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Waffenruhe für Hilfseinsatz - während Russland Kiew weiter angreift

In der russisch besetzten ukrainischen Stadt Oleschky gilt eine örtlich begrenzte Waffenruhe. Sie soll Hilfslieferungen und Evakuierungen ermöglichen. Gleichzeitig meldet Kiew neue russische Angriffe.

Fakten im Überblick

Russland und die Ukraine haben sich zu einer örtlich begrenzten Waffenruhe in Oleschky bekannt, die einen humanitären Einsatz ermöglichen soll.

Die von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Feuerpause soll Hilfslieferungen, die Versorgung der Bevölkerung und Evakuierungen ermöglichen.

Während der Waffenruhe in Oleschky wurden neue russische Raketenangriffe auf Kiew gemeldet, bei denen unter anderem eine wichtige Dnipro-Brücke beschädigt wurde.

In der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky ist am Dienstag eine örtlich begrenzte Waffenruhe in Kraft getreten. Sowohl Russland als auch die Ukraine erklärten, sich an die Vereinbarung zu halten. Die von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Feuerpause soll einen humanitären Einsatz in der schwer beschädigten Stadt ermöglichen. Unabhängig überprüfen konnte AFP zunächst nicht, ob die Kampfhandlungen seit Inkrafttreten der Vereinbarung tatsächlich zurückgegangen sind.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten am Dienstag in der Region Oleschky im Gebiet Cherson ab 04.00 Uhr Moskauer Zeit das Feuer eingestellt. Dies geschehe "im Rahmen der Vorbereitungen für einen humanitären Einsatz". Auch der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez bestätigte die Vereinbarung. "Die Seiten halten sich an die Vereinbarungen, die wir getroffen haben", erklärte er.

Die Feuerpause soll angesichts erheblicher Versorgungsengpässe in Oleschky Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen. In der Stadt fehlen nach vorliegenden Berichten Lebensmittel, Wasser und Medikamente. Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson und wird seit 2022 von Russland besetzt. Vor Beginn des Krieges lebten dort rund 24.000 Menschen. Inzwischen sollen sich nur noch etwa 1700 bis 2000 Einwohner in der durch die Kämpfe schwer beschädigten Stadt aufhalten.

Frühere Bewohner hatten AFP bereits Anfang des Jahres von einer schwierigen humanitären Lage berichtet. Demnach litten die verbliebenen Menschen unter Hunger und Medikamentenmangel. Zudem sei es für sie schwierig, die Stadt zu verlassen. Die nun vereinbarte Feuerpause soll genau hier ansetzen und zumindest zeitweise einen sicheren Zugang für humanitäre Maßnahmen schaffen.

Eine umfassendere Waffenruhe bedeutet die Vereinbarung jedoch nicht. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Montag erklärt, Russland werde seine Angriffe trotz der für November in Aussicht gestellten Dreiergespräche mit der Ukraine und den USA fortsetzen. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen bedeute "keine Einschränkungen für die Kampfhandlungen". Weitere örtlich begrenzte Waffenruhen aus humanitären Gründen schloss Moskau allerdings nicht aus.

Wie begrenzt die Feuerpause ist, zeigte sich gleichzeitig in Kiew. Die ukrainische Armee meldete am frühen Dienstagmorgen den Abschuss mehrerer ballistischer Raketen in Richtung der Hauptstadt. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte später, bei einem russischen Angriff sei die Südbrücke über den Dnipro beschädigt worden. Auch die Metro-Infrastruktur auf der Brücke sei getroffen worden. Der Zugverkehr wurde daraufhin eingestellt. Russland hatte seine Drohnen- und Raketenangriffe auf Kiew in den vergangenen Wochen verstärkt und dabei nach ukrainischen Angaben wiederholt Energie- und Verkehrsinfrastruktur angegriffen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar - Eine Feuerpause mit engen Grenzen

Die Vereinbarung für Oleschky ist zunächst eine humanitäre Maßnahme und keine allgemeine Waffenruhe im Krieg zwischen Russland und der Ukraine.

