Ausrichtung eines sportlichen Weltereignisses überträgt.

Auch der Bundesverband Deutscher Gewichtheber reagierte auf die Entscheidung, zunächst allerdings deutlich zurückhaltender als die ukrainische Seite. Der BVDG kündigte eine "kritische Auseinandersetzung" mit der WM-Vergabe an. Eine abschließende Bewertung gab der Verband zunächst nicht ab.

"Dem BVDG ist bewusst, dass es sich um eine hochkomplexe Thematik handelt, die eine sorgfältige Prüfung und Abwägung erfordert. Gerade weil es sich um einen Präzedenzfall seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine handelt, bitten wir um Verständnis, dass eine fundierte Stellungnahme Zeit benötigt", erklärte der deutsche Verband.

Zusätzliche sportpolitische Bedeutung erhält die Entscheidung dadurch, dass die Weltmeisterschaften 2030 als Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2032 dienen. Die Vergabe nach Moskau betrifft damit nicht nur die Austragung eines einzelnen internationalen Großereignisses, sondern auch den Qualifikationsweg zu Olympia.

Die Entscheidung fällt zudem in eine Phase, in der das Internationale Olympische Komitee Möglichkeiten für eine Rückkehr russischer Sportler zu internationalen Wettkämpfen aufgezeigt hat. Russische Athleten waren in den vergangenen Jahren nur unter unterschiedlichen Sonderregelungen bei internationalen Wettbewerben vertreten. Zuletzt starteten einzelne Sportler als "individuelle neutrale Athleten".

Hintergrund dieser Einschränkungen waren sowohl das staatlich gelenkte russische Dopingprogramm, das laut Welt-Anti-Doping-Agentur bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zum Einsatz kam, als auch der 2022 von Präsident Wladimir Putin begonnene Angriffskrieg gegen die Ukraine.

OZD/AFP

OZD-Kommentar - Eine Entscheidung mit Signalwirkung

Die Vergabe der Gewichtheber-Weltmeisterschaften 2030 nach Moskau reicht weit über eine Standortentscheidung für eine einzelne Sportart hinaus.

Der Gewichtheber-Weltverband ist nach Angaben der Meldung der erste olympische Fachverband, der seit 2022 wieder ein sportliches Weltereignis nach Russland vergibt. Damit entsteht ein Präzedenzfall.

Hinzu kommt die besondere Bedeutung des Turniers. Die WM soll gleichzeitig der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2032 dienen.

Die ukrainische Regierung lehnt die Entscheidung entschieden ab. Der deutsche Verband kündigt dagegen zunächst eine sorgfältige Prüfung an.

Damit dürfte die entscheidende Debatte erst beginnen: Es geht nicht nur um Gewichtheben, sondern um die Frage, unter welchen Bedingungen Russland wieder Gastgeber internationaler Sportgroßveranstaltungen sein kann.

Historischer Hintergrund

Russische Sportler unterlagen in den vergangenen Jahren bei internationalen Wettkämpfen verschiedenen Einschränkungen.

Ein Grund dafür war das staatlich gelenkte Dopingprogramm, das nach Angaben der Welt-Anti-Doping-Agentur bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zum Einsatz kam.

Weitere Einschränkungen folgten nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022.

Zuletzt konnten einzelne russische Sportler unter anderem als "individuelle neutrale Athleten" an internationalen Wettbewerben teilnehmen.

Mit der Vergabe der Gewichtheber-WM 2030 nach Moskau geht es nun erstmals seit 2022 wieder um die Ausrichtung eines sportlichen Weltereignisses durch Russland.

Zukunftsprognose

Die Ukraine will die Entscheidung nicht ohne Widerspruch hinnehmen. Sportminister Matwij Bidnyj kündigte offizielle Beschwerden bei der IWF und dem Internationalen Olympischen Komitee an.

Auch in Deutschland steht eine abschließende Bewertung noch aus. Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber will die Entscheidung zunächst prüfen.

Besondere Bedeutung bekommt die weitere Entwicklung durch die Verbindung der Weltmeisterschaft mit der Olympia-Qualifikation für 2032.

Wie IWF und IOC auf die angekündigten Beschwerden reagieren werden, geht aus der vorliegenden Meldung nicht hervor.

Warum ist die WM-Vergabe ein Präzedenzfall?

Nach Angaben der Meldung ist die International Weightlifting Federation der erste olympische Fachverband, der Russland seit 2022 wieder die Austragung eines sportlichen Weltereignisses überträgt.

Damit könnte die Entscheidung auch für Diskussionen in anderen internationalen Sportverbänden Bedeutung bekommen.

Was sagt die Ukraine?

Die ukrainische Regierung lehnt die Vergabe entschieden ab.

Sportminister Matwij Bidnyj bezeichnete sie als "zynisch" und "skandalös". Solange der Krieg andauere, hält er internationale Wettbewerbe auf russischem Staatsgebiet für inakzeptabel.

Die Ukraine will sich deshalb offiziell an IWF und IOC wenden.

Wie reagiert der deutsche Verband?

Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber hat bislang keine abschließende Position zur WM-Vergabe veröffentlicht.

Der Verband kündigte jedoch eine "kritische Auseinandersetzung" an und bezeichnete die Angelegenheit als hochkomplex.

Gerade wegen des Präzedenzcharakters wolle man sich Zeit für eine fundierte Stellungnahme nehmen.

OZD-Extra - Warum die WM 2030 für Olympia wichtig wird

Die Gewichtheber-Weltmeisterschaft in Moskau ist nicht nur ein eigenständiges Großereignis.

Das Turnier soll gleichzeitig als Qualifikationswettbewerb für die Olympischen Spiele 2032 dienen.

Damit könnte die Frage der Teilnahme an der WM unmittelbare sportliche Auswirkungen auf den Weg zu Olympia haben.

Genau diese Verbindung erhöht die Bedeutung der Entscheidung des Gewichtheber-Weltverbandes deutlich.

Gewinnspiel

Welche zusätzliche Bedeutung hat die Gewichtheber-WM 2030 in Moskau?

A: Sie entscheidet über die Fußball-EM 2032

B: Sie dient als Qualifikation für die Olympischen Spiele 2032

C: Sie ersetzt die Olympischen Spiele

D: Sie ist gleichzeitig die Europameisterschaft

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.