Gerade darin liegt ihre Bedeutung - aber auch ihre Begrenzung.

Wenn Hilfslieferungen die verbliebene Bevölkerung erreichen und Zivilisten die schwer beschädigte Stadt verlassen können, kann die Feuerpause unmittelbar Menschen helfen.

Gleichzeitig gehen die Kampfhandlungen an anderen Orten weiter. Die neuen Angriffe auf Kiew machen deutlich, dass von einer umfassenden Entspannung derzeit keine Rede sein kann.

Ob aus solchen lokalen Vereinbarungen weitere humanitäre Feuerpausen entstehen, bleibt abzuwarten.

Historischer Hintergrund

Oleschky liegt in der südukrainischen Region Cherson am Ufer des Dnjepr.

Die Stadt befindet sich seit 2022 unter russischer Besatzung.

Vor dem Krieg lebten dort rund 24.000 Menschen.

Nach aktuellen Angaben sollen nur noch etwa 1700 bis 2000 Menschen in der schwer beschädigten Stadt verblieben sein.

Frühere Einwohner berichteten AFP von Hunger, fehlenden Medikamenten und erheblichen Schwierigkeiten, die Stadt zu verlassen.

Was umfasst die Waffenruhe?

Die Vereinbarung ist örtlich auf den Raum Oleschky begrenzt.

Sie soll einen humanitären Einsatz ermöglichen.

Geplant sind die Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten.

Sowohl Russland als auch die Ukraine erklärten, die Vereinbarung einzuhalten.

Ob die Kampfhandlungen tatsächlich vollständig eingestellt wurden, konnte AFP zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Welche Rolle spielt Melania Trump?

Nach Angaben des Weißen Hauses wurde die Feuerpause von US-First-Lady Melania Trump vermittelt.

Sowohl Moskau als auch Kiew erklärten sich anschließend bereit, die Vereinbarung einzuhalten.

Die Feuerpause konzentriert sich ausdrücklich auf humanitäre Maßnahmen in Oleschky.

Weitere Einzelheiten zum Vermittlungsprozess enthält die vorliegende Meldung nicht.

Was geschieht gleichzeitig in Kiew?

Während die Feuerpause in Oleschky begann, wurden neue russische Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt gemeldet.

Nach Angaben der ukrainischen Armee wurden ballistische Raketen in Richtung Kiew abgefeuert.

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete anschließend von Schäden an der Südbrücke über den Dnipro.

Auch Metro-Infrastruktur wurde demnach beschädigt. Der Zugverkehr über die Brücke wurde eingestellt.

Zukunftsprognose

Die Feuerpause in Oleschky könnte zeigen, ob begrenzte humanitäre Vereinbarungen trotz fortgesetzter Kampfhandlungen möglich sind.

Moskau hat weitere lokale Feuerpausen aus humanitären Gründen nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Gleichzeitig hat der Kreml angekündigt, die militärischen Angriffe fortzusetzen.

Für November stehen zudem mögliche Dreiergespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA im Raum.

Ob daraus weitergehende Vereinbarungen entstehen können, ist derzeit offen.

OZD-Extra - Warum die Dnipro-Brücken für Kiew wichtig sind

Der Dnipro teilt die ukrainische Hauptstadt in einen westlichen und einen östlichen Teil.

Brücken über den Fluss sind deshalb wichtige Verkehrsverbindungen innerhalb der Millionenstadt.

Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ist die Verbindung zwischen dem linken und rechten Ufer "einer der entscheidenden Faktoren für die Funktionsfähigkeit der Stadt".

Die Südbrücke wurde nach ukrainischen Angaben beim jüngsten russischen Angriff beschädigt.

Auch die auf der Brücke verlaufende Metro-Infrastruktur war betroffen.

Gewinnspiel

Welchen Zweck hat die begrenzte Waffenruhe in Oleschky?

A: Die Durchführung von Wahlen

B: Einen humanitären Einsatz mit Hilfslieferungen und Evakuierungen

C: Den Wiederaufbau des Flughafens

D: Eine gemeinsame Militärübung

Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.